Montag, 20. Juli 18:10
Soll man, wenn es eigentlich um nichts Wichtiges geht, also alleine der Wahrheit wegen, einen Traum zerstören? Es hängt natürlich von den Umständen ab aber tendenziell denke ich: nein.
Das nun Folgende kann ich hier ruhig schreiben, denn der Sprecher-Kollege, der mir seine Geschichte erzählt hat, meidet das Internet, wie der Teufel das Weihwasser. Er liest hier also ziemlich sicher nicht mit. Dieser liebe Kollege ist ein HiFi-Liebhaber. Der fährt schon einmal um die 1.200 Kilometer, um eine bestimmte Anlage anzuhören. Seine eigene liegt, nach einer groben Schätzung, im Bereich von etwa 10.000,- Euro. Und da hat er mir in einem Gespräch einmal erzählt, dass er es so sehr genießt, wenn er seinen Lieblingssender Ö1 am UKW-Radio auswählt, um dann andächtig zu lauschen. Er hat sogar einmal extra beim Ö1-Service angerufen, nur um zu erfahren, dass nicht geplant ist, den (analogen!) UKW-Sender einzustellen. Dies hat er mir im Lauf eines Gesprächs erzählt, in welchem ich wissen wollte, ob er denn in DAB+ (also digital) empfangen würde was er definitiv und kategorisch ablehnt. Er hört eben am liebsten analog.
Was mir damals im Kopf herum ging, ist dann allerdings folgendes: Ja, der Empfang von UKW-Radiowellen ist grundsätzlich schon analog. Damit hat sich und das ist, was ihm tunlichst nicht mitzuteilen ist dann auch schon alles. Die Sendeabwicklung im modernen Radiostudio (und Ö1 ist ja erst vor kurzer Zeit völlig auf in den Küniglberg gezogen) funktioniert rein digital. Es werden nicht einmal CDs gespielt, alles kommt vom Media-Server. Wenn ich im Studio einmal CDs spielen wollte durfte ich das nur in Ausnahmefällen, denn das steht dann ja nicht in der Playlist und wird daher auch nicht abgerechnet. Im Normalfall muss man Titel, die sich nicht in der Rotation befinden, zuerst ins System einspielen dann kann man sie verwenden.
Und die Verbindung zum Sender? Da gäbe es verschiedene Möglichkeiten. Allerdings ist die Wahrscheinlichkeit, dass diese Verbindung ebenfalls digital bewerkstelligt wird, liegt bei etwa 100 Prozent. Bei uns war es eine doppelte ISDN-Standleitung der Post mit 256 kbit. Das wird heute vermutlich nicht mehr der Fall sein, ich tippe da eher auf Glasfaser. Aber, wie gesagt, auch das ist digital. Das gute alte Radio empfängt dann also noch über analoge Radiowellen ein ursprünglich rein digitales Signal. Wenn also jemand meint, dass ein UKW-Radio einfach besser klingt wie ein Empfänger mit DAB+, der redet sich halt auch ein bissi was schön...
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(C) mArtin, im
Juli 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.
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