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Dienstag, 30. November 2004 06:30
Der Einzige, der seine Steuererklärung tatsächlich auf einem Bierdeckel machen kann, ist Karl Heinz. Der Rest von uns muß sich mit undurchschaubaren Regelungen, Gesetzen und Erlässen abkämpfen, bis man durchdreht. Dass man dabei etwas falsch macht, ist vorprogrammiert. Dabei rede ich gar nicht von Steuerhinterziehung (wo nichts ist, kann auch nichts abgezweigt werden...) sondern von der ganz braven Steuerabrechnung, die jeder zu erledigen hat. Bisher kam noch jedes Jahr ein Schreiben meines Finanzamtes, dass etwas nicht ganz korrekt wäre. Bisher stellte sich noch jedes Jahr heraus, dass es sich dabei um ein Nichteinhalten von Regeln gehalten hat, welches weder dem Finanzamt noch mir irgendeinen Schaden zugefügt hatte. Keiner bekam zusätzliche Gelder, doch jeder hatte enorme Mehrarbeit. Ich fürchte fast, das heurige Schreiben bedeutet da schon einiges mehr. Hier ein Auszug aus der (für mich leider in Geheimschrift verfassten) Zuschrift: »Auf Grund des Mehrwertsteuer-Informations-Austausch-Systems ist dem Finanzamt bekannt, dass Sie im Jahr 2003 innergemeinschaftliche Erwerbe getätigt haben. Derartige Angaben scheinen jedoch in Ihrer Umsatzsteuererklärung nicht auf. Ferner ergibt sich die Frage, ob diese Erwerbe betrieblich veranlasst waren. Haben Sie für diese innergemeinschaftlichen Erwerbe Vorsteuern geltendgemacht? Wenn JA in welcher Höhe? Um entsprechende Stellungnahme und Berichtigung der Umsatzsteuererklärung...« und hier kommt die Seite 2 im Original!

Montag, 29. November 2004 06:10
Es geschieht fast nie - bis ganz selten. Dann aber dafür ordentlich - und vollständig. Wenn einem ein Song, ein »einfaches« Lied so fesselt, dass es sich nach der allersersten Hörung im Zentralnervensystem festfrisst. Das letzte Mal war es »Bonita Applebum« in der Version von Si Ashton & Sir Piers (2001) oder auch »Hello It's Me« von Todd Rundgren (1972). Allein daran kann man erkennen, dass dies nicht so wirklich oft geschieht. Aber als das Programm von MTV dann einmal kurz unterbrochen wird, um echte Musik zu spielen, da gehen meine Ohren über. Musik, echte Musik - echte Rockmusik, exakt so, wie vom Erfinder gedacht. Vertigo von U2 hat all das, was einen guten Rocksong ausmacht: Kraft, Geschwindigkeit, Temperament, Lebendigkeit, Aussage und Stil. Sowohl The Who, als auch die Stones hätten es nicht besser machen können. Dennoch klingt der Song modern - und absolut in das Heute passend. Kein anachronistisches Rauhstimmen-Gewinsel mit Rock-Attitüde, wie von so manch durch Drogen zerstörtem Altrocker. Ein klarer, zeitgeistiger und fordernder Song. Eine äußerst willkommene Abwechslung, neben all dem Eminem-Käckchen der derzeitigen Musikwelt. Für die Kids kann obiger Absatz wie folgt übersetzt werden: U2 rulez!

Freitag, 26. November 2004 07:20
Immer wieder hört man unverbesserliche Lästermäuler über die glorreichen Zeiten des österreichischen Kabarett's sprechen. Dass so etwas nie mehr käme, dass ein Farkas, ein Grünbaum, ein Waldbrunn, ein Qualtinger, ein Böhm, ein Bronner,... dass diese Größen der deutschsprachigen Unterhaltung eben unwiederbringlich hinweg gerafft seien, und nie mehr so eine Qualitätsstufe der heimischen »Kleinkunst« erreicht würde. Dazu gibt es folgendes zu bemerken: 1.) auch ich halte die genannten Namen für das Größte und Beste, was ich in diesem Fach kenne. 2.) der Bronner lebt ja noch (sowohl Gerhard, als auch der weniger lustige Oskar) und 3.) ich kenne auch einige aktuelle Namen, welche ich, ohne mit der Wimper zu zucken, in einem Satz mit den oben genannten als größte österreichische Kabarettisten und Satiriker nennen würde. Allen voran Alfred Dorfer. Wer, so wie ich, versucht, Dorfer's alldonnerstägliche Satire-Sendung »Donnerstalk« zu sehen, der erkennt vermutlich rasch das Genie, welches in diesem Mann steckt. Mit fein geschliffener Klinge gelingt ihm ein direkter Anschluss zu den politischen Kabaretts der früheren Jahre. Nur vielleicht noch die Spur bissiger und wahrer. Aber für eine echte Anerkennung ist er vermutlich noch ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »Euzerl«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
zu jung, und/oder zu lebendig...

