Dienstag, 12. Juni 17:30
John-Wayne-Politik könnte man das nennen, was Donald Trump da veranstaltet, wenn man so möchte.
Ich kann aber – bei allen in mir vorhandenen, äußerst seltsamen Gefühlen gegenüber der Person Trump – meine innere Freude über die heutigen Nachrichten nicht verhehlen. Da hat es der Onkel Donald doch tatsächlich geschafft, mit einem der wichtigsten Diktatoren unserer Welt so richtig ins Gespräch zu kommen. Herr Kim aus Nordkorea – der von Trump noch vor wenigen Wochen als der kleine Mann mit den kleinen Raketen und dem noch viel kleineren Knopf tituliert wurde – hat sich einfach so mit Trump getroffen und ein längeres Plauscherl gehalten. Bitte, wenn das nicht ultra-geil ist, was dann?! Niemand in der ganzen westlichen Welt hat es in den Jahren seit der Machtübernahme von Kim Jong-un geschafft, mit ihm zu reden, geschweige denn, irgend etwas auszuhandeln. Dann kommt einfach so der Cowboy aus den USA mit den Zuhälter-Manieren vorbei und macht einen Deal innerhalb von wenigen Stunden.

Ich glaube nicht, dass Trump über besondere Fähigkeiten verfügt, oder plötzlich sein diplomatisches Einfühlungsvermögen entdeckt hätte. Nein. da haben sich einfach zwei Typen getroffen, die erkennen mussten und durften, dass sie ganz gerne Kumpel wären, die gemeinsam Football oder Basketball anschauen und auf die Jagd gehen, oder so. Klar, Kim und Obama oder Kim und Merkel, das hätte irgendwie so gar nicht gepasst – und die zwei angesprochenen hatten für solche Treffen auch immer wieder unerfüllbare Forderungen an Kim gestellt. Aber Kim und Trump, das passt einfach und Trump sind Forderungen scheißegal. Solange es geile Fotos vom Treffen gibt.

Natürlich kommt das Treffen vor allem in den europäischen Medien gar nicht gut weg. »Alle Deals werden sicher noch zeitnah platzen...« ist die mehr oder weniger einhellige Schlussfolgerung. Und man macht sich auf allen seriösen Sendern mehr oder weniger lustig über die zwei Machthaber(er).

Stimmt. Es könnte schon sein, dass wirklich alle Deals platzen, Nordkorea doch nicht frei von Atomwaffen wird und auch niemand einen echten Friedensvertrag zwischen Nord- und Süd-Korea unterzeichnen möchte.
Aber es könnte auch sein, dass dem nicht so ist und sich in der Welt wirklich etwas in Richtung Frieden tut.
Ich denke nicht, dass dies irgendein westlicher Medienfuzzi wirklich seriös einschätzen kann. Eher denke ich, dass man es dem Onkel Trump nicht gönnen würde, hätte er damit wirklich Erfolg. Denn dann wäre ihm der Eintrag in alle Geschichtsbücher dieser Welt tatsächlich sicher. Und der Friedensnobelpreis ebenfalls. Und dies würde wiederum bedeuten, dass in den USA die Phase des doch eher sehr seltsamen Präsidenten doch noch viel länger dauert, als alle derzeit annehmen.

Tja, es hat eben alles seine gute und seine schlechte Seite...

3 Kommentare


(C) mArtin, im Oktober 2018.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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