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»Das zynische Tagebuch von mArtin«.

Eine chronologische Ansammlung von möglicherweise recht (un-)vernüftigen Ideen, Ansichten und Meinungen.

Ich bediene mich in den Texten dieses Blogs folgender Stilmittel: Satire, Zynismus, Sarkasmus, teilweise auch dumpfer Hohn, oder tatsächlich auch nur Spott.

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mArtin - (C) 1999, 2000, 2001, 2002, 2003, 2004, 2005, 2006, 2007, 2008, 2009, 2010, 2011, 2012, 2013, 2014, 2015, 2016, 2017, 2018, 2019, 2020, 2021, 2022




Freitag, 24. Juni 20:20
Es war heute ganz kurz Thema im Mittagsjournal: Die Webseite, die von staatlicher Seite, gemacht wurde, um den heimischen Anbietern von Produkten gegen Amazon zu helfen – das »Kaufhaus Österreich« – ist Geschichte und wird komplett vom Netz genommen. Damit wurden ziemlich genau 1.000.000,- Euro in den Sand gesetzt.

Ich habe mir die Seite damals, als sie neu präsentiert wurde, genauer angesehen und habe daher einen recht guten Überblick über alles, was da so programmiert wurde. Es war nicht so wirklich aufregend. Ich habe in meiner Zeit, die ich als Programmierer tätig war/bin sicher einige größere Projekte geschrieben, die vom Aufwand her vergleichbar sind. Und, richtig geraten, ich habe nirgendwo diese eine Million Euro versteckt.

Mit dieser Seite verhält es sich ganz exakt so, wie seinerzeit mit der KHG-Seite. Niemand kennt sich in Fragen des Programmierens wirklich aus, bis auf die Programmierer selber. Daher kann man auch jeden beliebigen Preis für die eigene Leistung verlangen, wenn man die erbrachte Leistung ordentlich poliert. Ein Büro mit ein paar hippen, jungen Leuten genügt da schon und zack, zack, zack – eine Webseite kostet eine Million. Oder mehr.


Donnerstag, 23. Juni 20:30
Ja, ich kann mich noch daran erinnern. Aber es ist definitiv eine Erinnerung aus dem vorigen Jahrtausend. Oder gibt es hier vielleicht jemanden, der behaupten möchte, es gäbe heute auch noch so etwas wie hier beschrieben?
Nein, mehr als einen Zustellversuch (wenn überhaupt) gibt es definitiv nicht. In den 90ern waren es nach meiner Erinnerung sogar bis zu drei Mal, wo versucht wurde, ein Paket zuzustellen.

Ist aber in Wahrheit heute auch nicht mehr möglich. Wenn man bedenkt, was ein Zusteller verdient, dann ist klar, dass der keine Zeit dafür hat, mehrere Zustellversuche zu unternehmen. Er würde seine Tour nicht zu Ende fahren können und auch Dauer dafür seinen Job verlieren. Klar, irgendwo müssen Abstriche gemacht werden. Und am leichtesten ist das bei den Personalkosten...


Mittwoch, 22. Juni 18:00
Heute beim Einkaufen entdeckt: Dieses Ding, bei dem ich, ohne die Beschreibung zu lesen, sofort eine sehr klare Assoziation habe. Woran, denkst Du, habe ich gedacht?
Und was es wirklich ist oder sein soll, erfahren wir etwas später...


Dienstag, 21. Juni 18:20
Es ist – so war es in den Nachrichten zu vernehmen – den ganzen Sommer über mit Ausfällen von Flügen in gehäufter Form zu rechnen. Der Grund: Es fehlt an Personal. So die kurze Version.

Die etwas längere Version: Durch die Covid-Krise wollten die Flugunternehmen Geld sparen und haben, so weit es ihnen möglich war, das (etwas weniger qualifizierte) Personal entlassen. Damit spart man natürlich Kosten. Denken die Manager. Die Covid-Krise ist nun zwar nicht vorbei aber trotzdem sind Flüge zum größten Teil wieder gestattet. Inzwischen hat sich aber ein großer Teil dieses Personals umorientiert. Das heißt, viele haben sich durch Kurse höher qualifiziert und Jobs in gänzlich anderen Branchen gesucht. Denn zu der Tatsache, dass diese Jobs bei der Abfertigung und im Sicherheitsbereich eines Flughafens zumeist recht unangenehme Arbeitszeiten haben und viel Flexibilität erfordern, gesellt sich noch eine andere Tatsache: Diese Jobs gehören zu den am schlechtesten bezahlten Jobs überhaupt. Und jetzt wundern sich die Manager der Flug-Unternehmen, dass diese Arbeitskräfte nicht mehr da sind?

