Dienstag, 07. Juli 17:50
Beim Bezahlen der Rechnung für den Rauchfangkehrer beim Haus meiner Mutti ist mir ein Posten aufgefallen, der mich nachdenklich gemacht hat: »Prüfung der ausreichenden Verbrennungsluftzufuhr«. Dieser Posten macht immerhin knapp die Hälfte der Rechnung aus. Für einen Rauchfangkehrer, der seit Jahrzehnten im Haus eigentlich nichts mehr zu tun hat. Den man aber dennoch dafür bezahlen muss.

Die Nachforschungen bezüglich dieser ominösen Abgabe gestalten sich nicht ganz einfach. Eh klar, wer andere über den Tisch ziehen möchte, muss das schon einigermaßen geschickt anstellen. Rein grundsätzlich ist diese Kontrolle nicht so unwichtig. Es geht darum, dass der Ofen genügend Zug entwickelt, um kein Kohlenmonoxid (CO) in den Raum abzusondern. Gerade im Sommer hört man immer wieder einmal von den CO-Unfällen mit Todesfolge, wenn sich die Menschen lauwarm duschen, weil es so heiß ist – und in der Wohnung gleichzeitig die Klimaanlage läuft. Dann, ja dann kann es durchaus passieren, dass CO anstatt in den Rauchfang eben in die Wohnung strömt.

Im Haus meiner Mutti allerdings gibt es keine Warmwasseraufbereitung per Therme – das wird im E-Boiler erzeugt. Damit läuft die Heizung ausschließlich im Winter. Und die Therme bekommt jedes Jahr ein großes Service. Die Druckverhältnisse beim Rauchfang sind also so, dass er immer genügend zieht. Was auch schon einige Male so überprüft wurde. Warum muss das jedes Jahr erneut kontrolliert werden?

Und dann werde ich doch noch fündig. Tatsächlich ist dies ein Posten, mit dem sich unsere Rauchfangkehrer ein bissi ein Zusatzgeld verdienen. Und sie stellen das so dar, als ob sie damit der Menschheit einen Dienst erweisen würden. Früher einmal, da war das Gesetz tatsächlich so formuliert, dass man dies jedes Jahr machen musste. Bis jemand (um 2016 herum) darauf gekommen ist, dass man das eigentlich nicht mehr kontrollieren muss, wenn sich an den baulichen Gegebenheiten und an der Therme nichts ändert. So steht das im Gesetz. Der Rauchfangkehrer hat die Situation vor Ort zu dokumentieren und nur dann eine Messung durchzuführen, wenn sich an der Situation etwas geändert hat!

Aber wir kennen Österreich: »Oiso, so lang da niemand wirklich was sagt, mach ma das so, dass ma un a bissi a Kleingeld dazu verdienen. Ma gönnt sich ja sonst nix...!«

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(C) mArtin, im Juli 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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