Donnerstag, 26. Juni 18:30
Und wieder ein Bonmot aus dem Mittagsjournal: Die Mineralwasser-Nobelmarke Perrier hat ein ziemlich großes Problem. Das Wässerchen wird als »natürliches Mineralwasser« verkauft – was schon seit langer Zeit einfach nicht mehr wahr ist. Damit man das französische Produkt nämlich überhaupt auf den Markt bringen darf, muss man das Wasser ordentlich filtern, weil es sonst keine Trinkwasser-Qualität hat. Wie geil ist das denn?! Die politische Dimension des Falles ist delikat. Angeblich wusste man laut eines Untersuchungsberichts im Elysée-Palast seit Jahren Bescheid. Dort hält man einfach zu Nestlé und hat eben einfach – dicht gehalten.

Noch feiner ist allerdings der wissenschaftliche Hintergrund. Das Wasser der Nobelmarke ist mit Bakterien und Viren verunreinigt, zuletzt wurden auch Fäkalkeime – also einfach ausgedruckt: Scheiße – gefunden. Deshalb muss das Wasser gefiltert werden, einfach, damit es keine Erkrankungen gibt. Irgendwann mussten sogar drei Millionen Flaschen entsorgt werden, da ihr Inhalt gesundheitsgefährdend war.

Wie kommt so was? Das ist relativ einfach. Wir machen mit unserer Art der intensiven Landwirtschaft so ziemlich alles, was man falsch machen kann, auch wirklich nachhaltig falsch. Praktisch jeder, der damit zu tun hat, weiß das. Die Leute, die das wissen, sind aber leider nur Wissenschaftler. Und wir wissen (das ist in Frankreich ähnlich, wie in Österreich), bestimmen tut die Politik. Oder besser: vor der Politik noch die Lobbyisten. Und die konventionelle Landwirtschaft hat eben die stärkste aller Lobbys überhaupt: die ganze ÖVP. Das ist in Frankreich auch nicht anders, wie bei uns.

Gäbe es einen Ausweg? Ja, das sagen auch alle, die damit zu tun haben. Weniger Fleisch essen und die Landwirtschaft auf biodynamische Produktion umstellen. Und da kommt übrigens die gute Nachricht für uns in Österreich: In Bezug auf biologische Landwirtschaft sind wir in Österreich europaweit auf Platz eins – und sogar auch weltweit ganz weit vorne. Und gesünder ist es obendrein...!

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(C) mArtin, im April 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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