Dienstag, 07. Jänner 17:50
Man kenn das ja. Die zweite Karriere eines (Spitzen-)Sportlers. Nachdem der Sport als Hauptberuf einem sehr eng definierten körperlichen Zustand unterworfen ist (ab 45 wird man höchstens noch Meister im Schachsport), beehrt uns der eine oder die andere SpitzensportlerIn nach der ersten Karriere mit einer zweiten. Ab und zu sind sie in der neu gefundenen Berufung auch wirklich gut – ab und zu eher mäßig bis schlecht. Man hat dann aber ein wenig Nachsicht mit diesen Menschen, immerhin haben sie uns Jahre davor so sehr mit ihren Leistungen verzaubert und sind zudem oft auch recht sympathisch. Da gibt es ein wenig einen Mitleidsbonus.

Zugegeben: Es ist auch sehr schwer. Spitzensport bedeutet oft auch die Aufgabe eines normalen Lebens. Alles, wirklich alles muss dem Sport untergeordnet sein. Da bleibt nicht viel Platz für den Plan B, der dann ab dem 30er oder 40er greifen soll.
Immer wieder freut es mich, wenn ich sehen kann, dass sich ein ehemaliger Spitzensportler mit seinem zweiten Leben gut arrangiert hat und etwas gefunden, dass ihn erfüllt und bereichert.

Eine Sache bietet allerdings immer wieder ein wenig Stoff fürs Fremdschämen: Wenn Spitzensportler in die Musik abwandern. Manager, die meinen, aus einem großen Namen noch etwas herausholen zu können, produzieren dann vermeintliche Hits, um eine Karriere zu starten, wo keine Karriere lauert. So viel zur ersten Erklärung.

Bernie Williams ist ein puertoricanischer Baseball-Spieler, der bei den New York Yankees einen Vertrag für 85 Millionen Dollar unterzeichnen durfte. Man kann ihn also – ohne mit der Wimper zu zucken – als echten Spitzensportler bezeichnen. So um 2007 herum hat er seine sportlerische Karriere beendet.

Seine zweite Karriere bestreitet der gute Bernie mit Musik. Aber nicht mit einem gebastelten Hit eines geldgeilen Produzenten sondern mit dem jazzigen Spiel der klassischen Gitarre.
Klassische Gitarre? Um da wirklich gut zu sein,... muss man schon sehr gut sein. Klingt seltsam, ist aber so.

Na und, wie spielt Bernie Williams nun Gitarre?
Am besten beurteilst Du das selber...


PS: Als ich den Titel auf CD gehört habe, hatte ich angenommen, dass es eine Einspielung mit Sequenzer-Gitarre (Computer-Schrott) sei – danach habe ich erst das Live-Video gefunden...!

2 Kommentare


(C) mArtin, im Jaenner 2020.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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