Freitag, 04. Mai 18:10
Es fällt mir seit ein, zwei Jahren stets stärker auf: Immer mehr das Grün pflegende Arbeiten in Wien werden von Wolfsbergern erledigt.
Immer dann, wenn irgendwo in Wien Bäume gestutzt werden oder Gras auf größeren Flächen gemäht wird, dann sind Autos mit Wolfsberger Kennzeichen nicht weit.

Da die Stadt Wien ja schon seit längerer Zeit die Pflege der eigenen Stadt in fremde Hände gibt – Stichwort: Outsourcing – muss sie dies vermutlich per Ausschreibung tun. Und diese Ausschreibungen gewinnt halt vermehrt eine Firma aus Wolfsberg. Nicht Wolfsgraben bei Wien oder Wolfersberg in Wien. Nein, Wolfsberg. Das Wolfsberg in Kärnten.

Es will mir nicht ganz klar werden, wie eine Firma, deren Sitz 300 Kilometer vom eigentlichen Arbeitsort entfernt ist, das günstigste Angebot legen kann. Noch dazu bei einer Arbeit, die man jetzt wirklich nicht zum höheren Preisbereich zählen kann. Die Stundenlöhne bei Grünarbeit sind sicherlich überschaubar. Aber vermutlich ist genau das der Schlüssel an der Sache: Sowohl Slowenien als auch Ungarn sind von Wolfsberg nicht weit weg. Und dort gibt es sicher genügend Arbeiter, die sich leicht ausbeuten lassen und für Stundenlöhne arbeiten, für die in Österreich eh niemand arbeitet. Weil es zudem ja auch irgendwie gegen das Gesetz wäre.

Ich wollte meine Vermutung zerstreuen und habe versucht, mit einem der Arbeiter aus Wolfsberg in Kontakt zu kommen. Tatsächlich konnte er mich nicht verstehen und sein nervöser Blick in Richtung seines Kollegen sprach Bände. Aber die Hauptsache ist ja, dass unser Wien schön sauber bleibt. Natürlich gebe ich zu: Ich könnte mit meiner Vermutungen auch komplett irren und diese Arbeiter verdienen unglaublich viel Geld...

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(C) mArtin, im August 2018.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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