| Dienstag, 31. August 2004 07:20 |
Eine Hochzeitsgesellschaft will sich fotografieren lassen, so lese ich im Bezirksjournal. Sie posieren an einem Steg am Wörthersee, dabei fällt einem der Gäste sein Mobiltelefon ins Wasser (he - fast, wie in der Werbung?!). Ein Mann in Badehose kommt näher, fragt nach der Marke des Betreibers, erfährt, dass es sich dabei um ein »one« - Teil handle und taucht anschließend in die unheimlichen Tiefen des blauen Sees. Beim dritten Mal klappt es angeblich und der Mann sagt dem Inhaber, dass er sich in Wien bei »one« ein neues Gerät abholen könne, bei dem Taucher handelt es sich nämlich angeblich um Lars Jensen, den Generaldirektor von »one« (der Chef von »one« heißt allerdings Jorgen Bang-Jensen, ist dass jetzt einfach nur ein Fehler in der Recherche, oder was...). Durchaus eine nett klingende Geschichte. Ganz glauben kann ich sie zwar nicht, aber dennoch... Eine Frage drängt sich mir aber doch auf: was hätte das Generälchen gemacht, wenn er auf seine Frage nach dem Betreiber erfahren hätte, dass es sich bei dem versunkenem Stück um ein T-Mobile Telefon gehandelt hätte? Hätte er dann dem Inhaber die Zunge gezeigt, lautstark »ätschibätsch« (oder eben ein dänisches Pendant dazu) gerufen und dem Telefon hinterhergerotzt?... |
| Montag, 30. August 2004 06:30 |
Fussball - Bundesliga. Die findet ja inzwischen fast nicht mehr statt, zumindest nicht im |
| Donnerstag, 26. August 2004 06:50 |
Gestern wieder einen Tag in den Bergen verbracht. Zusammen mit Tommy und August vom Höllental über den AV-Steig zur Aussichtsebene und über Wachthüttelkamm zurück. Beschwerlich, aber wunderbar - und jedem trittsicheren Wanderer mit guter Ausrüstung bzw. weniger Höhenangst zu empfehlen. Den ganzen Tag keinem Menschen begegnet und die Natur sozusagen in vollen Zügen genossen. Nichts, was nervt. Kein Telefonempfang. Keine lästigen Fragen. Keine Zahlscheine. Keine Steuererklärung. Kein... |
| Mittwoch, 25. August 2004 06:30 |
Österreichs Kinder sind zu dick. Das hat man jetzt auch im Ministerium (na schnell aber auch...) festgestellt. Ministerin Rauch-Kallat stellt sich an die Spitze der Kämpfer-Phalanx und möchte unseren Kleinen offensichtlich die Kinder-Milchschnitte verbieten. So heißt es im Originaltext: »Gerade spezielle Kinderlebensmittel, für die gerne mit der "Extra-Portion Milch" geworben wird, sind nur scheinbar so gesund, wie es die Produkthersteller gerne vorgeben.« Boah - jetzt bin ich aber komplett schockiert! Die Werbung sagte doch immer,... Es heißt doch, dass... Danke, liebe Frau Minister. Jetzt weiß ich, wozu Ihr da oben seid. Diese Information wird mein Leben in einer Weise beeinflussen, wie es keine Andere je... |
| Dienstag, 24. August 2004 22:40 |
Es ist ein Tag, wie jeder andere. Aber dann eigentlich doch nicht so ganz. Am Morgen, so etwa um 07:15 ein ganz kleiner Hieb in den unteren Rücken. Ein Hieb, der die Krümmung der Wirbelsäule wieder etwas stärker werden läßt. Was ist da los? Ach ja, alles klar. Der Hinweis, der jedes Jahr an diesem Tag, um diese Zeit, folgen muss. Schon wieder ein Jahr. Ein ganzes Jahr. Ein echtes, langes, komplettes Jahr - mit 52 Wochen oder 365 Tagen. Davon wieviel gute? Weiß nicht. Solange die Schlechten auch nicht dominieren - völlig wurst. Aber - mit Änderungen. Mit offensichtlich nicht mehr erreichbaren Zielen. Ich kann vermutlich nicht mehr Olympia-Gold erreichen. Für die Karriere in Amerika, mit Platin CD, wird es auch etwas knapp. Obwohl, Hans Moser begann erst mit...? Auch eine Laufbahn als Formel1 Held scheint nicht wirklich machbar. Müßte erst mal lernen, schneller mit meinem Auto zu fahren. Aber wer will schon wie Schumi enden? Von einer ganzen Nation gehasst?! Nein, ich bleibe doch mArtin. Zumindest für heute. |
