Montag, 28. April 18:50
Ramba-Zamba-SapperlotSapperlot


Ausdruck des Erstaunens - bis hin zum blanken Entsetzen. Ein etwas lauter gerufenes »Sapperlot« kann durchaus bedeuten: »Um Gottes Willen - dies ist ja so gewaltig, dass ich es eigentlich gar nicht fassen kann!!« - ganz speziell dann, wenn als Vorwort noch ein »no« dazukommt.
! Die Wien-Wahl ist, wie bereits geschrieben, vorbei – und ich weiß jetzt auf jeden Fall, was passiert, wenn man sich »verwählt« hat.

Folgendes: Ich gehe also fünf Minuten vor Sieben zu meinem Wahllokal und bin daher kurz nach der Öffnung vor Ort. Ich gebe den Zettel plus Führerschein ab, mein Name wird aufgerufen, ich bekomme das Kuvert mit den zwei Wahlzetteln, ich gehe in die (echte) Wahlkabine. Allerdings: In Wahrheit habe ich noch keinen Kaffee getrunken und bin – nachträglich betrachtet – tatsächlich noch ein wenig tramhapperttramhappert


Das deutsche Wort dafür gibt es noch nicht so wirklich. »Verträumt« ist schon recht nahe, aber eben nicht wirklich. Wenn man tramhappert ist, träumt man sicher nicht.
. Ich stehe also in der Kabine und mache meine zwei Kreuze. Zu meinem Glück bin ich trotz relativer, müder Verwirrtheit, immer noch ich selber und kontrolliere daher, ob ich denn alles gut gemacht habe. An dieser Stelle der große Schreck-Moment: Na da habe ich doch mein Kreuz an der falschen Stelle gemacht!
Ich überlege noch einmal, was zu tun wäre, daraufhin gehe ich aus der Kabine und verlautbare (mit leicht weinerlicher Stimme): »Ich habe mich leider verwählt, darf ich bitte einen neuen Zettel haben...?!«
Es folgt eine kurze Diskussion, ich habe kurz nach Sieben die Wahlkommission vor das erste Problem des Tages gestellt.

Das Prozedere ist in so einem Fall, wie folgt: Man muss den Zettel vor den Augen der Kommission zerreißen, aber behalten – damit das Wahlgeheimnis gewahrt bleibt. Man bekommt einen neuen Zettel, aber das wird mit Name, Zeit und Datum im Wahl-Journal vermerkt. Ich habe jetzt also bei den Wahlen so etwas wie einen Klassenbuch-Eintrag.

Aber mal ehrlich: FPÖ und KPÖ darf man einfach nicht so direkt untereinander schreiben. Mit fast 60 und so zeitlich in der Früh ist es da echt nicht so einfach...!

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(C) mArtin, im April 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!