Freitag, 03. Mai 19:00
Ein Skandal.
Der Vorsitzende der deutschen Jungsozialisten – Kevin Kühnert – hat etwas ziemlich ungeniert ausgesprochen, was man eigentlich nicht sagen darf: »Der Kapitalismus ist in zu viele Lebensbereiche vorgedrungen, das darf nicht sein. Es ist nicht OK, wenn jemand damit Geld macht, dass er anderen das Geld mit überteuerten Wohnungen aus den Taschen zieht. Man sollte durchaus überlegen, ob man solche Leute nicht enteignen darf...«. In etwa das waren seine Worte. So ähnlich hat er sich auch über große Unternehmen geäußert – als Beispiel meinte er, dass man BMW ja auch verstaatlichen oder als Kollektiv betreiben könnte.

Der Aufschrei ist sehr groß. Aber warum eigentlich? Eigentlich hat er doch nur Dinge gesagt, die man sich von einem echten Sozialdemokraten erwarten würde. Er hat die Dinge gesagt, für die man allgemeinhin Sozialdemokraten wählt. Er hat vielleicht sogar endlich jene Dinge gesagt, welche Leute wieder dazu bringen könnten, sozialdemokratisch zu wählen. Und dabei kommt ein guter Teil der Schelte für Kühnert von der eigenen Partei. Mit den Reichen möchte man es sich dort nämlich nicht verscherzen.

»Dem Markt stärkere Regeln geben« ist eine Forderung, die seit Jahrzehnten besteht und ebenso lange bereits missachtet wird. Das ist auch einer der Gründe dafür, dass sich die Wähler nach den anderen Parteien umsehen. Dann genügt es schon, wenn Rechtspopulisten auch nur behaupten, sie würden es reparieren. Wahrscheinlich wird ohnehin nichts in der Richtung geschehen, dazu sind die Politiker derzeit zu gut gebettet und die Lobbyisten zu stark. Wenn sich aber die Krise aus dem Jahr 2008 in irgend einer Form wiederholt – wonach es ein wenig aussieht – dann könnten Ideen solcher Art auf fruchtbaren Boden fallen...

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(C) mArtin, im Mai 2019.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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