| Donnerstag, 19. August 2004 06:40 |
Angenommen, man hat einen Erzfeind, den man am liebsten beseitigen möchte - man will aber nicht unbedingt in den Häfen. Eine unlösbare Situation? Nicht so in Österreich. Im Mekka des Weins ist so einiges möglich. Zigarettenpackungen müssen per Verordnung schlimmste Aufschriften tragen, aber Alkohol ist ja nicht ganz so gefährlich. Also gilt für obige Problemstellung: ordentlich einen Ansaufen, und anschließend mit etwa 2,5 - 2,8 Promille den so gehassten Menschen mit dem KFZ und ohne Führerschein hinrichten. Spätestens seit gestern wissen wir ja folgendes: bei zwei toten Menschen und sechs Schwerverletzten bringt dies in Österreich etwa eineinhalb Jahre unbedingt. Bei nur einem Getöteten und einem etwas besseren Anwalt, bzw. netten Zuwendungen an die Richterschaft (Präsentkörbe mit »erlesenen Tropfen« machen sich immer gut!) könnte man da sicher... |
| Mittwoch, 18. August 2004 06:20 |
»Tor, Tor, Tor, Tor, Tor, Tor - i wer' narrisch!« Wie lange doch eine ganze Nation von einem einzigen Ausspruch zehren kann (=muss!). »Cordoba 1978« - wird der Name dieser Stadt in Argentinien zusammen mit der Jahreszahl 1978 genannt, so hat nahezu jeder Österreicher ein perfektes Bild vor Augen: die Deutschen wurden endlich einmal aus unserer Sicht geradezu vernichtend geschlagen. Das diese Schlacht auf dem Fussballfeld stattfand, ist dabei nahezu unwichtig. Aber dieser »Mythos Cordoba '78« wird noch um einiges länger halten müssen. Denn ob in nächster Zeit (z.B. heute Abend ?!?) abermals solch eine Sensation stattfindet, darf bezweifelt werden. Ausserdem, wo wäre denn ein Edi Finger (na aber sicher nicht Junior!), der das Spektakel auch passend kommentieren könnte?! |
| Dienstag, 17. August 2004 21:30 |
Endlich, die zweite Medaille läßt viele aufatmen. Silber bekommt Claudia Heill, die bis heute absolut niemand kannte. Jetzt aber wird die 22-jährige Judo-Kämpferin von 75% der Bevölkerung heiß geliebt. Und das mindestens für zwei Wochen. Um anschließend wieder sang- und klang- los in der Suppe der Bedeutungslosigkeit zu entschwinden. Schade eigentlich, denn beim abendlichen Interview schien sie recht sympathisch und klug zu sein, aber: sie fährt nicht Schi, sie ist kein Mann der Fussball spielt, sie macht weder bei Talentemania, TaxiWixwax, Sex-Spedition oder Salzburger Festspiele mit und ist kein Pornostar. So hat man in Österreich halt relativ schlechte Karten... |
| Montag, 16. August 2004 08:20 |
Aus aktuellem Anlass hier der olympische Medaillenspiegel für Österreich, direkt aus Athen: siebenter Platz mit zwei Gold- und drei Bronze-Medaillen! Bevor jetzt ein allseitiges Aufatmen stattfindet gebe ich aber lieber zu - es handelt sich bei dieser Aufstellung um das Endergebnis von Olympia 1896 in Athen. Die Wahrheit für 2004 sieht etwas anders aus. Wieder einmal vergeben unsere hoffnungsvollen Olympioniken sämtliche Chancen. Die Tschechen, Kuba, Indonesien, selbst die Mongolen sind uns derzeit weit voraus - sie haben bereits für Edelmetall gesorgt. Wir durften nur zusehen, wie Beach-Volleyballer, Reiter, Schwimmer, Radfahrer und andere Sportler mit einem charmant-österreichischen Lächeln versagten. Na gut, liebe Freunde und Zwetschkenröster aus aller Welt, dann wartet nur auf das nächste Winter-Olympia, es soll Euer Waterloo sein. Unsere Hermänner und Stefaner werden Euch das Gold schon noch abnehmen! »Dabei sein ist alles« wem dieser Satz einfiel, der hatte eindeutig keine Idee von der heutigen Zeit... |
