Freitag, 06. März 18:10
Ich schaffe es so im Durchschnitt vielleicht ein Mal pro Woche auf Fäsbuck. Und das nur etwa für maximal zehn Minuten. Der Algorithmus der sozialen Plattform schafft es offenbar nicht wirklich, mich zu begeistern. Heute war wieder so ein Tag, und der Grad meiner Verblüffung wieder einmal bei knapp 100. Da gab es das Foto einer Flasche Jägermeister und dazu die Worte (aus dem Gedächtnis zitiert): »Wegen Kreuz im Logo. Moslem verweigert den Genuss von Jägermeister!« Wie gesagt, ...oder so ähnlich.

Ein recht passabler SchmähSchmäh


Ojegerl. Das ist wieder einmal schwer zu erklären.

Ein Schmäh ist einerseits eine Lüge - andererseits vielleicht auch ein kleiner Spass. Wenn man einen »guten Schmäh« macht, dann ist man der Held. Wenn man »keinen Schmäh« hat, dann ist man ein echter Verlierer.
, ich lächle ein wenig und begehe danach den Kardinalfehler, mir die zugehörigen Kommentare anzusehen. Rambo Zambo, OidaOida


Kumpel, aber auch Fremder. Freund, aber auch Ehemann.
Zusätzlich aber auch noch ein Ausdruck des freudigen Erstaunens oder der enormen Enttäuschung.

Hängt eben alles nur von der Betonung ab und ist wirklich unheimlich kompliziert.
heastheast


Sehr schwer zu beschreiben.
Prinzipiell kommt »heast« von »hörst Du?«. Verwendet wird es aber kaum in diesem Sinne. Seine Bedeutung liegt viel eher in einem entsetzten Ausruf des Missfallens - dargebracht mit einem langgezogenen und unterschwelligen Ton der Enttäuschung. Der Satz »...na geh heast!« zeigt dabei die so ziemlich stärkste mögliche Form des Unbehagens.
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Ein rassistischer Kommentar nach dem nächsten. Da sind die schriftlichen Ergüsse von den wütendsten Wutbürgern ever zu lesen – mehr oder weniger alle mit den Aussagen: »Die sollen sich verpissen, wenn es ihnen in unserem schönen Deutschland da nicht gefällt!!1!« oder »Die trinken ja selber nur Kamelpisse!!1!« oder auch »Ein Moslem darf ja sowieso keinen Alkohol trinken!!1!« – und einiges mehr in dieser Diktion. (Die den Beiträgen eigentlich zugehörige Rechtschreibung habe ich jetzt im Sinne der Lesbarkeit nicht nachgemacht.)

Rassisten im Netz stören mich jetzt nicht so besonders. Sie und die Aluhut-Träger sind da ja mehr oder weniger zu Hause. Was mich stört, ist die Tatsache, dass 90 % der Leser offenbar nicht fähig sind, Satire zu erkennen, wenn sie ihnen mit einem Stecken ins Aug' sticht. Was bitte läuft da falsch? Das zählt ja nicht einmal zum Gebiet der Digitalen Kompetenz, das ist bei solchen Veranlagungen dann auch im analogen Leben so. Sie können offensichtlich nicht erkennen, wann jemand etwas, wie und in welcher Form meint. SapperlotSapperlot


Ausdruck des Erstaunens - bis hin zum blanken Entsetzen. Ein etwas lauter gerufenes »Sapperlot« kann durchaus bedeuten: »Um Gottes Willen - dies ist ja so gewaltig, dass ich es eigentlich gar nicht fassen kann!!« - ganz speziell dann, wenn als Vorwort noch ein »no« dazukommt.
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Was noch dazu kommt und dann erst so richtig bedenklich ist: Die sind alle wahlberechtigt...

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(C) mArtin, im April 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!