Dienstag, 04. Juni 17:50
In einer demokratischen Gesellschaft – und die USA dürfen trotz einem antiquiertem Wahlrecht und Turbo-Kapitalismus immer noch als solche bezeichnet werden – spricht nicht die amthabende und/oder politische Macht Urteile aus, sondern die Justiz. Und das ist gut so. Dennoch habe ich so meine Bedenken, dass beim zuletzt gefällten Urteil gegen Donald Trump auch etwas Gutes dabei herauskommen wird. Ja, er ist daran Schuld, einem Pornostar Schweigegeld gezahlt zu haben. Das ist in Amerika allerdings nicht verboten. Dass er dieses Geld als irgendwelche Ausgaben verbucht hat, das ist verboten. Und so hat man mit Onkel Donald nun also den ersten amerikanischen Präsidenten, der von der unabhängigen Justiz verurteilt wurde.

Dass dieses Urteil kein Fehlurteil ist, davon darf man bei diesem Mann schon ausgehen. Herr You-can-grab-her-by-the-pussy hat oft genug bewiesen, dass ihm solche Dinge wie Wahrheit oder auch Moral doch eher fremd sind. Da ist höchstwahrscheinlich eine Zahlung von Schweigegeld an einen Pornostar doch eher eine (sehr) kleinere Sache.

Und warum sollten wir nun nicht froh darüber sein, dass Trump dieser Tage verurteilt wurde?
Ganz einfach: Er kann diese Verurteilung für sich selbst nutzen. Nur er kann, wie fast niemand sonst, selbst solche Vorfälle, wo andere Menschen verzweifeln würden, dafür nutzen, noch mehr Erfolg zu haben. Das liegt einerseits an seiner Person, wie auch an seinen Anhängern. Die sagen entweder »ist mir egal, was er getan hat, das machen eh alle!« oder »die anderen (Bösen) wollen Trump nicht als Präsidenten, dabei ist er unschuldig!« – was auch immer, gewählt wird er von diesen Menschen.

Das meine Vermutung nicht so falsch ist, stellt sich heute heraus. In den 24 Stunden nach seiner Verurteilung kam es zu einem neuen Spendenrekord für Trumps Wahlkampf: innerhalb dieser Zeit trudelten über 50 Millionen Dollar in seiner Wahlkampfkasse ein! Man kann über Trump sagen, was man will, aber leider ist er irgendwie doch (in seiner Art) genial...!

0 Kommentare


(C) mArtin, im Juni 2024.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!