Tagebuch
Donnerstag, 05. November 17:50
Es kommt immer wieder vor, dass ich mit einer meiner Einschätzungen gar nicht so falsch liege. Speziell dann, wenn man es sich nicht vorstellen kann/mag, dass sich etwas so (seltsam) verhält. Meine Gedanken zu dem Vorfall (inzwischen: Vorfällen) an Halloween, wo ein Vater in den Süßigkeiten seines Kindes spitze Metallteile fand, waren schlicht: richtig. Oder zumindest: fast richtig. Es war halt nicht der Vater, der das Schoki manipuliert hat, sondern das Kind. Und von Nachrichtensendung zu Nachrichtensendung werden es immer mehr Vorfälle, wo offenbar die Kinder selbst den 100er-Nagel ins Milky Way gesteckt haben.

Das war für mich keine wirkliche Überraschung. Heute gibt es nur noch ein einziges – von Vielen als enorm erstrebenswert betrachtetes – Ziel: Aufmerksamkeit. Alle möchten Jemand sein. Alle brauchen – wie am Montag dieser Woche bereits geschrieben – 1000e von Klicks und Likes, damit sie sich noch halbwegs spüren. Angeblich gab es da eine TikTok-Challenge, bei welcher – so behaupten es manche der Kinder – man das selber tun sollte, um damit seine Eltern zu erschrecken.

Ist es wirklich so, dass Kinder mögliche Folgen von solchen Taten nicht absehen können? Vermutlich ja. Dass damit jemand verdächtigt werden könnte, der gar nichts damit zu tun hat, der den Kindern sogar Freude bereiten wollte, können Kinder vermutlich noch nicht wirklich abschätzen. Wobei, von einem 14-jährigen Menschen – ein Mädchen war in diesem Alter – da würde ich mir dann doch eine gewisse moralische Reife erwarten. Die Weitsicht, was man mit so einer Handlung anrichten kann, ist vielleicht noch nicht da, aber die Einsicht, dass dies auf keinen Fall in Ordnung ist, die erwarte ich mir auch von einem Kind in diesem Alter sehr wohl.

Ich bin ziemlich neugierig, wie sich dieser Fall weiter entwickelt. Angeblich gibt es einige Vorfälle dieser Art in ganz Europa. Es haben eben viele Kinder TikTok. Und viele Kinder haben ein sehr großes Aufmerksamkeits-Defizit...


Mittwoch, 04. November 18:10
Also gut, wir leben noch.

Es ist geschehen. Eine der ältesten Demokratien der Welt hat bewiesen, dass sie (noch) Demokratie ist. Gegen alle Widrig- und Schwierigkeiten. Die Demokraten in den USA haben bei den Midterm-Elections sowohl die Wahl zum Repräsentantenhaus als auch die Gouverneurswahlen deutlich gewonnen. Sogar in Ländern, die seit Jahrzehnten republikanisch waren, ziehen nun Demokraten ein. Trump scheint sich sogar für »sein Volk« doch ein wenig zu viel gespielt zu haben. Wirklich viel ändern wird das natürlich nicht. Der Präsident ist ja immer noch der gleiche. Dennoch gilt das Prinzip Hoffnung auch für uns – immerhin bestimmt dieser Mann zu einem gewissen Maß auch unser Leben.

Was uns diese Wahl also zeigt: Die Demokratie ist nicht tot. Auch, wenn viele Leute von Rechts uns das glauben machen möchten. Was in den USA funktioniert, sollte doch auch in Europa funktionieren.

Das Problem dabei: Auch die Rechten wissen jetzt: Wenn sie ihr Programm durchziehen, ihre Ideologie staatstragend machen wollen, müssen sie schnell sein. Schneller als Trump jedenfalls. Wir wissen ja aus eigener Erfahrung, was passieren kann, wenn Feinde der Demokratie Wahlen gewinnen...


Dienstag, 03. November 17:30
Bei der Arbeit an den diversen Webseiten (die PHP-Version ist auf PHP8 zu aktualisieren) ist mir etwas besonders positiv aufgefallen: PHP8 läuft – im Vergleich zu den veralteten Versionen – wie ein Rennwagen. Die Seiten öffnen – sehr deutlich spürbar – schneller, unabhängig vom verwendeten Browser. Das macht richtig Freude beim Programmieren. Wenn ich die Guckl-KI frage, ob ich mir das einbilden würde, meint sie, dass PHP8 tatsächlich komplett überarbeitet wurde und in der Architektur überhaupt nichts mehr mit älteren Versionen zu tun hat. PHP8 soll etwa 3- bis 5-mal so schnell laufen. Nach all dem, was ich bisher gesehen habe, muss ich sagen: das stimmt!

Na bitte, da hammas. Nicht alles wird schlechter!


Montag, 02. November 17:50
In den Nachrichten gab es einen Bericht über einen Vater in Oberösterreich, welcher nach dem Lesen eines Berichts in den sozialen Medien über Nähnadeln in den an Kinder verteilte Süßigkeiten beim Halloween-Rundgang die erhaltenen Gaben der eigenen Kinder untersuchte: Und fündig wurde. In ein paar Schokis fand er kleine, etwa einen Zentimeter große Nägel. Die Polizei ermittelt und versucht nun, die genaue Route der Kinder nachzuvollziehen.

Mein erster Gedanke: Diese Meldung hörte ich im Vorjahr auch schon. Der Zweite: Wie muss jemand gestrickt sein, der so etwas tut?
Aber dann gleich der dritte, erlösende Gedanke: Was für eine gute Entscheidung von mir, dass ich bei Halloween in keiner Weise mitmache. Auf keiner Seite.

Die große Frage ist ja doch in der heutigen Zeit: Sind jetzt alle (Geber), die bei diesem Fest mitmachen, automatisch verdächtig? In einem bestimmten Ort in Oberösterreich... schon! Dort wird dann die Polizei von Haus zu Haus gehen und ermitteln, wer sich sonderbar benimmt oder vielleicht so aussieht, als ob er (oder auch sie) keine Kinder mag. Na servusna servus


Ausdruck der gehobenen Indignation. Eine mögliche Steigerung der Empörung ergibt sich durch den Zusatz: »G'schäft«.
.

Eigentlich hatte ich aber (bereits ziemlich am Anfang beim Hören der Geschichte) noch einen anderen Gedanken: Was, wenn dieser Vater in Oberösterreich einfach einen Coup landen wollte, damit er möglichst viele Klicks und Likes in den sozialen Medien bekommt? Ob von der Polizei aus auch in diese Richtung ermittelt wird? So lange keine anderen Väter in dem Dorf Dinge in den Schokis finden, die da nicht hingehören, liegt dieser Verdacht doch relativ gesehen näher, oder?


Sonntag, 01. November 17:10
Eigentlich empfinde ich es als ziemlich ungerecht, dass Morgen kein Feiertag ist...



Vollbart
(C) mArtin, im November 2026.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag (»Direkter Link zum...«) im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!