Donnerstag, 25. November 2004 22:40
Die PISA-Studie..., sie trägt ihren Namen nicht vielleicht deshalb, weil sie in einem Ort erstellt wird, wo ein schiefer Turm die Touristen wie ein Rattenfänger anlockt, vielmehr bedeuten die lässig hintereinandergereihten Buchstaben »PROGRAMME FOR INTERNATIONAL STUDENT ASSESSMENT«. Und da die meisten Leser der »HeimseiteHeimseite


Angeblich hat irgend ein recht oberg'scheiter FP-Fuzzi den Ausdruck »Heimseite« auf der Homepage der F verwendet. Daraufhin hat im Falter eine Story über die rechtsgerichtete Verdeutschung von so manchen Gesellschaftsteilen gestanden.

Geh bitte - hört's amal alle her, es G'sichter! Ich hab' den Ausdruck scho' verwendet, da habt's ihr noch gar net g'wußt, was Internt übahaupt is. Und ich habe diese misslungene Übersetzung von »Homepage« in Anspielung auf die elenden Anglizismen in unserer Alltagssprache gebraucht. Um dies zu kapieren, benötigt man allerdings einen IQ von zumindest 85. Was dann für F-Mitglieder wiederum eine ziemliche Hürde darstellen dürfte.

Trotzdem versuche ich inzwischen, den Ausdruck nicht mehr zu verwenden. Wer mit den Hunden schläft, darf sich nämlich nicht wundern,...
von mArtin« von der Zielgruppe der Studie bereits ausgenommen sind, erspare ich mir die Übersetzung. Jene Studie eben kommt dieses Jahr zu einem für die heimische Ministerin (»mehr Poppen statt Party!«) nicht nachvollziehbarem Ergebnis: ein Fünftel der 15 bis 16-jährigen können nur ungenügend Lesen und noch weniger Rechnen. Würde sich die werte Frau Minister etwas mehr mit den neuen Medien, vorzugsweise dem »Internet« beschäftigen, dann wüßte sie diese Vermutung (denn die endgültigen Zahlen sind noch nicht veröffentlicht) bereits bestätigt. Was die Kids in den einschlägigen Foren (Eminem, WIX-BOX, Blödstation2,...) so schreiben, geht auf keine Nashorn- geschweige denn Kuh-haut mehr. Deren Versuche, Text zu Papier (respektive: zu Bildschirm) zu bringen enden nahezu immer in einem jämmerlichen Buchstaben-, Satzstellungs- und Grammatik-Chaos. Zugegeben, mit 15 hat man normalerweise andere Interessen, als eine perfekte Ausdrucksweise. Aber genau dafür wäre ja so etwas, wie die »Schule« zuständig, oder? Wenn dort aber Lehrer vom Ministerium gestrichen und gleichzeitig mit zusätzlichen Aufgaben betraut werden, dann ist es nicht weiter verwunderlich, dass sich niemand mehr um das ohnehin überholte »Schreiben und Lesen« kümmert. Macht dann später ohnehin der Computer...

