Donnerstag, 12. Jänner 18:20
Wahrscheinlich kennt jeder zumindest einen Menschen vom Typ: unangenehmer Zeitgenosse. Gendern ist hier nicht unbedingt notwendig, zumeist sind diese Typen tatsächlich männlich.
Auch ich kenne genau einen solchen Typen, der doch irgendwie recht unangenehm ist. Er erzählt ungefragt (mit Vorliebe schweinische) Witze, deren Pointe er zudem auch wirklich jedes Mal komplett versemmelt. Er mag es, Frauen mit unflätigen Worten zu verstören, nur um gleich danach zu erklären, warum er das genau jetzt tun musste.

Ich habe während der heutigen Tour heftig an diesen Typen denken müssen und dabei ist mir folgendes ein- und aufgefallen: In dem Freundeskreis, wo dieser Typ verkehrt, kenne ich auch einige Leute. Alle, wirklich alle sind sich über diesen Typen einig: er ist oft unangenehm und manchmal nur schwer auszuhalten. Dabei ist sein Wesen an sich gar nicht so übel. Wenn man sich mit ihm länger unterhält, kann er tatsächlich normal sein – und man kann sich mit ihm ganz gut unterhalten. Aber kaum sind mehr als drei Leute in der Runde, wird er ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
zum Ekel.

Mein Gedanke war: Ich bin mir ziemlich sicher, dass ihm das noch niemand mitgeteilt hat. Es ist ein wenig so ähnlich, wie wenn jemand stinkt – da sagt ja auch niemand was. Aber hätte ihm das – zum Beispiel ein guter Freund – einmal jemand mitgeteilt, vielleicht wäre er jetzt ein ganz anderer Mensch? Ist es vielleicht sogar ein wenig unmoralisch, wenn man einem Menschen so etwas nicht mitteilt?
Sicher, es ist nicht einfach, eine adäquate Form zu finden für: »Du nervst unglaublich!« aber vielleicht wäre die Welt durch ein wenig Wahrheit an der richtigen Stelle eine bessere...

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(C) mArtin, im Februar 2023.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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