Mittwoch, 15. Jänner 18:20
Ich mag die Katholiken nicht wirklich. Damit stehe ich sicherlich nicht ganz alleine da. Und das ist bei mir so etwa seit der Zeit der Affäre Groër so. Bei mir äußert sich das nicht weiter – außer, dass ich, wenn es sich abzeichnet, dass mein Gegenüber mit kruden katholischen Verschwörungstheorien auf mich einredet, auf die sanfte Art die Reißleine ziehe. Als Beispiel: Wenn mir jemand mitteilen will, das etwas nicht funktioniert, weil jemand anderer »zu wenig Vertrauen in Jesus« leben würde, dann sage ich vermutlich so etwas wie »aha, ja?« und wende mich nach Möglichkeit dezent ab.
Dabei glaube ich selber sehr wohl in der einen oder anderen Form. Aber das wie und was geht dabei niemanden etwas an, ich würde dies nie mit einem anderen Menschen besprechen. Es sei denn, wir sprechen miteinander über das Thema Glaube. Grundsätzlich aber halte ich den Glauben für absolute Privatsache. Ich habe damit niemanden zu belästigen – und niemand hat damit mich zu belästigen. Punkt.

Also: Ich mag die Katholiken nicht wirklich. Und sie haben da auch durchaus eine (halbwegs) gute Seite: Sie nehmen es mir nicht übel, wenn ich sie nicht wirklich mag. Leider ist das mit anderen Religionen nicht so einfach. Wenn man Muslime oder Juden nicht mag, dann hat man ein Problem. Man ist dann nämlich sofort Rassist – und wenn man Juden nicht mag, zusätzlich auch noch Antisemit. Und da könnte man sich sogar relativ einfach strafbar machen. Damit allerdings habe ich wiederum ein Problem. Ich würde mich gegenüber diesen beiden Religionen ganz gerne genauso abwehrend verhalten, wie gegenüber den Katholiken. Ich halte sie weder für weniger unangenehm noch für geeigneter, sich in meine privaten Angelegenheiten zu mischen.

Es müssten endlich wieder mehr religiöse Gefühle verletzt werden. In Zeiten nach einer – angeblichen – Aufklärung ist es dringend notwendig, dass sich die Religionsgemeinschaften endlich wieder auf jene Bereiche zurückziehen, die ihnen in einer säkularen Gesellschaft zugewiesen werden. Wenn ich etwas von einem Gott hören will, gehe ich in eine Kirche, eine Moschee, eine Synagoge. Überall anders hat Religion nichts verloren. Ich möchte in meinem Leben nicht in allen Ecken und an allen Enden von religiösen Eiferern belästigt werden. Und das hat nichts mit Rassismus zu tun...

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(C) mArtin, im April 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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