Mittwoch, 24. November 2004 06:50
Sat-Schüssel - die Fortsetzung: der dritte oder vierte Tag nach Tag Null; jenem Tag, wo das telemediale Leben des mArtin eigentlich begann. Schon gibt es einen ersten Überblick über die neu gewonnene Freiheit der Fernsehkanal-Wahl. Werbung, Werbung und Werbung, dafür aber in wunderschön gesprochener Piefke - Qualität. Die scheinbare Vielfalt der werbenden Kanäle ist noch etwas unübersichtlich (ist 3Sat jetzt auf Taste sechs oder sieben?! Nein, da sind ja CNN und CNBC!), dennoch machen sich langsam die Favoriten bemerkbar. Mein Musikerherz dachte zunächst daran, sich endlich wieder einmal mit den aktuellen Strömungen im Music-Biz zu beschäftigen, »was mögen denn die Kids von heute?!« Die Antwort: offenbar mögen sie Werbung, unterbrochen von Eminem. Und zweimal pro Tag ungefährlicher Kinderpop in der Form von »die perfekte Welle«. Mehr ist da nicht. Doch! Eine gute Show hätte ich jetzt fast vergessen: auf einem Werbeformat mit Namen VIVA gibt es eine, zum Glück nicht von Deutschen produzierten, Sendung mit dem Namen: BRAINIAC. In dieser britischen Produktion werden viele physikalische und chemische Gesetze und so manche Ratschläge (Bsp.: KEIN Handy beim Tanken!!) auf deren Wahrheitsgehalt überprüft. Damit die getroffenen Aussagen auch praktische Unterstützung finden, werden Wohnwagen gesprengt, Mikrowellenherde mißbräulich verwendet, Gummihandschuhe mit seltsamen Chemikalien gefüllt und angezündet, die Brüste von schönen Frauen angeschaut, usw. Also eigentlich eine Muss-Sendung für den technikinteressierten Mann von Welt. Prädikat: sehr empfehlenswert!

Dienstag, 23. November 2004 07:30
Dies bedeutet den Untergang der Gutmenschen. Definitiv. Die Nachricht, welche uns gestern im Laufe des Nachmittags erreichte, kann und will ich nicht wahr haben. Es geht nicht, dass der einzig immer noch rechtschaffende Mensch dieser Welt jetzt auch auf die schiefe Bahn geriet - und zwar (un)anständig... nein, das werde ich einfach negieren. Und da, hoppla, da spricht der letzte Gutmensch selbst... - er legt, nein ich will es nicht hören - er legt,... nein, ich halte mir die Ohren zu - er legt ein Geständnis ab. Er habe in den letzten Jahren 12.384.000,-- Schilling an Steuern hinterzogen. Da gibt's erstmal Stille bei mir. Ich sammle mich, trockne meine Tränen der Verzweiflung und denke nach. Mehr als 12 Millionen...? »Oh, mein Popo«! Damit darf der gute, alte Freddy dem KarlHeinz und anderen Steuersündern in Europa die runzelige Hand reichen, denn wie viel Knödel muß man erst einmal machen, um 12 Millionen an Steuerschulden anhäufen zu können?

Montag, 22. November 2004 06:40
Nach Jahren der selbst gewählten Abstinenz ist es endlich soweit: ich gehöre nicht mehr zu der Gruppe der Uninformierten (nicht: »Uniformierten«, denn da gehöre ich nach wie vor nicht dazu). Wie ich die Zeit bis zum Tag X überhaupt durchstehen konnte, ist mir ein Rätsel. Jetzt nehme ich einfach die Fernsteuerungen in die Hände (mit einer Einzigen ist es schließlich nicht getan) und klicke und zappe mich durch die große, weite Welt. Ein kleiner Kriegsschauplatz hier, eine weitere Hilfe-meine-Brüste-sind-zu-groß-was-kann-ich-tun - Talkshow da, einer der zahllos und gleichzeitig stattfindenden Filme, oder doch eine Doku über die SRN4, das größte Hovercraft Flug/Schiff/Zeug/Ding der Welt. Alles wunderbar, einfach schön. Ich kann mit der Menge des Angebots absolut nicht umgehen, bleibe immer wieder bei den endlos brabbelnden Leuten, welche uns selbstwaschende Bratpfannen und komplett neu erfundene Putzmittel verkaufen möchten, hängen und erfreue mich geradezu paralysiert an der bisher nicht gekannten Bildqualität. Immer noch bin ich der Überzeugung, für diese scheinbare Erweiterung des Horizonts keinen Schilling (= Keinen /13,7603 in Euro) auszugeben. Ich mußte meinem geliebten Grundsatz nicht untreu werden, habe ich die »Schüssel« doch aus dem Müll, also zu einem durchaus vernünftigen Preis (an dieser Stelle sei ehrlich mein herzlicher Dank an den Verwerfer ausgesprochen!). Alles nicht vom Neuesten, aber originalverpackt und voll funktionstüchtig. Nach drei bis vier Stunden des neu Programmierens und Umherdrückens, des Schauens und Staunens, nach drei bis vier Stunden von schmerzenden Augen erinnere ich mich dann doch an die Textzeile aus dem Song "Nobody Home" von Pink Floyd: »Got thirteen channels of shit on the T.V. to choose from«. Sind zwar mehr als 13, aber der Rest scheint sich schon 1982 sehr ähnlich verhalten zu haben. Nichts desto trotz gehöre ich ab heute dazu!

