Montag, 05. Oktober 17:50
Irgendwann in den vergangenen Wochen, ich weiß nicht mehr genau, wann es war, da gab es einen Beitrag auf Ö1, in welchem Anna Mabo, eine Musikerin, die ich nicht kenne, ein Interview gegeben hat. Es war nicht besonders interessant, aber eine Äußerung dieser Künstlerin ist mir in deutlicher Erinnerung geblieben: »... weil: perfekte Kunst ist uninteressant!«

Wie bereits erwähnt, ich kenne nichts von ihr, kann also direkt zu ihrem OEuvre nichts sagen. Das möchte ich auch nicht. Meine Kritik an diesem Satz ist viel mehr ganz allgemeiner Art. Solche Aussagen sind mir bekannt. Ich habe das oft vor/nach Konzerten, in Proberäumen, vor Proberäumen, bei Musiker-Stammtischen, bei Gigs – oder halt in allen möglichen Situationen gehört, wo ich mit anderen Musikern zusammen war. Und jedes Mal, wirklich jedes Mal, wenn so eine (ähnliche) Aussage gemacht wurde, habe ich mir nur gedacht: »Jo, eh. Weil Du es sowieso nicht perfekt kannst, es NIE perfekt zusammenbringen wirst. Punkt.«.

Es ist schwierig, sehr schwierig, perfekte Kunst zu machen. Speziell (vor allem) auch in der Musik. Perfektion ist da im Normalfall nur durch sehr viel Arbeit zu erreichen. Das Talent oder die Muse bringen da nicht besonders viel. Nur üben bringt was. Nämlich: Richtig viel üben! Dann kann man auch die Perfektion erreichen, oder ihr zumindest nahe kommen. Und das ist eben ziemlich hart. So hart, dass es einfach nur sehr Wenige zusammen bringen.

Wenn also Perfektion in der Kunst tatsächlich uninteressant wäre, dann würde sich doch niemand für das Köln Concert von Keith Jarrett interessieren, für The Dark Side of the Moon von Pink Floyd, für Love & Peace von Ray Charles, für The Nightfly von Donald Fagen, für Breakfast in America von Supertramp, für die Winterreise von Dietrich Fischer-Dieskau, und Tausende andere von Alben aus der Musikgeschichte. Das wären dann alles Werke, über die niemand reden, die niemand hören würde. Jo, eh, genau. So a BledsinnBledsinn


Könnte man fast mit »Blödsinn« übersetzen. Aber nur fast.

Während der hochdeutsche »Blödsinn« stets eine eindeutige Aussage bedeutet, kann der »Bledsinn« auch in einer netteren Form verwendet werden.

Mit entsprechendem Unterton verwendet ist ein zärtlich gehauchtes »Geh, Bledsinn heast...« fast schon eine kleine Liebeserklärung.
...!

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(C) mArtin, im Oktober 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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