Montag, 06. Juli 18:50
Am vergangenen Samstag waren wir ja am Donauinselfest und haben da einer österreichischen Darbietung aus dem Programm beigewohnt. Und wie bereits erwähnt, habe ich gleich nach dem Heimkommen auf ORF III nachgesehen, was ich denn eventuell versäumt habe. Ich weiß es noch, beim letzten Konzert der Earth, Wind & Fire Experience waren wir live vor der Hauptbühne – und das Konzert war wirklich nicht das, was man sich von Earth, Wind & Fire erwarten würde. Die Musik des Masterminds Maurice White ist im Prinzip Disco. Und der ist ja, wie bekannt sein sollte, vom musikalischen Prinzip her, reinrassiger Funk. Das bedeutet weiter: Wenn da nicht alle Musiker ihr Handwerk in einer absolut meisterhaften Art und Weise beherrschen, dann ist das eben nicht Funk. Funk muss – so drückt man das im Fachjargon aus – als Brett daherkommen und Dir/Ihnen einen akkuraten, frischen Scheitel ziehen. Ist das nicht der Fall, ist es alles mögliche, nur eben nicht Funk. Dies gilt immer und überall. Punkt.

Gleich die ersten 15 Sekunden der Aufzeichnung vom Auftritt dieser Kapelle lässt mich aufatmen: Es war gut, dass wir nicht dort waren. Würde man das, was es da zu hören gab, vom musikalischen Zweig der Gesamtschule Mistelbach zu Gehör bekommen, so könnte man durchaus konstatieren: »Jo, eh... – eigentlich recht ambitioniert...«. Ich nehme an, dass die Truppe gerne und immer wieder zum DIF kam und kommen wird, weil man sie in den USA, wo musikalische Handarbeit in der populären Musik einen ganz anderen Stellenwert hat, wie bei uns, einfach nicht spielen lässt. Mit Earth, Wind & Fire hat das kaum etwas zu tun. Es reicht aber vermutlich für Europa, wenn viele farbige Musiker auf der Bühne stehen, denn »dann muss es ja gut sein«.

Ich denke, bei der Programmgestaltung vom DIF ist man inzwischen ausschließlich nur mehr darauf bedacht, möglichst billige (internationale) Acts zu verpflichten. Und man bekommt bei Musik halt oftmals nur das, was man bezahlt hat. Ja, die Songs von EWF sind wirklich extrem komplex und sicher schwer live zu spielen. Und dem nicht genug, sollen sie sich noch extrem einfach anhören. Wie übrigens auch bei den Beatles oder auch ABBA. Genau deshalb denke ich, sollte man als Musiker ein wenig ehrlich zu sich selber sein und darüber urteilen: »Geht sich das aus, oder eher nicht?« Sehr oft wäre das dann halt eher nicht.

Übrigens ein Fakt am Rande: Maurice White wusste das offenbar auch. In den Videos zu seinen Klassikern sieht man praktisch keine Musiker. Das sind größtenteils Tänzer, die nicht einmal wissen, wie man das verliehene Instrument halten, geschweige denn bedienen soll. Die Musiker bei seinen Songs sind – bis auf Philip Bailey – alle relativ unbekannt. Ich nehme an, dass es sich zu einem nicht unbeträchtlichen Teil um Studiomusiker handelt, die er eben für nicht video-tauglich hielt. Dafür können sie spielen. Und wie...!

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(C) mArtin, im Juli 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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