Dienstag, 28. April 17:40
Reden wir über eines der wichtigsten Themen überhaupt, über das praktisch nie gesprochen wird, solange es reibungslos funktioniert: das Scheißen. Also zumindest bei mir verhält es sich so, dass ich doch unrund werden kann, wenn mit dieser Sache irgend etwas nicht zu 100 % gut ist.

Und in genau dieser Situation lebe ich jetzt seit etwas einem Jahr. Nein, nicht gesundheitlich gesehen. Ich möchte es so sagen: Ich kann scheißen, wie ein Weltmeister. Fast jeden Tag und immer zur gleichen Zeit. Meine Verdauung funktioniert wie das Uhrwerk einer Schweizer Uhr. Es geht eher um die technische Abwicklung. Seit langer Zeit funktioniert mein Kanal immer schlechter. Bei Duschen rinnt das Wasser auch nicht mehr schnell ab – und das Klo blubbert immer, wenn ich das Wasser nach dem Rasieren ablasse. Die Klospülung muss vorsichtig betätigt werden, da sonst die Gefahr besteht, dass ich das ganze Badezimmer unter Wasser setze. Und vor einer Woche dann der Gipfel dieses Schlamassels: Der frisch gelegte Riesen-Buntstift möchte nicht mehr in die Kanalisation abtauchen, es geht gar nichts mehr. Die Verstopfung ist total. Und, ganz ehrlich gesagt, ich fühlte mich in diesem Moment tatsächlich gedemütigt. Von meiner eigenen Scheiße.

Ich wollte nie so weit kommen, aber jetzt war der Moment da, Wien-Kanal anzurufen. Der Anruf erfolge am 10. 04. um 11 Uhr. Gegen 12 Uhr 30 waren zwei Männer da, haben sich die Situation angesehen, waren kurz weg, um den Wagen frisch aufzutanken – und so etwa um 13 Uhr 45 war mein Kanal wieder vollkommen funktionsfähig. Das Zauberwort heißt Wurzeleinwuchs. Leider suchen sich Wurzeln von Bäumen und Sträuchern immer wieder Wege, um in die Kanalisation zu gelangen – und das immer mit Erfolg.

Auf jeden Fall war und ist meine Freude sehr groß. Das Wasser rinnt wieder so ab, wie es soll, das WC funktioniert, alles paletti. Nur eine kleine Angst hatte ich noch: nämlich vor der Rechnung. Der Einsatz mit diesem riesigen Wagen mit dem Hochdruckreinigungssystem, alleine die An- und Abreise kostet da schon locker 200,-, dazu die zwei Männer, die eineinhalb Stunden gearbeitet haben, das kommt (auch locker) noch einmal auf 250,-, und dazu kommt sicher noch irgendwas, woran ich nicht denke. Wenn die Rechnung unter 500,- ausmacht, hätte ich großes Glück.

Heute kommt die Rechnung der Stadt Wien: 209,04 Euro. Es gibt sie doch, die Tage, an denen man die Magistrate der Stadt Wien für eine an sich sehr gute Sache hält...

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(C) mArtin, im April 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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