Freitag, 19. November 2004 06:30
Beim Thema »die Entstehung der Welt« scheiden sich ja die Geister. Meinen die Wissenschafter, dass es da einen großen Urknall, den "Big Bang" gegeben hätte, so sind einige der Christen teilweise immer noch der Meinung, Adam hätte Eva nach einer Woche der exzessiven Arbeit an der Welt angebumst und dann wäre aus einer total irren Familien-Orgie der Mensch im heutigen Sinne hervorgetreten, oder so. Obgleich ich bei Sichtung einiger Exemplare der Gattung "Mensch" der christlichen Inzest-Theorie schon einiges abgewinnen kann, bin ich doch eher auf der Seite der Wissenschafter. Aber zum Glück kann auch die Kirche dazulernen. Bereits in den 1950ern begann ein Papst (Pius #12) das Model des Urknalls attraktiv zu finden und nach mehr als 50 Jahren sagt der derzeitige Führer (JohnPaul #2), dass dieses Ding mit dem Urknall schon OK geht. Das ist wirklich passiert, aber es wurde eben von Gott inszeniert. Ein schöner Kompromiss, mit dem sicher Alle leben können...

Donnerstag, 18. November 2004 21:40
»Fixirung in Bauchlage«. So nennt man bei der Polizei die Methode, um mutmaßlich straffällig gewordene Personen in Sicherheit zu verwahren. Dabei wird der Verdächtige mit dem Bauch voraus auf dem Boden festgehalten. Bereits einige Male erregte diese Art der Ruhigstellung Aufsehen - der Fall Cheibani ist uns noch in bester Erinnerung. Derzeit wird aber ein neuer Fall (auch schon von 2003) verhandelt - der Festgehaltene ist Asthmatiker, bekommt Lebensangst ("geh wos is denn, Du Potscherl...") und erleidet bei dem Versuch Luft zu bekommen, einen Lungeneinriss. Was diesen Fall mit allen Anderen in Verbindung bringt, ist die vorangegangene Harmlosigkeit der Amtshandlungen. Es geht dabei ausschließlich um anonyme Anrufe wegen Lärmbelästigung, Streithandlungen und ähnliche nicht-einmal-wirkliche-Delikte. Man bekommt den Eindruck, dass die Polizei, die echte Täter Dank sinkender Aufklärungsquote nicht mehr zu Gesicht bekommt, nach neuen Möglichkeiten für den »Kick« bei einer Einvernahme sucht. Man merke sich also: sollte man mit der Polizei in Kontakt kommen, dann in keinem Fall irgendeine Art von Gegenwehr liefern (zurückreden, dumm schauen, schwarze Hautfarbe haben, lange Haare tragen) sonst könnte das nur allzu schnell ein Fall von "versuchtem Widerstand gegen die Staatsgewalt" sein, und schon liegst Du nach Luft ringend am Boden.

Mittwoch, 17. November 2004 07:00
»So mancher glaubt ja, die Beamten gehen in Frühpension, nachdem sie ein Leben lang nichts gearbeitet haben...!« So die Worte von Beamtengewerkschafter Fritz Neugebauer in der gestrigen ZIB1, gefragt zu den Verhandlungen bezüglich der Pensionsgleichstellung für Beamte. Selber würde ich so etwas ja nie vermuten. Wenn überhaupt jemand arbeitet, bis er nicht mehr kann, dann ist es doch ein Beamter! Deshalb bin ich auch der Meinung, dass die Beamten weiterhin mit 100% ihres letzten Gehaltes in Pension gehen sollen. Und das mit 52 Jahren - ein Beamtenleben ist schon schwer genug. Hören wir doch auf, unsere dummen und gehaltlosen Späßchen mit diesen Ärmsten der Armen zu machen. Versetzen wir uns in ihre Lage: wenn man genau weiß, dass einem alle anderen das Gehalt zahlen, einen aber nicht entlassen können und sich die berufliche Tätigkeit in zwei Stunden täglicher Arbeit erschöpft - so etwas muß enorm schwer zu ertragen sein. Solidarität mit den Beamten!... Und dann wache ich auf, völlig verschwitzt, die Reste des Albtraums noch im Gedächtnis. Aber langsam kommen wieder normale Gedanken: »... wer nix is, und wer nix kann, geht zur Post oder zur Bahn. Ist er dafür noch zu dumm, kommt er ins Ministerium...«