Es ist eben, und das müssen die großen Manager der großen Unternehmen halt noch in geeigneten Fortbildungsmaßnahmen lernen, der Arbeitsmarkt auch nur ein  M a r k t . Und dieser funktioniert ebenfalls nach den altbekannten Variablen Angebot und Nachfrage. Und wenn das eigene Angebot (der schlecht bezahlte Job mit miesen Arbeitszeiten am Flughafen) ein wenig stinkt, dann nimmt der Kunde (der entlassene Mitarbeiter) gern auch einmal die andere Ware (den besser bezahlten Job mit angenehmeren Arbeitszeiten). So schaut's aus...


Montag, 20. Juni 17:40
Heute, im Mittagsjournal war es zu hören: BMW wird in sein Motoren-Werk in Steyr rund eine Milliarde Euro investieren und es damit zum größten Zentrum für die Entwicklung, die Konstruktion und und den Bau von E-Motoren machen. SapperlotSapperlot


Ausdruck des Erstaunens - bis hin zum blanken Entsetzen. Ein etwas lauter gerufenes »Sapperlot« kann durchaus bedeuten: »Um Gottes Willen - dies ist ja so gewaltig, dass ich es eigentlich gar nicht fassen kann!!« - ganz speziell dann, wenn als Vorwort noch ein »no« dazukommt.
.

Meine erste Frage wäre dann: Ist das nicht ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
spät? Wenn die dann 2025/26 mit der Konstruktion beginnen, haben andere Unternehmen bereits zwei Dekaden Erfahrung mit E-Mobilität hinter sich.
Meine zweite Frage: Und was sagt die Politik dazu? (Natürlich ist diese Frage rein rhetorisch – denn die [österreichische] Politik freut sich darüber einen riesigen HaxenHaxen


Eigentlich benötigt es hier keine spezielle Übersetzung... - ...sollte man zumindest meinen!

In Wahrheit findet der/die Haxen (oder noch besser: Hax'n) im wienerischen vielleicht weniger oft die Anwendung als Bezeichnung für ein Geh-Organ, denn vielmehr als Ausspruch für eine äußerst überraschende, fast schon unglaubliche Situation - was sich dann in der Wortkombination »Sakra-Haxn!« niederschlägt.
Dieser Ausspruch kann in seiner Wirkung noch durch ein angehängtes »aber auch« (=»oba a«) verstärkt werden.
aus.)

Was soll die Politik dazu schon sagen? Da wir immer noch in dem System des ewigen Wachstums auf Kosten anderer gefangen sind – und andere Systeme für uns de facto nicht existent sein können – ist das eine gute Sache. Und E-Mobilität ist ja grundsätzlich schon einmal ein echter Hingucker, da läuft vor allem den grün angehauchten PolitikerInnen (was ja heute schon fast alle sind) das Wasser im Munde zusammen. Dass sich das trotzdem nie ausgehen wird, mit der individuellen Mobilität, wie wir sie derzeit praktizieren, das interessiert da natürlich niemanden. Und zwar vollkommen egal, ob das private Vehikel mit Benzin, Diesel oder Strom fährt. Dieser Rechnung stimmen alle Wissenschafter weitestgehend zu – und die Politik ignoriert diese auch weitestgehend.
Klar, es ist nicht gut für die Wahl, wenn man den Menschen im Volk die Wahrheit sagt. Nämlich, dass sie in Zukunft einfach nicht in dieser Art mobil sein werden können, wie sie es derzeit sind. Das will niemand hören. Dazu ist außerdem auch die Auto-Lobby zu groß, zu mächtig und zu einflussreich.

Aber egal. Sollen sie sich freuen, die heimischen Politiker. Die Rechnung zahlen sowieso andere...


Sonntag, 19. Juni 17:40

Samstag, 18. Juni 23:55
Kleine, etwas schnellere, Runde.

