Freitag, 05. Juni 19:40
Heute möchte ich eine – wenn auch nur recht kleine – Lanze für Trump brechen.

Hier in Österreich geht es uns mit dem Corona-Virus und der damit einhergehenden Krise vergleichsweise gut. Die Anzahl der positiv getesteten Personen ist mit etwa 450 in ganz Österreich so gering, dass kein wirklich nennenswertes Risiko besteht, sich mit dem Virus zu infizieren. Dennoch sollte man weiterhin achtsam sein und den Anweisungen der Viro- und Epidemiologen folge leisten, damit es auch so bleibt.

Doch wie ist die Lage in den USA? Alleine, wenn man die Zahl von den über 108.000 an Corona verstorbenen Patienten hört, ist man eigentlich schockiert.
Aber: Zum Ersten gibt es in den USA 328 Millionen Einwohner, von da her relativiert sich diese Zahl schon einmal.

Und dann ist da noch etwas: Die USA verfügen nicht über solch ein Gesundheits- und Sozialsystem, wie es in unseren Breiten üblich ist. Verkürzt heißt das: Wer in Amerika krank ist, der sollte sich das leisten können.
Eine Krankenversicherung ist nicht automatisch mit jedem x-beliebigen Job verbunden. Um solch eine Versicherung zu erhalten, muss man schon einen relativ guten Job haben. Einen, den nur etwa 180 Millionen Menschen haben. Alle anderen sind staatlich versichert, was weit geringere gesundheitliche Leistungen bedeutet, rund 30 Millionen Menschen sind gar nicht versichert.

Könnte nicht vielleicht das der Grund dafür sein, dass Donald Trump den Virus – ich möchte es vorsichtig formulieren – kleinredet und andauernd fordert, die Wirtschaft möge nun schnellstens endlich wieder in die Gänge kommen?!
Irgendwo wird nämlich, vor allem dort, wo keine sozialen Auffangnetze existieren, einmal jener Punkt erreicht werden, wo aus sozialen Gründen mehr Menschen sterben, denn an den direkten Auswirkungen des Virus. Und diese Gefahr besteht in den USA tatsächlich. Schon jetzt gibt es eine Arbeitslosenquote von 13,3% – laut einigen Prognosen könnten es allerdings noch 20% werden.

20% der Amerikaner, das ist keine Kleinigkeit. Und, wie bereits erwähnt, »arbeitslos sein«, das ist in den USA etwas ganz anderes als bei uns. Arbeitslos ist dort oftmals gleichbedeutend mit einkommenslos, obdachlos, mit einem Wort: hilflos.

Wir mögen Donald Trump hier in Europa nicht so sehr, um es einmal milde auszudrücken. Aber es ist eine rechnerische Tatsache, dass, wenn die USA nicht bald in die Gänge kommen, die 108.000 Toten durch den Virus das weit kleinere Problem sein könnten. Wobei er natürlich selbst da auch noch seinen Teil dazu beigetragen hat, und das schon lange vor Covid-19: durch die Abschaffung von Obamacare. Ein Fakt, über den er noch schwer stolpern wird...

3 Kommentare


(C) mArtin, im Juli 2020.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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