Dienstag, 16. November 2004 07:20
Eine Sneak-Preview ist für manche Kinobesucher eine willkommene Abwechslung. Man geht in irgendein Kino, kauft die Karte, setzt sich in den Saal und sieht dann einen beliebigen Film. Grundsätzlich ist mir diese Art der Unterhaltung bekannt, was das links zu sehende Schild dabei soll, ist mir allerdings ein Rätsel. Dieses habe ich vor kurzer Zeit im UCI in der Millennium City fotografiert. Was wollen die Ihren Gästen damit mitteilen? Gut, das Kino steht nicht unbedingt in der Zone, wo die allerhellsten Wiener leben, vielleicht soll es daher heißen: »Hallo, den Film verstehst auch Du!« Oder aber man kommt nicht ganz so gut mit unseren EU-Nachbarn zurecht, dann soll es wohl sagen: »Achtung! Piefke-Streifen!«... Vermutlich um mir zu zeigen, dass die erste Version doch wahrscheinlicher ist, war mein Wagen nach der Rückkehr vom Kino mannshoch angepisst...

Montag, 15. November 2004 06:50
Mehr PS, viel mehr PS. Dieser Forderung von Männern (& Jünglingen) mit einer durchschnittlichen Geschlechtsteilabmessung um die 5cm, und darunter, kann jetzt auch mittels Gameboy nachgegangen werden. So manch(e) Leser(in) mag jetzt vielleicht an ein neues Car-HighSpeed-Racing-Game für die kleine Spielekonsole denken, doch weit gefehlt. Ein Unternehmen in Gaithersburg (Maryland, USA) bietet eine Erweiterung für den Gameboy an, mit Hilfe derer man (wenn man die entsprechenden Sensoren kauft) die verschiedensten Werte seiner geschlechtsteilverlängernden Apparatur messen und mittels passendem Laptop, oder zusätzlichem Interface auch einstellen kann. Genau richtig für den gerade 18-jährigen Auto-Einsteiger, gehört Lesen zur nicht besonders gepflegten Kür der coolen Kids; Spielekonsolen bedienen hingegen ist seit Jahren fix im Pflichtteil verankert. Für den normalen Verkehrsteilnehmer (aller Disziplinen) wird der tägliche Verkehr deshalb aber nicht unbedingt gefährlicher, da die aufgemotzen Penisersätze ohnehin des Nächtens auf den dafür vorgesehenen illegalen Rennstrecken kunstvoll zerstört werden. Manchmal Fahrer inklusive.

Freitag, 12. November 2004 08:00
In welch unterschiedlichen Situationen die allseits beliebten Windows-Fehlermeldungen erscheinen, dieses Thema ist noch lange nicht ausgereizt. Immer wieder sieht man die interessantesten Fensterchen seines Betriebssystems mit den sinnvollsten Texten. Selbst der ausschließliche Office-User hat mit den erheiternden Gimmicks bereits seine Erfahrungen. Noch schöner sind allerdings jene Meldungen, welche nicht auf Deinem eigenen Computer zu sehen sind. Wenn sich beispielsweise Win95 in einem SchnellFress-Lokal weigert, die adäquate Werbeseite zu zeigen...

Donnerstag, 11. November 2004 17:10
Bedingt durch meine leichte Menschenansammlungs-Allergie komme ich alle Jahre einmal ins Kino. Dann aber meist (arbeitsbedingt) zu Premieren. War die letzte Premiere doch einem etwas schwerer zu verdauendem Thema gewidmet (»Gebürtig«, siehe Eintragung vom 5. April 2002), hätte die Gestrige eigentlich für einen vergnüglichen Abend sorgen sollen. »Crook« ist der Titel der neu angelaufenen Krimi Komödie, welche im Trailer irgendwie etwas anderes versprach, als dann passierte. Eine tolle Zusammenarbeit zwischen Piefgonien und Heimatland wurde angepriesen, wobei die Unterschiede zwischen den Darstellern deutlicher nicht sein könnten. Wer dem Trailer glaubt, ist mit ziemlicher Sicherheit enttäuscht. So auch das Premierenpublikum - der relativ verhaltene Applaus hat nicht einmal den gepressten Furz meines Sitznachbars übertönt. Düringer mußte sich nahezu im kompletten Film »eindeutschen«, also selber nachsynchronisieren - was der Rolle klarerweise einiges an Schwung nimmt. Aber sonst versteht's ja da drüben keiner. Moritz Bleibtreu ist als Gangster zwar überzeugend, dass ist aber Angesichts der Tatsache, dass er noch nie andere Rollen gespielt hat, nicht weiter verwunderlich. Hackl wird irgendwann von einem anderen Schauspieler ersetzt, was leicht verwirrt, weil ich Dummerchen jetzt nicht weiß, ob das zum Film gehört, oder nicht. Alles in allem ein netter Film für einen Abend im Bett, aber eher nix für die große Leinwand. Der Rest der Premiere verläuft so, wie man es in Österreich gewohnt ist. Improvisierte Ansprachen werden von improvisierenden Kinoangestellten tontechnisch in Szene gesetzt, eine unendliche Liste von staatlichen Filmförderinstituten wird huldigend verlesen, die Beteiligten gratulieren einander und sich selber, man geht vereint Fressen und Saufen und hat nachher vermutlich noch halbherzigen Sex mit ein paar weiblichen Hauptdarstellern. Ich hatte mir, verursacht durch den Trailer, so etwas wie »Brüder« erwartet, ein wirklich exzellenter Film über den Bezug zu unserem nördlichen Nachbarn, aber das war ja nur ein ganz einfacher Fernsehfilm... P.S.: die Musik war zwar (wie für den Ton in einem »CineCenter« allgemein üblich) viel zu laut, aber dafür ausgezeichnet!