Freitag, 17. Juni 23:55

Donnerstag, 16. Juni 17:20
Feiertag. Keine Ahnung, welcher. Aber mit Umzug auf der Straße...


Mittwoch, 15. Juni 18:00
Der Titel des Buches, das ich heute fertiggestellt habe, lautet: »Alles Dunkel dieser Welt« und ist die Autobiographie von Mark Lanegan, einem Sänger aus Seattle – der Grunge-Hauptstadt der Welt – der voriges Jahr in meinem Alter gestorben ist. Das Buch war wirklich sehr gut, obgleich das Hauptthema nicht, wie man vermuten würde, Musik ist, sondern vielmehr: Drogen. Harte Drogen.

Der Handlungszeitraum umspannt im Wesentlichen die 80er und 90er Jahre, als Grunge mit Bands wie Nirvana, Alice in Chains, Pearl Jam, Soundgarden... die Welt eroberte. Mark Lanegan gehörte nicht zur ersten Reihe der Eroberer, dazu war er zu sehr auf Heroin. Für mich war das Buch ein sehr aufschlussreicher Ausflug in eine Musikrichtung, von der ich praktisch gar nichts weiß.

Hier und jetzt das Buch, das eher wie ein Roman geschrieben ist, zu umreißen, ist nur schwer möglich, es zeigt sehr eindrucksvoll das Leben eines Menschen, der mit seiner Droge durch alle Höhen und Tiefen geht, bis hin zu Kriminalität und Obdachlosigkeit. Soweit ich weiß, hat Mark Lanegan es geschafft und nach dieser schlimmen Zeit in den 90ern seine Musikkarriere wirklich starten können. Bis zu seinem Tod dürfte er dann ein doch recht erfülltes und erfüllendes Leben geführt haben.

Um mich ein wenig in diese Szene einzuleben und dem Buch damit eine gewisse Spannung zu verleihen, habe ich mich vor und während der Aufsprache des Textes ein wenig mit den Protagonisten dieser Musikrichtung und dieser Zeit befasst. Unter anderem bin ich da auch auf Jerry Cantrell gestoßen (er kommt ebenfalls in dem Buch vor). Er ist der Gründer von Alice in Chains und wird in dem Video, welches ich gesehen habe, in seinem Heim interviewt.

Es ist ja so, dass die meisten Rockstars, die man im Fernsehen sieht, dann, wenn sie etwas älter geworden sind (Jerry ist ein Jahr jünger wie ich), schon ziemlich gediegen wohnen und leben. Da merkt man kaum noch was von Sex, Drugs und R&R, sondern das sieht viel öfters nach sehr großzügiges Anwesen im Landhausstil aus. So auch bei Jerry.

Und noch etwas gibt es bei Jerry: Er hat eine Plattensammlung. Eine wirkliche Plattensammlung. Ich werde nie wieder behaupten, ich hätte eine Plattensammlung, denn jetzt weiß ich,  w a s  man überhaupt Plattensammlung nennen darf. Das ist nämlich erst dann der Fall, wenn man mit der Leiter in die zweite Etage der Sammlung steigen muss, um die Scheiben von ZZ-Top und Franz Zappa zu holen... (Quelle: GibsonTV on youtube)


Dienstag, 14. Juni 17:50
Apropos: Meine reparierte Waschmaschine. Untertitel: Fast darauf vergessen.

In meiner Studentenzeit hatte ich einen Ferienjob beim Vater einer befreundeten Familie. Der Job hat mir Freude gemacht, mit dem Mann habe ich mich sehr gut verstanden, der Job war für meine Verhältnisse recht gut bezahlt. Ein Teil des Jobs bestand darin, die Bestellungen der Firma (Lacke, Elektrotechnik- und Schweißzubehör) gemäß den Packscheinen im Lager herzurichten, zu verpacken, zu verzeichnen und danach im Transporter zur Post zu bringen.
Es gab damals eine goldene Regel für mich – die man mir aber gar nicht extra sagen musste, das war für mich klar: Ein Paket soll genau so groß verpackt werden, wie es nötig ist – und so klein, wie möglich. Das spart Kosten für Transport und Verpackungsmaterial.