| Freitag, 13. August 2004 20:10 |
Ich überlege eifrigst den ganzen Tag, was mir dieser Satz mitteilen soll, welche Aktion der Media-Markt hier bewirbt. Sollen die Kunden hinkommen, um zu bewundern, wie ein Autoradio in das Media-Markt Haus eingebaut wird? Soll man sein eigenes Haus mitbringen, um ein Autoradio einbauen zulassen? Oder stellt dieser Satz ganz einfach nur die grammatikalischen Fähigkeiten von jemanden unter Beweis, auf dessen Mist auch »JUBELPREIS statt Jubiläumsscheiß« gewachsen ist?! |
| Donnerstag, 12. August 2004 06:10 |
»Achtung, hier wird ihnen der letzte Nerv gezogen!« dieser Text sollte doch auf den Warteschleifenbändern unter der Telekom Austria Hotline Nummer laufen. Dann wären die Erwartungen nicht so enorm hoch, und die Menschen würden ahnen, was unweigerlich folgt. Aber nein, die werten Mitarbeiter werden absolut ohne Vorwarnung auf uns losgelassen. Ich kann und möchte hier gar nicht den kompletten Briefwechsel und die Telefonate, den ich mit der Telekom bezüglich einiger Fragen zu einem eventuellen »Providerwechsel« hatte, auflisten, man würde mir das ohnehin nicht abnehmen. Das alleinige Ergebnis zeigt bereits, wie es um unser »Vorzeigeunternehmen« steht. Wie also ein Providerwechsel funktioniert, und was ich dabei an die Telekom zu zahlen habe, dass wusste schlussendlich Tiscali... |
| Mittwoch, 11. August 2004 20:00 |
Es ist doch etwas amüsierend, wenn man mitbekommt, wie sich Menschen von dem einzig wahrheitsspendenden Medium (dem Fernsehen) manipulieren lassen. Aber nicht mehr so ganz, wenn man bemerkt, dass die Manipulierten immer jünger werden, die Lügen aus dem elektronischen Kasten also immer früher wirken. Die gefundenen Zeilen wurden von zwei Mädchen verfasst, Angelika und Julia, zwölf und zehn Jahre alt. Geradezu entzückt sind sie von einem singenden Pickelgesicht aus New York, das Titel wie "I'd Rather Fuck With You" oder "I love them hoes", aber auch "Actin' like a slut" zum Besten bringt. Und dann rezensieren die Kinder, wie rechts zu lesen ist. Alles klar, ich erkenne hiermit, dass ich offenbar doch zur bürgerlich brav konservativen Fraktion gehöre, denn mit 12 wusste ich mit »Nutten«, »ficken«, »Schlitzen« und dergleichen noch nichts anzufangen... |
| Donnerstag, 05. August 2004 08:10 |
Auf die Werbung kommt es an! Kaum etwas sagt über eine Gesellschaft mehr aus, als die jeweilige Werbung. Wenn man sich also so manch gedruckte oder andersweitig medial veröffentlichte Kampagne näher ansieht bzw. liest, so kann man bereits einiges über den Zustand der jeweiligen Gesellschaft erfahren. Derzeit stürzt sich die Werbewirtschaft scheinbar ausschließlich auf die teilweisen Analphabeten und streut seltsamste Sprüchen recht grosszügig unter's Volk. Da bleibt nur die Hoffnung, dass solche Inserate wie jene links, nur von wenigen Menschen außerhalb unseres Landes wahrgenommen werden können. Was sollen sich die über uns bloss denken - am Ende noch die Wahrheit?! An die »Kreativ-Direktoren« (in Zeiten des alles einnehmenden Anglizismus ja eigentlich: »CD«) in den supereren Werbeagenturen - auch ich hätte eine Masse an genial-passenden Ideen für Eure Kampagnen, wie: oaschOaschIm Prinzip »Arsch«. Stimmt jedoch nicht ganz, da »Oasch« im Normalfall als Eigenschaftswort benützt wird. Bsp.: »Des Auto is oasch!« Übersetzung: »Das Auto ist schlecht!« WoArme Preise am laufenden *ggg*Gleise! © oder Jeder Beideltritt - ein Preishit! © aber auch Lieber ganz billiger gekauft, als schwanzmäßig teuErer versauft! ©... die Rechte für diese genialen Werke liegen derzeit selbstverständlich noch bei mir, können aber jederzeit gegen enorme Mengen Bares abgetreten werden! |
