Donnerstag, 04. Juli 20:50
Geplant waren ganz andere Zahlen...

Unsere letzte Regierung hat ja extrem steigende Zahlen beim Radverkehr in ihren Umweltplan mit eingerechnet – und ist (nicht nur damit) eklatant gescheitert. Ist auch klar warum: Beim Radverkehr verhält es sich nicht anders wie beim Autoverkehr – nur eine reichhaltige Infrastruktur vermag wirklich mehr Verkehr zu lukrieren. Zu Deutsch: Mehr Radverkehr gibt es nur mit mehr Radwegen. Und diese möchte man unter keinen Umständen bauen, da der Autofahrer den Platz benötigt und bereits jetzt von – seiner Meinung nach – viel zu vielen Radfahrern genervt ist (...ich hab' ja nix gegen, aber...). Damit lässt man sich auf typisch wienerische Pseudo-Lösungen ein, die in diversen 80 cm schmalen Todesstreifen direkt zwischen parkenden Fahrzeugen und der Fahrbahn für KFZ münden. Und die werden – was Politiker wie Autofahrer wundert – von den Radfahrern praktisch nicht angenommen.

Im Rest der Welt hat man diese Zeichen bereits deuten können und weiß guten Rat: Mehr Radverkehr funktioniert ausschließlich auf Kosten des Platzes für den Autoverkehr. In Österreich wird man bis zu so einer fundamentalen Erkenntnis noch etwa 15 bis 20 Jahre warten müssen. Inzwischen behilft man sich mit diversen gesetzlichen Regularien, die zumindest am Papier so aussehen, als würden sie für den Radverkehr gemacht. Wie zum Beispiel, dass ein öffentlich zugängliches Einkaufszentrum auch über eine geeignete Anlage zum Abstellen von Rädern verfügen muss.

Na bitte.
Frage: Und warum bitte stellt dann eine Radfahrerin vor mir ihr Fahrrad einfach mitten am Gehsteig an einer Wand ab...?


Antwort: Weil sie bereits ein wenig älter ist und die Zufahrt zur Radabstellanlage – ich drücke es jetzt ganz vorsichtig aus – nicht wirklich zu 100 % durchdacht ist...

1 Kommentare


(C) mArtin, im Juli 2019.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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