Heute scheint das nicht mehr so zu sein. Die Anzahl von Paketen, die viel zu groß für den Inhalt sind, nimmt (zumindest bei den Paketen, die ich erhalte) rasant zu. Warum das so ist, kann ich nicht sagen aber es fällt mir halt auf. Ein Negativbeispiel ist eben genau der Griff für die Waschmaschine, den ich vor einigen Tagen erhalten und montiert habe. Der Griff misst etwa 6 x 5 x 1,5 cm und hätte in einem kleinen Luftpolsterkuvert sehr gut Platz. Bekommen habe ich ihn allerdings in einem Packkarton mit 19 x 16 x 15 cm, also viel zu groß, dafür ausgestopft mit jeder Menge Luftpolstertaschen.

Vielleicht verhält es sich so, dass die Menschen, die diese Teile verpacken, gar keine kleineren Verpackungen zur Verfügung haben. Was irgendwie schade ist, denn Nachhaltigkeit sieht dann doch ein wenig anders aus...


Montag, 13. Juni 18:00
Am vergangenen Samstag war ich auf der Regenbogenparade. Obgleich ich Veranstaltungen mit vielen Menschen eher nicht so gut aushalte, fahre ich dort immer ganz gerne hin. Mir gefällt es irgendwie, wenn ich Tausende von Leuten sehe, die ohne Aggressionen, ohne Hass, nur mit guten Gefühlen und mit Liebe miteinander umgehen – und das verhält sich dort genau so. Außerdem bin ich ohnehin mit dem Fahrrad unterwegs und kann so jeder zu großen Ansammlung von Menschen relativ schnell ausweichen.

In einem Radiobeitrag habe ich davon gehört, dass es Firmen und Institutionen geben soll, die sich nur aus Marketing-Gründen »die Regenbogenfahne umhängen« um damit in diesem inzwischen recht breiten Mainstream mitzumischen. Analog zum Greenwashing, wo sich Unternehmen als grüner darstellen, als sie es in Wahrheit sind, nennt man das Rainbowwashing. Ich meine allerdings, dass das nicht ganz so schlimm zu sehen ist, wie die Werbung eines Unternehmens mit falschen Umweltdaten. Es zeigt lediglich, dass es in unserer Gesellschaft immer weniger als Tabu betrachtet wird, dass Menschen ihr Leben anders, eben diverser leben, als das noch vor wenigen Jahrzehnten der Fall war. Und das finde ich gut so. Ich muss mir nur jene Länder und Gesellschaften ansehen, wo diese Dinge noch so betrachtet werden, wie zu Beginn des 19. Jahrhunderts, wie zum Beispiel in Russland, oder sogar innerhalb der EU: in Ungarn. Möchte ich in so einer Gesellschaft leben? Danke, nein.

Da finde ich es viel besser, wenn vom schweren Motorrad einer weißen Maus eine regenbogenfarbene Boa baumelt, die Wiener Straßenbahn eine Sondergarnitur in Regenbogenfarben fährt oder die MA 48 ihre schönsten Gefährte für die Müllbeseitigung am Ende des Zuges bereit stellt...


Sonntag, 12. Juni 17:20

Samstag, 11. Juni 23:55

Freitag, 10. Juni 21:00
Gestern, beim Zubereiten des Abendessens: Ein Erdapfel. Oder auch (mit etwas Phantasie): Ein Erdapfel...


Donnerstag, 09. Juni 20:20
Die Nachricht des Tages: Die Chefin der Europäischen Zentralbank EZB, Christine Lagarde, hat heute angekündigt, dass der Leitzinssatz zum ersten Mal nach elf Jahren im nächsten Monat angehoben wird. Von einem geradezu märchenhaften Zinssatz von 5 % auf ein Prämiensparbuch sind wir noch Lichtjahre entfernt – da müsste man schon mit einem umgerüsteten DMC-12 »Zurück in die Zukunft« fahren. Aber immerhin 0,2 % soll es ab Anfang Juli auf Einlagen geben, und der Zinssatz soll weiter steigen. Dies soll, so Lagarde, die Inflation ein wenig aufhalten oder zumindest abflachen.

