Montag, 30. März 19:00
Es war eine Meldung am Rande, die vorige Woche zu hören war: Ab den nächsten olympischen Spielen werden Frauen getestet, ob sie auch wirklich Frauen sind. Eine ziemlich heikle Sache. Und es gab natürlich sofort einen lauten Aufschrei von diversen Organisationen: »
Das ist ein schwerer Eingriff in die Persönlichkeitsrechte des Menschen und eine grobe Missachtung der Menschenrechte!«
Ich sehe die Sache doch ein wenig differenzierter. Es ist schon gut, wichtig und richtig, dass es ein grundlegendes Recht auf die Selbstbestimmung des Menschen und seiner sexuellen Identität und Orientierung gibt. Wenn ich mich als Frau fühle, die rein äußerlich in einem Männerkörper steckt, dann sollte es mir möglich sein, mit dieser Diskrepanz aufzuräumen. Wie und mit welchen Mitteln auch immer. Ich kannte einen Mann in genau dieser Misere und habe durchaus erkannt, was für Schmerzen hinter solchen
Zumutungen des Universums stecken. Ich bin nicht nur von daher völlig dafür, dass dies Privatsache ist, und auch Jede und Jeder frei darüber entscheiden darf.
Auf der anderen Seite geht es hier schließlich um Sport. Wenn ich also als Mann geboren wurde und jahrelang als Mann trainiert habe, dann werde mein ganzes restliches Leben dadurch körperliche Vorteile gegenüber einer Frau haben selbst dann, wenn eine Geschlechtsangleichung erfolgt ist. Das ist besser, wie jedes Doping. Insofern endet meine persönliche Freiheit ganz einfach dann, wenn ich dadurch die persönliche Freiheit anderer Menschen missachte. Niemand hat etwas von einem unfairen Wettbewerb. Das ist halt in unserer Gesellschaft ein wenig unpopulär. Aber grundsätzlich, so denke ich, eine gute Entscheidung vom IOC...
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(C) mArtin, im
April 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.
Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter
Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!