Dienstag, 05. Jänner 18:30
Seit Beginn des vorigen Jahres sind die neun Gebietskrankenkassen in Österreich zur Österreichischen Gesundheitskasse zusammengelegt. Jetzt könnte man fast denken, dass damit das Service besser, einfacher und schneller würde, oder?
Da ich annehmen darf, dass alle, die hier mitlesen, erfahrene Österreicher sind – oder sich zumindest mit dem österreichischen Amtsschimmel, der trotz diverser Privatisierungsaktionen in diesem Land immer noch sehr laut wiehert, einigermaßen auskennen, ist wahrscheinlich jedem klar, dass dem nicht so ist. Nicht so sein kann.

Warum, zum Teufel, sollte der Service so einer Sache in Österreich auch besser werden? Weil es jetzt Gesundheitskasse heißt und nicht mehr Krankenkasse? Weil es keine Beamten und Antragsteller mehr gibt, sondern Sachbearbeiter und Kunden? Unsinn. Die Krankenkasse bleibt, was sie immer war: stur, behäbig, langsam und absolut beratungsresistent.

Heute war ich exakt 53 Minuten in der Tonband-Warteschleife der Gesundheitskasse. Meine Sorge: Wenn man den Text »Sie sind als nächster Kunde an der Reihe« über 100 Mal gehört hat, kann man einfach nicht mehr freundlich sein, da zuckt man unwillkürlich aus. Man will aber etwas von der Person am anderen Ende, daher sollte man unbedingt freundlich sein!
Meine Sorge war allerdings unbegründet – ich kam gar nicht bis zu einem/einer SachbearbeiterIn.
Der Hintergrund: Mein Chef hat sein Unternehmen von Wien nach Niederösterreich verlegt. Daher hat mir die Gesundheitskasse in Wien den Vertrag gekündigt.
Ach ja, ist ja klar – wird man sich denken. Anderes Bundesland, andere Versicherung!

Nein, falsch. Gleiche Versicherung, gleiche Telefonnummer, gleiche Homepage, gleiche Kasse: nämlich die Österreichische Gesundheitskasse.
Na dann, Guten Tag! Ich bin schon ziemlich neugierig, was mich da noch alles erwartet...


2 Kommentare


(C) mArtin, im Jaenner 2021.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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