Freitag, 08. Juni 21:00
Apropos Umwelt: Es gibt da eine recht skurrile Sache in Bangalore. Bangalore ist eine Kleinstadt in Indien mit etwas über 12 Millionen Einwohnern. Viele Produkte, die wir benutzen, kommen aus Bangalore. Denn dort kann man genau das tun, was die armen Hersteller in aller Welt so gerne täten, bei uns in vielen Ländern aber leider nicht mehr dürfen: Auf alle Arbeitsgesetze, Auflagen und Vorschreibungen scheißen. Und natürlich werden nicht nur die Menschen in Bangalore verbraten, sondern auch noch ganz großzügig die Umwelt. Das zünftige Unternehmer-Herz jubelt laut auf. Es gibt in Bangalore absolut keinen Umweltschutz, praktisch alle Abwässer werden vollkommen ungeklärt in Flüsse und Seen gepumpt. Und diese Gewässer rächen sich dann. Wenn es wieder einmal etwas heißer in Bangalore wird, dann kann es schon sein, dass sich die giftigen Gase aus den schlammartigen Chemie-Gewässern entzünden – und dann brennt der See halt ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
...

Als ich das in einer Dokumentation gesehen habe, konnte ich nicht anders... als lachen. Halt leider ein eher zynisches, fast schon sarkastisches Lachen. Bangalore sieht an vielen Stellen aus, wie eine beliebige, sehr reiche und westlich orientierte Großstadt. Aber es gibt eben auch jene Orte, die so ärmlich und verloren aussehen, wie man sich Slums in Indien vorstellt. Und dann gibt es diese brennenden Seen und Flüsse. Und die Menschen, die daneben stehen und sich absolut nicht darüber wundern. Weil es in deren Leben halt doch relativ ganz normal ist, wenn ein Fluss brennt...

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(C) mArtin, im Juni 2018.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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