Montag, 20. Jänner 17:40
So lasset uns reden – eher: schreiben – über: Die Wahl im Burgenland. Sie ist geschlagen und hat ein wirklich respektables Ergebnis für die Sozialdemokratie gebracht. Die absolute Mehrheit ist zwar weg, aber immerhin etwas mehr als 46 % hat der regierende Landeshauptmann Doskozil mit seiner Burgenland-SP erringen können. Ein Wert, über den andere Bundesländer mit roter Beteiligung nur träumen können – wenn man vom »roten Wien« einmal absieht. Ein Wert, den sich Andi Babler vermutlich nicht einmal in seinen kühnsten Träumen für eine Bundeswahl erhoffen kann. Wie kommt das?

Wenn man sich Doskozil ansieht, dann ist wohl einigermaßen klar, dass es keine Persönlichkeitswahl war. Doskozil ist vielleicht Vieles aber garantiert kein Sympathieträger. Mit dem möchte man eher nicht auf ein Feierabendbier gehen oder am Stammtisch plaudern. Er ist auch keine Lichtgestalt oder gar ein Charismatiker vor dem Herrn. Er macht eben nur Landespolitik. Und bei allen Skandalen und Skandälchen, die in dem kleinen Land in den letzten Jahren geschehen sind (Commerzialbank Mattersburg oder Sektflaschen) scheint es doch eine rote Linie zu geben: Seine Politik scheint vorrangig den Menschen in dem finanziell schwächsten Bundesland zu gelten. Die Leute meinen schlicht und einfach, es gehe ihnen gut.

Was ist das für eine Erkenntnis: Menschen wählen einen Politiker, weil er das macht, was gut für sie ist?! SapperlotSapperlot


Ausdruck des Erstaunens - bis hin zum blanken Entsetzen. Ein etwas lauter gerufenes »Sapperlot« kann durchaus bedeuten: »Um Gottes Willen - dies ist ja so gewaltig, dass ich es eigentlich gar nicht fassen kann!!« - ganz speziell dann, wenn als Vorwort noch ein »no« dazukommt.
aber auch!

Vielleicht wäre es gut für andere Teile der Roten, sich diese Strategie einmal ein wenig näher anzusehen. Man wird nicht gewählt, weil man die schillerndste aller Persönlichkeiten oder der hübscheste aller Kandidaten ist, sondern weil man gute Arbeit macht. Ein völlig neuer Ansatz in der Politik. Wobei, so neu ist dieser Ansatz wohl doch nicht, halt nur schon ziemlich verstaubt, sodass man sich in der Sozialdemokratie daran nicht mehr so richtig erinnert...

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(C) mArtin, im April 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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