Mittwoch, 06. März 19:00
Der (mein) Hofer ist ja ab sofort eine Poststation. Grundsätzlich keine ganz schlechte Idee, die echten Postämter sind der Post schon lange zu teuer und werden daher reihenweise geschlossen. Außerdem: Die Kunden sollen ein wenig mehr selber arbeiten – dazu muss man aber wirklich nicht mehr in ein Postamt pilgern. Lange Schlangen und angefressene G'sichter sieht man – wenn man das will – auch an einer beliebigen Supermarktkassa. Und der ganz große Vorteil dieser Poststation 2.0: Man kann sein Paket dann abholen, wann man möchte und nicht wann die Post das will.

Würde man meinen...

Ein paar Wochen, nachdem die neue, automatische Poststation bei meinem Hofer eröffnet wurde, prangt direkt bei der Einfahrt ein neues Schild mit interessanter Aufschrift. So wirklich konnte ich mir das nicht erklären, immerhin arbeiten Computer bei anderen Arbeitgebern auch nach 18 Uhr – aber eine gewisse Ahnung hatte ich bereits.

Diese wurde vor wenigen Tagen bestätigt. Die neue Poststation wurde von zwei Herren der Post gewartet – das nahm ich zum Anlass, um kurz einmal nachzufragen, warum der Post-Computer seine Ruhezeiten benötigt. Die Antwort ist so erwartbar wie simpel: Braucht er eh nicht. Es geht um die Versicherung. Der Mann mit dem Schraubendreher in der Hand meint lakonisch lächelnd: »Naja, wenn sie in der Nacht ihr Paket holen und sie rutschen aus, dann sind wir dran!« Und als Nebensatz etwas leiser: »Aber funktionieren tut er eh auch in der Nacht...«

2 Kommentare


(C) mArtin, im Mai 2019.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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