Mittwoch, 11. April 18:00
Mir ist da etwas aufgefallen: Die Zusendungen von Fäsbuck, wo ich gebeten werde, mir doch bitte einen kleinen Virus zu installieren, kommen (bisher) ausschließlich von Accounts, welche Frauen gehören. Heute kam die siebente oder achte Aufforderung, auch diese war von ähnlicher Machart und hatte auch ein ähnliches Ziel.

Fäsbuck-Viren sind – und ich vermute, dies wird der Normalfall sein – eigentlich keine echten Viren, sie machen nur vergleichsweise kleinen Ärger auf Deinem Rechner. Unter Umständen bekommt das Opfer gar nicht mit, dass sein Rechner befallen ist. Diese kleinen Schadprogramme installieren zum Beispiel Browser-Erweiterungen, die einem dann immer passende Werbung anzeigen, oder leiten Amazon-Seiten immer so um, dass der eigene Einkauf so wirkt, als hätte man diesen über einen Amazon-Empfehlungs-Link getätigt. Da man dadurch weder sonderlich gestört wird und seine Ware ja auch ganz normal erhält, ist dies den meisten Leuten egal. Dennoch würde ich keine fremden Fäsbuck-Links einfach so anklicken, wer weiß schon, was denen sonst noch so alles einfällt.

Zurück zum Thema: »Viren für Frauen«. Ich habe mir alle Viren-Links genauer angesehen und die Fallen analysiert. Alle haben etwas mit sehr herzigen Spielchen, herzigen Tieren oder Tieren in Not zu tun. Und das funktioniert eben viel besser bei Frauen! Wie wir ja wissen, sind die sozialen Kompetenzen von Männern im Vergleich zu denen der Frauen ziemlich bescheiden – abgesehen vom ekeligen Networking, das können Männer. Aber emphatisch handeln, das ist für viele Männer ähnlich unvorstellbar wie nach dem Essen das Geschirr abzuwaschen.

Die Programmierer sind ja (in der EU) zu 86,21% Männer. Für Programmierer von Viren gibt es leider keine öffentlichen Statistiken, aber in bin mir ziemlich sicher, dass dort der Männeranteil noch wesentlich höher liegt. Und diese Männer überlegen sich genau, wie man an ein Opfer herankommt. Dabei hat sich offenbar jene Methode bewährt, an die Menschlichkeit und das menschliche Mitgefühl zu appellieren. Und das funktioniert eben viel besser bei Frauen. Viele Viren-Fallen beginnen mit einem Text wie etwa: »Das musst Du Dir ansehen, ich war schockiert über so viel Grausamkeit...«. Unter dem Text ein Bild, dass dem User / der Userin suggeriert, dass der Link zu YOUTUBE führen würde, was er allerdings nicht tut. Man wird danach auf einer völlig fremden Seite aufgefordert, »das Video« herunterzuladen. Nach dem Herunterladen soll man es starten, womit man sofort den Virus auf dem eigenen Rechner installiert, da es natürlich kein Video ist, sondern der Virus höchstpersönlich. Da es sich oftmals aber eben nicht um einen echten Virus handelt, sondern zum Beispiel nur um ein Plugin für den Browser, sind da auch die besten Virenprogramme relativ machtlos.

Es wird auch dies nur eine Phase unter vielen sein, auch da werden sich die Präferenzen der Programmierer wieder einmal ändern. Bis dahin sei halt doch ein wenig vorsichtig, wenn Dir jemand per Fäsbuck-Nachricht etwas »ganz, ganz herziges« zeigen möchte...

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(C) mArtin, im September 2018.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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