| Mittwoch, 04. August 2004 07:30 |
Ich atme entspannt auf und kann wieder froh und voll des Glücks sein. Laut einer gestern veröffentlichten Umfrage bleibt für 92,3% der Österreicher die Kirche weiterhin moralische Instanz. Denn wo sonst hat man so anschauliche Beispiele für Kindesmissbrauch, sexuelle Übergriffe und andere Untaten in derart kompakter Form?! Nur dort weiß man genau, wo Moral aufhört und Unmoral beginnt - also freuen wir uns auf neue Belehrungen von Krenn und Konsorten. Interessant ist, warum die Österreicher der Kirche die »moralische Instanz« weiterhin abnehmen: 82% der Befragten freuten sich lt. OÖN nahezu unbändig über die hübsche Grabrede von Schönborn anläßlich Klestils Beerdigung. Und da kann man doch schon mal über die neuen Aussagen (OT: "Dass Männer Frauen dominieren, leiten wir (der Vatikan) aus der Erbsünde ab. Eva wollte zu viel Erkenntnis, und nun wird sie mit der Männerherrschaft bestraft!) bezüglich Frauen und Kirche und dergl. hinwegsehen, oder?! |
| Dienstag, 03. August 2004 07:40 |
Rund um einen Badesee in Plesching (Linz) gibt es ein grosses Problem: FKK-Badegäste beschweren sich über Gruppen von Männern, welche sich in der Nähe des FKK-Bereiches aufhalten, allerdings angeblich mit dem einzigen Ziel, die nackten Badegäste zu beobachten. Aus diesem Grunde wird seit drei Wochen ein Sicherheitsdienst beauftragt, die Badenden vor den Spannern zu schützen. Wer schon einmal in einem FKK-Gelände zum Baden war, der weiß ziemlich genau, dass das Stamm-Klientel der Badegäste zu einem nicht unbeträchtlichen Teil aus nicht ganz so wirklich schönen Menschen besteht, ein Spanner müßte schon einen ziemlich guten Magen haben und über eine schier grenzenlose Fantasie verfügen, um sich mit dem gebotenen Material aufgeilen zu können. Abgesehen davon liegt für so manchen Nacktbadenden der Spass an der Sache darin, sich eben nackt präsentieren zu können. Irgendwie wirkt das Szenario auf mich wie ein krampfhafter Hilfeschrei der FKK-Kommune wegen zu wenig Aufmerksamkeit... |
| Montag, 02. August 2004 05:40 |
Gestern und Vorgestern wurde sie präsentiert, die neue Kleidung unser Olympioniken. Dabei hat man offenbar Bedacht darauf gelegt, die österreichischen Sportler nicht zu sehr durch deren Kleidung positiv auffallen zu lassen. »Ohne Unterstützung der Wirtschaftskammer Österreich wäre eine so schöne Kleidung nicht möglich gewesen«, so ÖOC-Präsident Leo Wallner im Originaltext. Was ich von der Wirtschaftskammer zu halten habe, weiß ich als direkt Geschädigter nur allzu genau. Jetzt aber weiß es ganz Österreich. Das Festtags-Sackerl, dessen Stil nicht zweifelsfrei einzuordnen ist, sieht ein bisschen nach verpfuschtem Dior von 1959 aus, und stünde auch den Sacher-Kellnern bestens. Die Trainingsanzüge wurden (vermutlich aus Geldnot) auf der Mariahilferstrasse flanierenden Ungarn direkt vom Leib gestohlen, und dennoch: der ganze Spass kostet immerhin 34401,-- Schilling (Schlechtgeld: 2.500,--) pro Mann/Frau und Nase/Ohr. Damit aber die Sportler ob ihrer seltsamen Bekleidung nicht allzu traurig werden, bekommen sie von Durex während der Spiele immerhin 130.000 Kondome geschenkt. Darf also jeder etwa zehn Mal seinen Frust ablassen - oder wenn untereinander, dann halt noch etwas mehr... |
