Montag, 02. Jänner 18:10
Es hat für mich eine wirklich sehr lange Tradition: Am Neujahrstag schaue ich mir das Neujahrskonzert an. Bei einem feinen Essen mit Sektbegleitung. So beginnt mein Jahr immer recht fein. Ich weiß nicht, wie viele Neujahrskonzerte ich schon so gesehen habe aber es werden sicher sehr viele sein. Und rein grundsätzlich hat mir auch jedes Neujahrskonzert ausgesprochen gut gefallen.

Diese Tradition wurde gestern jäh beendet.

Ich weiß nicht was das war oder was das gewesen sein soll – Neujahrskonzert war es jedenfalls keines. Bis auf die letzten zwei, obligaten Zugaben – Donauwalzer und Radetzkymarsch – habe ich keinen einzigen Titel auch nur ansatzweise gekannt. Nichts. Wie, wenn der ORF beschlossen hätte, ab sofort dem großen Erfolg des Neujahrskonzerts Einhalt zu gebieten. und dazu noch die neue Stimme für die Erklärungen. Wie eloquent und mit feinster Stimme Barbara Rett bisher immer das Neujahrskonzert moderiert hat – auch da scheint es, der ORF wolle das absolute Gegenteil von dem auffahren, was bisher Usus war.

Ich bin kein Klassik-Fan. So, wie wahrscheinlich die meisten Zuseher dieses Konzerts. Ich erwarte mir für diesen Event die schönsten, besten und feinsten Titel, welche die Klassik zu bieten hat. In den letzten Jahren war es ausnahmslos so, dass ich fast jeden Song mitsummen und mitdirigieren konnte – weil es eben solche Titel waren, die man halt kennt. Es war eigentlich die BRAVO-HITS-75 auf Klassik. Und genau so sollte es sein. Ich erwarte mir da keine Vorstellung aus dem Elfenbeinturm, welcher nur die eingefleischtesten Klassik-Fans folgen können ohne schweres Kopfweh zu bekommen!

Mit dieser Auswahl hat Franz Welser-Möst alles zerstört, was das Neujahrskonzert ausmacht: Eben den guten Start in ein neues Jahr.
Und sein Kommentar dazu: »Ich weiß, einige Leute glaubten nicht daran, dass es gut werden würde. Ich habe gewußt, dass es gut werden würde, weil ich habe die Titel ja ausgesucht...«

Na dann, Gratulation!

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(C) mArtin, im Februar 2023.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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