Mittwoch, 10. November 2004 07:40
Ich starte den Computer, gehe ins Netz, öffne Netbanking und möchte mir meine Kontobewegungen ansehen. Beim Girokonto ist alles normal. Es gibt einiges an Ausgaben, aber auch genug Einnahmen, sodaß ich mit einer schönen Summe im Plus bin. Vorsichtig, wie immer. Aber dann, beim Kontoauszug des Profit Kontos, wird mir heiß. Ich sehe die (Un-)Summen an und will es nicht glauben. Mehrere Minuten vergehen, ich steige aus dem System aus - abermals ein - und nichts ändert sich. Ich rufe bei meiner Bank an, verlange eine Kontoauskunft. Nach mehrmaligen weiterleiten meines Anrufs und dem überprüfen meiner Personalien sind etwa acht Minuten vergangen. Die Dame am Telefon verlangt meinen Telefon-Banking-Zugangscode. Ich gebe ihn durch. Leise und mit zitternder Stimme. Nach vielen weiteren Sekunden des Wartens, während ich nur das flinke Eintippen in eine Computertastatur durch den Lautsprecher an meinem Ohr vernehmen kann, meldet sie sich zurück:"Hallo?" - ich antworte mit einem kaum vernehmbaren "ja?!" - "...der angegebene Kontostand ist richtig! Welche Transaktion wollen sie jetzt durchführen?" 1000 Gedanken gehen durch meinen Kopf - ich antworte: "danke, ich habe es mir anders überlegt..." und lege den Hörer auf. Dann ist es 05 Uhr 47 und Katze Max weckt mich, da sie unbedingt nach Draußen muss...

Dienstag, 09. November 2004 06:30
Das Netz am Ende?! Will man den Ausführungen von Dr. Hannu Kari, Professor an der TU Helsinki, Glauben schenken, so haben wir maximal noch bis 2006 (oder 2008, je nach Medienbericht) Zeit, um kostenlos nach geilen Bildchen im Netz zu stöbern. Danach ist das Internet tot. Grund dafür ist nach Kari die »kontinuierlich steigende Flut an Viren, Trojanern, Spam und anderen Sicherheitsproblemen, die den Benutzern täglich das Internet verleiden«. Grundsätzlich hat Kari damit wohl recht. Der normale User sieht sich durch all diese Probleme belästigt, installiert diverse, teure »Anti-Viren-Programme«, welche er definitiv nicht durchblickt, nur um sich sicher zu fühlen - und holt sich damit erst die richtigen Probleme ins Haus, respektive in den Rechner. Der etwas versiertere, private Computer-Nutzer hört und merkt von Viren, Würmern und Trojanern trotz fehlender Anti-Viren-Software nur in den Medien und merkt es eventuell an längeren Wartezeiten im Netz, aber sonst?! Ja, Spam gäbe es da auch noch. Der ist dank kleiner Helfer (MMM) schnell erkannt und beseitigt, ohne jemals auf dem Rechner gewesen zu sein. Aber mit einem hat Kari völlig recht: ziemlich störend und komplett überflüssig sind jene bunten und aufgeblasenen HTML-Emails mit zig-MB schweren *.bmp Grafiken von den bekannten Userinnen mit dem Text: »Hallo, hier ist meine neue Email Adresse: furz@quack.komm« und 1257 anderen Email-Adressen im Feld: AN... Solche User dürfen unter keinen Umständen auf ihre Fehler hingewiesen werden! Egal, in welcher Form man das bewerkstelligt, die Ertappten reagieren zumindest patzig-beleidigt (ganz ähnlich, wie Hundebesitzer beim Scheißdreck-hinterlassen-und-erwischt-werden) oder sogar mutwillig-böse. Was deutlich zeigt: Ein Regulativ erstellt sich nur bei einer überschaubaren Menge von Teilnehmenden selbstständig (siehe Usenet). Sobald »Jederfrau/mann« teilhaben darf, stirbt das ungeschriebene Gesetz. Frei nach dem Motto:" Na und? Das macht doch eh nix..."

