Freitag, 06. Juli 18:40
Es gibt mir doch ordentlich zum Nachdenken: Im Zuge der Arbeit für das Suchmaschinen-Ranking der Hochzeits-Webseite komme ich dahinter, dass ein fremder Fotograf Text-Teile von unserer Seite auf seiner Seite verwendet. Es scheint für mich keine enorme Sache zu sein, dennoch schreibe ich das in einer Email an August – aber halt eher gedacht mit einem Augenzwinkern. Der aber liest das, sieht sich die fremde Seite daraufhin genauer an und kommt schlussendlich dahinter, dass dieser Fotograf nicht nur ganz gerne die Texte von uns ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
abgeschrieben
, sondern auch mindestens 20 Fotos – zum Teil mit eigenem Wasserzeichen versehen – auf seinen Seiten und Social-Media-Auftritten verwendet hat. Natürlich hat August noch am gleichen Tag dementsprechend reagiert – und mir auch davon berichtet.

Was mich nun beschäftigt, ist folgendes: Wie geht das? Wie bringt es der Betreiber einer anderen Seite zusammen, fremde Werke als seine eigenen Werke auszugeben?

Wenn ich zum Beispiel einen Song geschrieben habe und einige Tage später bemerke, dass mein neuer Song einem anderen Song, den es bereits gibt, zu ähnlich klingt – dann bekomme ich ganz seltsame Gefühle. Obwohl das beim Komponieren sicher nie meine Absicht war und es wahrscheinlich sowieso niemand merken würde, werfe ich den Song weg. Weil ich mich sonst schämen würde. Ist es also das? Das Schämen? Fehlt diesem fremden Fotografen einfach nur eine gewisse Portion Schamgefühl?

Zum Zweiten: Dieser Fotograf muss schon sehr dumm sein. Also wirklich: sehr, sehr dumm. Es ist ja ganz natürlich: Grundsätzlich funktioniert das schon, wenn man schaut, was die anderen Seitenbetreiber machen, damit sie im Ranking der Suchmaschine weit oben sind – um dies dann auch so oder so ähnlich zu machen. Aber man muss sich dann doch auch darüber im Klaren sein, dass die Betreiber der anderen Seiten ebenso die eigene Seite einmal ansehen könnten. Hat der fremde Fotograf tatsächlich nie an so eine Möglichkeit gedacht?

Noch schlimmer: Was, wenn er dann wirklich einen Auftrag bekommt und die Kunden nach dem Auftrag bemerken, dass die erbrachte Leistung gar nicht so aussieht, wie auf den Fotos auf der Homepage? Oder hat er nie die Möglichkeit bedacht, dass der Kunde beim Stöbern selber sehen könnte, dass diese Fotos auch auf anderen Seiten vorkommen?

Folgendes meine ich jetzt wirklich ernst: Mir tut dieser Fotograf ehrlich leid. Ich kann es nicht nachvollziehen, was in ihm vorgeht – aber wenn man mit der eigenen Arbeit niemanden begeistern kann, das tut einfach außerordentlich weh, das ist klar. Insofern wünsche ich ihm, dass er im Zuge dessen, was nun auf ihn zukommt, vielleicht diese eine große Erkenntnis hat.
Nur, besonders wahrscheinlich ist das nicht...

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(C) mArtin, im September 2018.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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