Montag, 11. Juni 19:10
Es war eine kleine aber gar nicht so unwichtige Information, die uns am Wochenende erreichte:
Man sollte ja eher nicht darüber reden oder schreiben, da man ansonsten sofort zu den großen Neidern gehört. Ich tue es mir dennoch an und versuche dabei aber einen etwas anderen Weg einzuschlagen. Es geht – wieder einmal – um ein Politikergehalt. Der Klubobmann der Liste Pilz – Rossmann – geriet in irgendwelche Turbulenzen und wollte diese mit der Veröffentlichung seines Gehalts ein wenig glätten. Er verdient knapp 17.000,- Euro brutto pro Monat. Ich habe es in Ö1 gehört, mehr oder weniger aus seinem eigenen Mund, Österreich oder heute hätte ich das nämlich eher nicht abgenommen.

Für einen Schwarzen oder Blauen wäre das – nach meiner Ansicht – total OK. Vor denen erwarte ich nichts anderes. Es handelt sich bei Bruno Rossmann allerdings (angeblich) um einen linken Politiker. Um einen Politiker, der unter anderem immer wieder davon redet, dass die Schere zwischen Arm und Reich auch in Österreich stets nur größer wird. (Da ich ja durchaus über freundschaftliche Kontakte zu »Reich« verfüge, kann ich dezidiert bestätigen, dass mit diesem Wert auch die Schere zwischen Reich und echt Reich immer größer wird...)

Einer, der die allerorten größer werdende Armut in Österreich beklagt, einer, der davon redet, dass immer mehr Menschen in Österreich in prekären Verhältnissen leben müssen, einer, der den sterbenden – oder zumindest vor sich hinsiechenden – Sozialstaat beweint, bezieht ein Gehalt, dass sich der aus den prekären Verhältnissen kommende Mensch einfach nicht mehr vor seinem geistigen Auge vorstellen kann. Es ist halt doch ein sehr bildliches Beispiel dafür, was der kleine Mensch auf der Straße meint, wenn er sagt, dass die Politiker sowieso einen echten und/oder ehrlichen Kontakt zum Volk verloren hätten. Herr Rossmann weiß eher nichts mehr vom Leben seiner Wähler – das steht ziemlich fest.

Der Fun-Fact am Rande ist, dass ja immer wieder behauptet wird, dass Politiker sehr feine Menschen wären, denn in der Privatwirtschaft verdiene man ja doch um einiges mehr. Und wenn sie nicht dorthin wechselten, dann wäre dies ein eindeutiger Beweis dafür, dass ihnen das Land und die Menschen am Herzen liegen würden...

Mir gefällt die Sache. Während ich diese Zeilen tippe, habe ich tatsächlich ein leichtes Lächeln auf den Lippen.
Ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
peinlich ist mir halt einmal mehr, dass ich diese Partei als Wahltipp an einige Freunde weitergeleitet habe. Aber ich habe daraus gelernt...

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(C) mArtin, im August 2018.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!