Freitag, 12. April 20:00
Ein Startup...
...die Rettung unseres Wirtschaftssystems, so denkt sich das zumindest der Politiker (der ja oftmals nicht all zu weit denken kann). Ein – sehr oft digitales – Startup macht nämlich viel Geld. Und zwar in kürzester Zeit! Genau bis da her denkt der Politiker, und keinen Millimeter weiter.
Woher dieses Geld kommt, muss man in dem Fall ja nicht denken. Hauptsache, Geld. Dass aber dieses Geld nicht neu geschaffen wird, sondern lediglich von anderer Stelle abgezogen, diese Tatsache interessiert den Politiker nicht. Auch nicht, dass mit jedem neuen Startup einmal mehr noch schlechtere Arbeitsplätze geschaffen – und zusätzlich dafür auch noch bestehende Arbeitsplätze vernichtet werden. Hauptsache: Ein geiles Startup...!

Ein Beispiel gefällig? Bitte sehr!

Diese Tage wird über den Börsengang eines Startups gesprochen, das erst vor ziemlich kurzer Zeit gestartet hat (2014 in D und A) und zwar als ganz normale APP.
Heute soll UBER milliardenschwer sein, geht ab Mai an die Börse und wird zu einem Ausgabepreis von 50,- Euro pro Aktie gehandelt. Es werden etwa 10 Milliarden Euro an Verkaufsprämie erwartet...!

Das sind jene Zahlen, mit denen ein Politiker seine feuchten Träume hat. Da kann er tolle Reden schwingen und von Steuereinnahmen sprechen oder eben von neuen Arbeitsplätzen usw. usf. – Politsprech halt.
Die Wahrheit ist aber vielmehr, dass UBER ganz einfach nur dem Taxi- und Mietwagengewerbe in aller Welt die Einnahmen wegnimmt und damit jene Fahrer, die sich früher mit Ach und Krach über Wasser halten konnten, durch neue Fahrer ersetzt, die in so richtig prekärer Situation leben. Ohne Versicherung, ohne Instandhaltungskosten, ohne Fixum, ohne allem – und daher enorm billig für den Konsumenten, der einen UBER-Fahrer benützt.

Die Taxler in aller Welt versuchen nun, jene Gesetze, die auch für sie selber gelten, irgendwie auch auf die UBER-Leute anzuwenden, was aber nicht funktioniert. Gar nicht funktionieren kann, denn: UBER ist – wie viele digitalen Startups – binnen kürzester Zeit schon viel zu groß geworden. Kein Politiker traut sich, gegen ein Milliardenunternehmen etwas zu unternehmen – das kann man bei allen vergleichbaren Firmen sehen.
Nicht, dass ich etwas dagegen hätte, wenn die Taxler von den Straßen verschwinden würden. Diese aber durch – noch wesentlich minderwertiger ausgebildete – Privatfahrer zu ersetzen, ist nicht dazu geeignet, die Situation auf der Straße zu entschärfen.

Aber das ist das Wesen eines Startups. Es geht im Prinzip nur um die Idee, wie man eine Sache, die es bereits gibt, noch billiger anbieten könnte, sodass die Konsumenten zu einem wechseln. Das funktioniert allerdings nur so lange, so lange der Konsument auch das Geld hat, diese billigere Leistung zu kaufen. Irgendwann wird der Geiz-ist-geil-Konsument aber nichts mehr verdienen, weil sein Job von einem Startup billiger angeboten wird...

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(C) mArtin, im April 2019.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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