Dienstag, 03. Juli 18:30
Es ist für mich schon ziemlich interessant, wenn ich in einer Dokumentation über Sammy Davis Jr. einen Ausschnitt aus einer Tanzshow der 30er Jahre sehe und dort ganz eindeutig Figuren zu erkennen sind, die man immer wieder im BreakDance der 80er-, 90er- und 00er-Jahre sehen kann. Einiges von dem, was einem als Neuheit erscheint, ist dann am Ende also doch nur geborgt, gestohlen oder – wenn man es positiv betrachten möge – (abgewandelt) wiederverwendet. Ist auch schwer, etwas wirklich Neues zu machen. Das gilt im Bereich der Kultur immer wieder, ebenso für die Musik.

Heute höre ich in einer Musik-Doku zufällig wieder einen Song, den ich in den 90ern ziemlich gerne mochte: »Del tha Funky Homosapien mit dem Titel MistaDobalina«. Hip Hop aus einer Zeit, wo die Musiker noch weniger Waffen tragen mussten. Für mich damals eine sehr coole und völlig neue Musik mit absolut neuen Ideen.
Heute in der Doku wird allerdings verraten, dass die Funky Homosapien-Kapelle doch nicht so ganz als Erste diese Idee hatte. Das Sample »MistaDobalina« stammt nämlich in Wahrheit von den Monkees (Du erinnerst Dich sicher an »Im a believer«), die 1967 einen einminütigen Nonsense-Song mit dem Titel »Zilch« produziert hatten. Für meine Ohren eindeutig ein sehr rhythmischer Hip-Hop-Track – und das bereits im Jahr 1967!
Es gibt also eh nie irgendwas wirklich Neues. Es würde mich gar nicht mehr so arg wundern, würde sich herausstellen, dass man einen vergessenen Hip-Hop-Titel von Schubert gefunden hätte...

PS: »Zilch« heißt auf Deutsch übrigens so viel wie »nix«...

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(C) mArtin, im November 2018.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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