Mittwoch, 20. Mai 19:50
Derzeit habe ich ein ziemlich interessantes Buch über einen relativ unbekannten und ebenso relativ hochrangigen (immerhin SS-Obersturmbannführer) österreichischen Nazi aufzulesen. Dieser hat es allerdings durch seine Aussagen und perfiden Lügengespinste immerhin geschafft, den Nürnberger Prozess mehr oder weniger ohne sich stattfinden zu lassen und sich zudem eine relativ weiße Weste mit immer genügend Geld in der Tasche zu verschaffen. Lange nach dem Krieg war der dann in Bad Aussee – wo im übrigen wirklich viele Nazis nach dem Krieg gestrandet sein sollen – Schuldirektor einer Privatschule. Und als solcher, wen wundert's, war er nicht wirklich viel weniger Nazi, als zuvor.

Der Zufall wollte es so, dass in dieser Schule auch André Heller eingeschult wurde. Die Zeit dort war für ihn nicht wirklich schön – und er hat darüber ein Lied geschrieben, aus welchem ein paar Strophen in dem Buch zu lesen sind.
Daneben klebt ein kleines Post-It, auf dem mit Bleistift geschrieben steht: »Bitte auch gerne gesanglich ausführen....«

So was lasse ich mir nicht zwei Mal sagen. Ich mochte den Heller immer schon sehr gerne und auch seine Lieder.
Bei diesem aber muss ich zugeben, dass es für mich enorm schwierig war. Seine Art zu singen sollte man nicht unbedingt nachmachen wollen, sondern lieber eine eigene Interpretation finden, die einem selbst auch liegt. Zudem hatte ich keine Noten für das Klavier und das Cello, also ist halt alles ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
freier, als ursprünglich gewollt/gedacht. Doch der ursprüngliche Sinn des Songs kommt, so meine ich, ganz gut heraus:

Das Angstlied (ein Auszug):




4 Kommentare


(C) mArtin, im Juni 2020.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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