Was für die kreuzbraven BürgerInnen ohne Schulden (zu denen ich mich durchaus zählen darf) eine gute Sache sein kann, ist für jene, die jetzt schon mit ihrem Salär nicht ganz auskommen, eine eher zweifelhafte Freude. Kredite und Überziehungsrahmen werden dadurch natürlich auch empfindlich teurer. Ob diese Ankündigung also für die Allgemeinheit eine gute Sache darstellen wird, ist eher anzuzweifeln. Denen, die nichts haben, wird das kaum helfen. Das hat diese Aktion übrigens mit den meisten anderen Aktionen der Regierungen in Europa gemeinsam. Wirkliche und ehrliche Politik gegen Armut ist nirgends erkennbar. Dazu sind die gewählten Parteien dann doch zu sehr »die Huren der Reichen« – was ja, wie bekannt ist, nicht von mir stammt, eine türkise Eigendefinition ist...


Mittwoch, 08. Juni 18:00
Ziviler Ungehorsam. Das ist im Prinzip eine Form von kleiner oder auch größerer Revolution. Um auf herrschende Missstände aufmerksam zu machen, hält man sich absichtlich nicht an vorgegebene Gesetze. Das funktioniert auf vielerlei Wegen – aber nicht jede Übertretung von Gesetzen ist automatisch ziviler Ungehorsam. Wenn die KFZ in einer Stadt sich praktisch nie an die vorgeschriebene Geschwindigkeit halten, dann ist das nicht ziviler Ungehorsam sondern vielmehr »das Recht des Stärkeren«.

Heute gab es am Nachmittag einen Bericht in Ö1 über jemanden, der echten zivilen Ungehorsam leistet: Jörg Alt, einen Jesuitenpater aus Nürnberg. Er betreibt containern – also die von Supermärkten weggeworfenen Lebensmittel (die noch in Ordnung sind) aus den Mülltonnen holen und damit arme Menschen zu versorgen, die sich diese Lebensmittel sonst nicht leisten könnten. In Österreich ist die gesetzliche Lage dazu umstritten, in Deutschland ist sie viel eindeutiger: Es ist Diebstahl.

Was hat Jörg Alt also getan? Er hat containert, dabei eindeutiges Beweismaterial über seine Tat gesammelt und sich danach angezeigt. Der Prozess wurde – was man sich denken kann – eingestellt. Mit der fadenscheinigen Behauptung, dass die gestohlene Ware nicht eindeutig einem Opfer (also einem Supermarkt) zugeordnet werden konnte. Es ist schon klar, in Bayern – wie übrigens auch in Österreich, darüber bin ich mir sicher – würde man nie einen Pater verurteilen, aus dem Mülleimer eines Supermarkts etwas gestohlen zu haben. Noch dazu, wo alle ganz genau wissen, dass er damit ärmere Menschen mit Essen versorgt.

Wenn man sich die ganze Situation ein wenig genauer ansieht und darüber nachdenkt, muss man einfach erkennen, dass wir uns auf einem seltsamen Weg befinden. Irgendwas läuft da falsch...


Dienstag, 07. Juni 19:50
Seit etwa zwei Jahren ist auf der Sophienalpe nichts mehr los. Der Gasthof hat geschlossen (genau der, wo die Indoor-Plantage mit den Hanfpflanzen gefunden wurde) und die Jausenstation Mostalm ebenfalls. Bis vor einer Woche sah es so aus, als ob das für beide Betriebe für immer gelten würde. Bei der Mostalm scheint die Lage nach wie vor unverändert, am Schild steht immer noch zu lesen: »Mostalm dauerhaft geschlossen.«

Aber dafür gibt es vom Gasthof Sophienalpe Neuigkeiten zu berichten. Vergangene Woche habe ich den (neuen?!) Wirt gesprochen, er hat vor, den ganzen Betrieb wieder zu eröffnen. Und zwar, man höre und staune, mit Gasthof, Heurigen und auch dem angeschlossenen Hotel. Er wartet nur noch darauf, bis man ihm den Strom wieder aufdreht. Das Schild ist schon einmal ganz neu.

Ich habe nun schon einige neue Wirte gesehen, und nur der letzte (der mit der Plantage) hatte tatsächlich das Zeug dazu, dieses riesige Lokal wirklich zu führen. Inzwischen hat der aber vermutlich anderweitige Verpflichtungen. Wollen wir hoffen, dass der nunmehrige Wirt dieses schöne Anwesen zu neuen Ehren führen kann...