Montag, 08. November 2004 20:10
Ein ganz besonderer Moment im Leben dieser Welt: Hugo Simon verabschiedet sich anläßlich des »Festes der Pferde« in der Wiener Stadthalle von seinem Paradespringpferd E.T. Das Pferd hat 44 Mio. Schilling (=3,2 Mio. in schlechtem Geld) erkämpft und ist jetzt 62 Jahre alt. Unter bitterlichem Weinen und der Musik von »Time to say goodbye« führt der 17-jährige Hugo sein altes Pferd aus der Stadthalle direkt zu dem Laster der Firma »Wurscht & so weiter«, wo E.T. seinen Lebensabend verbringen wird. Uns wird E.T. ewig in Erinnerung bleiben und das leckere Hugo-Simon-Semmerl (krachend frische Kaisersemmel mit Pferdeleberkäse, einem Essiggurkerl und etwas grünem Pfeffer) gibt es ab 11.11. bei ausgesuchten Wiener Würstelständen.

Freitag, 05. November 2004 06:50
Gestern in der ZIB1 wurde es bekanntgegeben. Die »Sozialpartnerschaft« funktioniert. Die Metaller-Gewerkschaft, unter der Führung von Rudl Nürnberger, hat sich in den Lohnverhandlungen mit den Arbeitgebern einigen können. Etwa 2% Lohnsteigerung gibt es für die Arbeiter. Diese springen jetzt sicher vor Freude und reißen mit dem vollkommen überflüssigen Geld der Welt den einen oder anderen HaxenHaxen


Eigentlich benötigt es hier keine spezielle Übersetzung... - ...sollte man zumindest meinen!

In Wahrheit findet der/die Haxen (oder noch besser: Hax'n) im wienerischen vielleicht weniger oft die Anwendung als Bezeichnung für ein Geh-Organ, denn vielmehr als Ausspruch für eine äußerst überraschende, fast schon unglaubliche Situation - was sich dann in der Wortkombination »Sakra-Haxn!« niederschlägt.
Dieser Ausspruch kann in seiner Wirkung noch durch ein angehängtes »aber auch« (=»oba a«) verstärkt werden.
aus. Zwei Prozent! Da kann man dann ja komplett locker die seit 1.November um 8% höheren Strom- und Gaskosten abdecken, die neue Krankenscheingebühr löhnen, das im Preis ebenfalls empfindlich gestiegene Heizöl berappen, die Mehrkosten der Versicherungsverträge (Indexanpassung) und alle anderen 492 Preissteigerungen locker und ganz nebenbei abdecken ...wenn da nicht noch die dumme Inflation wäre, welche derzeit 2,1% beträgt und somit die enorme Lohnsteigerung mit einem leisen Furz in Schall und Rauch verwandelt...

Donnerstag, 04. November 2004 15:40
Irgendwie bin ich jetzt doch ganz beruhigt, dass der Onkel »Weh« Busch die Wahl gewonnen hat. Erstens: er ist zweifellos jener der Beiden, bei dem der schöne Satz von Sokrates »Ich weiß, dass ich nichts weiß.« seine Anwendung findet. Halt in etwas veränderter Form, so wie »Wir wissen, dass Du nichts weißt.«. Und schließlich Zweitens: Ich habe den dümmlichen Geschenkgutschein der Telekom-Post für Interwetten.com darauf verwendet, die gesamte Summe von fünf Euro auf Kerry zu setzen, habe aber sofort Benutzernamen und Passwort vergessen. Hätte Kerry nun gewonnen, wäre es -wenn überhaupt- nur unter nervenzerfetzenden Anstrengungen möglich gewesen, meine 11,70 Euro von Interwetten.com zu bekommen. Und das habe ich mir, »Weh« sei Dank, erspart.

