Mittwoch, 09. Jänner 18:40
Gotteslästerung, wahrscheinlich...

Auf meinem Lieblingssender im Bereich Acid-Jazz gibt es in den letzten Tagen so ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
einen Schwerpunkt für Miles Davis. Man könnte durchaus behaupten, ich bin mittlerweile so etwas wie ein (ganz) kleiner Spezialist für Miles Davis. Da liegt auch schon das Problem: Soll ich mich der allgemeinen Meinung über diesen großen Künstler anschließen oder doch lieber das frei heraus sagen, was ich über ihn denke?

Die Entscheidung ist gefallen.
Möglicherweise hat er wirklich durch seine recht eigenwillige Spielart Tür und Tor für andere Musiker geöffnet, den einen oder anderen Solisten mehr oder weniger stark beeinflusst und war maßgeblich an der Entwicklung verschiedener Stilrichtungen im Jazz beteiligt. Das kann ich nicht beurteilen, da ich weder Trompete spiele, noch tiefer im Jazz beheimatet bin.

Wenn ich seine Musik höre, dann habe ich irgendwie das Gefühl, ich stünde auf einer Vernissage, wo man genau erkennen kann, dass der malende Künstler sich einen Heidenspaß daraus macht, die Menschen mit seinen Kritzeleien zu verarschen. Ich kann das Genie des Miles Davis einfach nicht heraushören. Er verwendet zu oft billige Synthesizer-Sounds (die damals selbstverständlich gar nicht so billig waren!) in der Begleitung, einen miesen Drum-Computer und spielt dazu nicht notierbares Material, das oftmalig so klingt, als würde ein schlecht geöltes Garagentor langsam geschlossen.

Zu meiner Verteidigung muss ich gestehen: Ich habe auf Arte die Dokumentation über Betty Davis gesehen. Sie war (eigentlich: ist – nur, dass sie nicht mehr auftritt...) eine wirklich atemberaubend talentierte Musikerin und hat in der sehr von Männern dominierten Musikrichtung Funk einiges geleistet (Der geneigte Liebhaber von etwas härterem Funk wird hier 56 Minuten lang verwöhnt).
Betty Davis hat ihren Nachnamen – man ahnt es bereits – durch ihre Heirat mit Miles Davis. Und der soll laut dieser Doku kein wirklich guter Ehemann gewesen sein. Dafür, dass Betty den in den 60ern noch kreuzbraven Trompeter Miles mit der Musik von Jimi Hendrix und anderen wichtigen Leuten aus der Pop- und Rock-Szene bekannt gemacht hat, revanchierte er sich mit schwer eifersüchtigen Szenen, da er Sorge hatte, sie könne eventuell mehr Erfolg haben als er.

Ich meine, das alles höre ich in der Musik von Miles Davis. Für mich klingt sie nicht echt, nicht authentisch. »Konstruiert« ist wohl der richtige Ausdruck. Natürlich kann auch in so einer Konstruktion ein gewisses Genie innewohnen – aber den großen Mythos um Miles Davis erklärt es mir nicht...

2 Kommentare


(C) mArtin, im Jaenner 2019.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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