Montag, 06. Juni 17:00

Sonntag, 05. Juni 23:55

Samstag, 04. Juni 21:10
So schnell man gewinnt, so schnell man verliert. Heute wurde ich bei meiner Bergfahrt regelrecht deklassiert. Ein Fahrer mit einem etwas älteren Rennrad (umgerüstet auf Mantelreifen) hat mich auf der Steigung praktisch stehen lassen. Absolut keine Chance. Aber ich bin mir ziemlich sicher, es war ein Rad-Amateur auf Trainingsfahrt. Wenigstens mit Stil verloren...!


Freitag, 03. Juni 19:10
Es war wieder Zeit für eine Runde über das Kahlenbergerdorf auf die Donauinsel. Und diesmal wieder mit einem kleinen Hintergedanken, und zwar: Beim Fahren auf der normalen Straße (wo auch die Autos sind) bin ich ein echter Schisser. Ich kann und will das nicht. Das ist auch ein wenig der Grund dafür, warum ich auch bei normalen Fahrten länger brauche. Weil ich nur dort fahre, wo ich genug Platz habe. Und da muss ich eben viele Umwege in Kauf nehmen.
Damit zu meinem Hintergedanken: Ich wollte abchecken, ob eine neue Runde wirklich so zu fahren ist, dass ich keinen Autos begegnen muss. Und ja, es geht sich aus. Bei meinem nächsten größeren Ausflug werde ich die Tour mit ein wenig Kultur bereichern – ich fahre nach Orth an der Donau! Ich freue mich schon sehr darauf...

Hier die heutige Tour und hier ein paar Fotos.

Donnerstag, 02. Juni 20:20
Man kann über das Internet viel Schlechtes sagen – dass es zum Beispiel gar nicht mehr das ist, wozu es ursprünglich eigentlich erdacht wurde. Ist es doch inzwischen fast ausschließlich ein Platz, in dem Geld gemacht werden soll. Es hat aber immer noch seine guten Seiten, das gute alte Netz. Wie z. B. folgende:

Meine Waschmaschine habe ich, zusammen mit Mutti, vor etwa 35 Jahren beim Köck auf der Ottakringerstraße gekauft. Im Prinzip läuft sie heute noch, von ein paar kleinen Wehwehchen abgesehen, wie am ersten Tag. Ganz im Gegensatz zum Köck, denn den gibt es (bis auf drei Filialen) fast nicht mehr. Vor etwa 10 Jahren ist dann der Griff der Waschmaschine gebrochen. Ich habe dann ein kleines Loch in den Rahmen des Bullauges gebohrt und den Sicherungsmechanismus der Türe immer mit einem Stahlnagel geöffnet. Das war zwar nicht unbedingt bequem – es hat aber immerhin funktioniert.

Nur so zum Spaß kam ich dann vor zwei Wochen auf die Idee, folgenden Suchbegriff bei Guckl einzugeben: »ZANKER 810 Türgriff«. Und siehe da, nach ein paar Klicks komme ich tatsächlich zu der Seite eines Ersatzteils, das exakt so aussieht, wie der zerbrochene Teil in meiner Waschmaschine. 16,- Euro, die Hälfte davon sind für den Versand zu bezahlen, und 10 Tage später habe ich den neuen Türgriff bereits in meine Maschine eingebaut.

Für mich eine riesige Freude, das Waschen fühlt sich jetzt an, wie mit einer neuen Maschine. Lob und Dank dem Internet!


Mittwoch, 01. Juni 20:30
Ich denke, ich habe jenen Teil von mir, der für »toxische Männlichkeit« zuständig ist, ganz gut im Griff. Dieser Begriff, der derzeit groß in Mode ist, beschreibt im Prinzip nichts anderes als jene Art von falsch verstandener Männlichkeit, die niemand wirklich schätzt. Mit Ausnahme desjenigen, der selber toxisch männlich ist.

