Montag, 05. August 20:00
Einiges passiert, heute. Der Reihe nach:
Meine Kaffeemaschine ist bereits seit ein paar Wochen leicht defekt: Es gibt keine Crema mehr (Espresso ohne Crema ist wie ein Fahrrad ohne Pedale) und sie ludelt bei jeder Kaffee-Zubereitung die ganze Umgebung an. Also habe ich mir heute vorgenommen, sie zu zerlegen. Tatsächlich, in der Brühgruppe sind die Dichtung zum Siebträger wie auch das Brühsieb ziemlich hinüber.

(Da in letzter Zeit immer mehr Besucher bei meinem Blog vorbeikommen, hoffe ich, es ist kein Kaffeemaschinenmechaniker dabei. Und wenn doch, dann bitte jetzt wegsehen...)

Ich zerlege alles, säubere die Teile, schneide aus einem alten Fahrradschlauch einen Teil der Dichtung neu aus, vulkanisiere beide Seiten und klebe den gereinigten Fahrradschlauch auf die Brühdichtung.
Nach dem Zusammenbau der erste Test mit meinem Abend-Kaffee: Ja, sie ludelt jetzt viel weniger, doch die Crema ist immer noch nicht wirklich zufriedenstellend. Dafür aber hat der Kaffee eine neue Geschmacksnote: Schlauchboot.
OK. Das war echt keine 1A-Reparatur – eher was aus der russischen Abteilung.

Da entsinne ich mich, dass ich heute mit der Post die neue Bankomatkarte bekommen habe. Diese nennt sich ab sofort Debit-Card (nicht: Deppatdeppat


Jemand, der nicht besonders intelligent zu sein scheint, wird mit diesem Attribut belegt. Vielleicht aber auch nur jemand, der eine nicht so besonders kluge Handlung vollzogen hat.

Man kann sich aber auch zu einem »Deppen« machen (lassen). Dann ist man ein »W«. Jede weitere Erklärung würde ab diesem Punkt einfach zu weit führen. Finden Sie sich daher damit ab.

Moment: noch was! Manchmal wird »deppat« sogar im Rahmen des Ausdrucks von ungläubigem Erstaunen verwendet - wie z.B.: »Heast, bist Du deppat!«
-Card
) und ist – ob man das nun möchte oder nicht (ich eigentlich nicht) – eine Kreditkarte. Mit dem einzigen Unterschied, dass der bezahlte Betrag sofort vom Konto abgebucht wird.

Daher gehe ich sofort ins Netz und suche nach diesen Ersatzteilen. Das ist wirklich keine einfache Suche, für eine Saeco aus den 90ern hat kaum jemand noch Ersatzteile lagernd. Doch dann werde ich tatsächlich fündig. In einem Internet-Shop in den Niederlanden gibt es beide Teile (jeweils nur mehr zwei Stück davon) am Lager. Bei der Bestellnummer gibt es ein kleines Problem – es ist nicht klar ersichtlich, ob das die exakten Teile für meine Maschine sind. Also öffne ich den Shop in einem anderen Browser und suche die Teile abermals. Da staune ich nicht schlecht: Ja, die Teile sind passend aber etwas ist anders...

Während in einem Browser (PaleMoon) die Bestellung ohne Versand 16,88 Euro kosten würde, beträgt die Summe im anderen Browser (K-Meleon) lediglich 13,88 Euro.
Ich habe schon von solchen Vorgängen gehört und gelesen aber selber betroffen war ich noch nie. Fast 20% Unterschied beim gleichen Vorgang in zwei unterschiedlichen Browsern, das ist schon ein wenig seltsam...

Also bestelle ich im Billig-Browser und gebe nach meinen Daten die neue Kreditkartennummer mit Sicherheitscode ein. Tatsächlich funktioniert alles auf Anhieb und bei Fiyo meint man, dass man bereits ins Lager läuft und meine Bestellung bearbeitet.
Ob das alles wirklich gut geht, zeigt sich erst dann, wenn von meinem Konto nichts falsch abgebucht wird, die Lieferung tatsächlich ankommt, die Teile passen und ich endlich wieder meine Crema habe!
Ohne Schlauchboot-Geschmack...

4 Kommentare


(C) mArtin, im Juli 2020.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!