Mittwoch, 03. November 2004 23:10
»Jeder soll des moch'n, wos a net kaunn!« Welch geflügelter und nebstbei auch wahrer Ausspruch. Im Radio wurde es heute bekannt gegeben. Der von mir doch zumindest einigermassen geschätzte Alfons Haider habe endlich seine erste CD produziert. Deshalb so spät, weil er meinte, dass »ohnehin jeder, der irgendwie bekannt ist, schon irgendeine CD produziert habe«. Gleich darauf folgt eine Hörprobe. Man hört »Things«, im Original dargebracht von Dean Martin und Nancy Sinatra im Duett - jetzt dröhnen Alfons Haider und Dagmar Koller durch meinen Wagen - und es ist einfach unbeschreiblich. Selten bekommt ich so furchtbares zu Ohren. Er intoniert zwar einigermassen korrekt, hat aber ein derart schneidendes Organ, dass die Ohren schmerzen. Im vergleich zu der enorm warm-breiten Stimme von Dean Martin nicht einmal ein »Dean Martin« für Arme. Dazu Die Operettendiva Koller, welche sich im Studio sicher dachte: »Also das werde ich aber sicher anders singen, als die Sinatra...« - und sie tut es. Alles in allem etwas wirklich vollkommen sinnloses. Der Gedanke »selbst wenn ich am Klo sitzend, an fatalen Bauchschmerzen leidend, dieses Liedchen vor mich hin trällern sollte, so ist es immer noch um etwa 4,8 bis 6,9Mio Mal besser, als das, was ich hier zu hören bekomme...« schießt durch meinen Kopf. Als ich mit einem Musiker-Kollegen diese Sache, welche mir den ganzen Tag enorm im Magen lag, besprechen möchte, meinte dieser: »Naja, schwul sein alleine reicht halt doch nicht...« und ich schließe mich dieser Meinung an. Jeder Depp, der durch irgendwas bekannt ist, macht doch heute schon eine CD...

Dienstag, 02. November 2004 05:30
Gestern war sie, die Ausstrahlung - und der ORF ist vor lauter Stolz fast geplatzt. Als erster Fernsehsender im deutschsprachigen Raum durften wir gestern Abend ab 20:15 Fahrenheit 9/11 sehen. Angesichts der vielversprechenden Kritiken waren meine Erwartungen ziemlich hoch. Ob sie erfüllt wurden, dass frage ich mich jetzt - und ich kenne die Antwort noch nicht so genau. Die Filmsequenzen, welche man sonst nicht zu sehen bekommen sollte, waren zumindest etwas aufschlussreich. Ein Präsident oder ein Senator, welche während der Vorbereitungen auf eine Sendung seltsame Bemerkungen abgeben, oder aus deren Körperhaltung man lesen kann - wenn man aus Körperhaltungen zu lesen imstande ist, das ist schon was. Einige Aussagen von hochrangigen (Ex-)Beamten spiegeln zumindest jenes Bild von der amerikanischen Führung wider, welches in Europa ohnehin weit verbreitet ist. Aber dann kommen vermeintliche Opfer des Irak-Krieges zu Wort, und es wird -die Mütter der getöteten Soldaten verzeihen mir- ziemlich fad. Wozu soll denn ein Soldat im Krieg gut sein, ausser zum Schießen und erschossen werden? Ich werde bezüglich dieser Frage in mich gehen und nach einer einigermassen befriedigenden Antwort forschen...

Montag, 01. November 2004 12:20
Zu lesen war es in der Krone, wo sonst? Nicht nur, dass Polizei und Gendarmerie in Zukunft noch »näher« zusammenrücken, sie bekommen auch neue Autos, Mopeds und dergleichen. Flott sehen sie aus, unsere Hüter des Gesetzes. Wobei dem geübten Seher eine Auffälligkeit nicht verborgen bleiben kann. Die Polizei wollte zwar von mir, dass ich still halte, aber ich kann einfach nicht. Also, mit dem neuen Design wird auch gleichzeitig eine andere Neuigkeit eingeführt: weil die staatlichen Gelder immer mehr für das Durchfüttern fetter Politiker benötigt werden, hat Innenobereumel Strasser die Polizei teilprivatisieren lassen. Die Suche hat nicht lange gedauert und der neue Sponsor ward gefunden.


(C) mArtin, im November 2004.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag (»Direkter Link zum...«) im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!