Es gibt bei mir allerdings eine große Ausnahme. Wenn ich mit dem Rad unterwegs bin – und bergauf fahre. Dann verstehe ich kaum Spaß und es tritt mit einem Mal eine geballte Ladung dieser toxischen Männlichkeit zutage. Aber da denke ich mir einfach: OK, das ist in Ordnung. Wenn ich dafür zum Beispiel beim Autofahren nie in brenzlige Situationen aufgrund eines dümmlich-männlichen Verhaltens komme und das wirklich nur in dieser einen Situation (mit dem Fahrrad am Berg – und da nur bergauf – denn bergab fahre ich langsamer als alle anderen) so ist, dann bin ich damit hoch zufrieden.

Meine Bergstrecke, die ich täglich fahre (außer, ich fahre zum See), die hat mehrere Steigungen. Zwei davon sind etwas länger: Die eine ist doch ein wenig heftig, die andere ist extrem heftig. Dazwischen liegt eine etwa 70 Meter lange Gerade. Ich fahre heute gegen drei am Nachmittag gedankenversunken auf der ersten Steigung, da überholt mich plötzlich ein Typ mit 10.000,- Euro-Rad, Profi-Dress und Click-Pedalen. Es ist kurz vor der Zwischengeraden zur zweiten Steigung. Im Vorbeifahren kann ich seine geringschätzende Haltung gegenüber dem Typen mit Sandalen und 100,- Euro-Rad direkt riechen.

Er fährt zwar etwas besser/schneller als die sonstigen Nulpen (die in diese Falle tappen), dennoch wittere ich den süßen Duft einer gewonnenen großen Bergwertung. Ich lasse ihn also vorbei und über die Gerade vor der richtig harten Steigung holt er etwa 40 Meter Vorsprung heraus. Das ist genau jene Distanz, in welcher man sich sicher wähnt – da man seine/n Verfolger nicht mehr gut hören kann.
Er kommt also auf die  e c h t e  Steigung und klettert hinauf. Sobald ich bei dieser angelangt bin, lege ich einen Zahn zu. Genau das nämlich, und nur das, ist mein großes Geheimnis: dort die Kraft hineinzulegen, wo die Qualität eines 10.000,- Euro-Rades keine große Rolle mehr spielt. Dort geht's nämlich nur mehr um eines, genau genommen um zwei: Oberschenkel und Waden. Binnen weiteren 150 Meter habe ich ihn, klebe an seinem Hinterreifen fest, und erreiche damit genau das, was beabsichtigt ist: Er dreht sich kurz um, woher denn die Geräusche am Kies der Forststraße kommen, und blickt – doch äußerst erstaunt – in mein Gesicht. Das freundlich lachende Gesicht des Typen mit den Sandalen.

Etwa weitere 150 Meter gönne ich ihm noch die Führung – auch um selber abzuschätzen, ob der am Limit radelt oder nicht. Das Ergebnis meiner Einschätzung: Ja, er ist ziemlich am Limit – und ich selber eigentlich nicht. Also gehe ich kurz vor der großen Lichtung aufs Ganze und überhole. Aber nicht so wie er, auf der Geraden mit lockerem Treten, nein – mit dem vorletzten Gang und so richtig ehrlich zum Limit hin. Ich sehe es noch ganz exakt vor meinem geistigen Auge: ich fliege förmlich an ihm vorbei. Meine Sandalen hinterlassen in seiner Wahrnehmung wahrscheinlich lediglich einen verwischten Streifen, im bleibt nicht mehr, als verdutzt in das rote Katzenauge am Ende meines Rades zu blicken. Ganz am Ende der Lichtung drehe ich mich noch einmal um und sehe ihn ganz klein, am Anfang derselben relativ lustlos dahinstrampeln. »Tschakkaaaa!!« – ja, es war eine perfekte Erniedrigung allerersten Ranges.

Ja, gut, die letzten Sätze lesen sich nicht wirklich sympathisch und/oder einnehmend. Es geht eben um die »toxische Männlichkeit«. Und ich bin sehr froh, dass ich die so ausleben kann und kein 400 PS-Monster dazu brauche. Abgesehen davon ist er ja auch selber ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
daran schuld. Jeder MTB-Fahrer sollte doch wissen: »Überhole nie jemanden, der mit Sandalen auf einem 100,- Euro-Rad fährt. Es wird Dein Untergang sein...«



(C) mArtin, im Juni 2022.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag (»Direkter Link zum...«) im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!