Montag, 04. September 19:20
Große Wahlen stehen vor der Tür. Nicht nur bei uns gibt es am 15. Oktober die Wahl zum Nationalrat, auch in Deutschland wird schon in knapp zwei Wochen, am 24. September, ein neuer Bundestag gewählt. Für mich definitiv ein höchst willkommener Anlass, meine theoretische Gesinnung mit dem zu vergleichen, was ich denn gerne wählen möchte oder wählen würde – wenn ich denn wählen dürfte. Ja, hier darf ich eh wählen, aber bei unseren nördlichen Nachbarn leider nicht.

Also auf zum Wahl-O-Mat zur Bundestagswahl 2017 – das deutsche Pendant zu unserer Wahlkabine. 38 Fragen wurden hier den Parteien gestellt und deren Antworten werden mit meinen (Deinen) verglichen. Die Bedienung ist nicht ganz so angenehm wie jene der österreichischen Version, auch die Gewichtung der einzelnen Fragen ist nicht so fein einstellbar. Das ist nach meiner Meinung ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
schade, denn so manche Frage rangiert bei mir eher unter »is ma so unglaublich wuaschtwuascht


Egal.

Also, »wuascht« ist nicht »egal«, »wuascht« bedeutet vielmehr »egal«. Wobei »Wuaschtl«, so man es zur Bezeichnung eines Artgenossens verwenden sollte, eher nichts mehr damit zu tun hat. Der ist einfach nur ein Depp.
, wia nua wos!
« während mir eine andere Frage direkt unter den Fingernägeln brennt. Aber egal, man muss es nehmen, wie es eben kommt. Und siehe da, die mangelnde Bewertungsmöglichkeit ändert anscheinend absolut nichts an meiner Einstellung. Auch in Deutschland wäre und bliebe ich per Definition ein Linker. Dass in meinem Ergebnis das Satireprojekt »Die Partei« ganz oben rangiert, empfinde ich als positiv und sehr befriedigend, dass CDU/CSU mit ihrer Einstellung praktisch gleichauf mit der AfD sind, stimmt mich doch ein wenig nachdenklich.

Wobei ich dennoch darauf hinweisen möchte, dass ich Angela Merkel immer noch für eine der fähigsten PolitikerInnen der Welt halte. Obgleich sie eher nicht meine Werte, Ziele und Einstellungen vertritt, schafft sie es in weiten Teilen, Entscheidungen zu treffen, die durchaus meiner Meinung oder meinem moralischen Empfinden entsprechen oder zumindest zusagen. Die Entscheidung über die Ehe-für-Alle und wie sie diese eingefädelt hat, war ganz einfach: genial! (Kurz zur Erinnerung: Natürlich sind sowohl die CDU, als auch die CSU gegen die sogenannte »Homo-Ehe«. Merkel selbst war sogar dagegen. Aber sie hat die Zeichen der Zeit erkannt und daher für diese Abstimmung den Clubzwang aufgehoben, da sie genau wusste, dass es in den eigenen Reihen einige Abweichler gibt. So konnte sie ihr Gesicht wahren und die richtige Entscheidung treffen. Ein schönes Beispiel von wirklich großer Politik.

Aber zurück zu den Wahlen – und damit zurück nach Österreich.

In der Wahlkabine gibt es das altbekannte System mit Frage und Gewichtung. Wenn mich nicht alles täuscht, waren wir in Österreich mit dieser Internetseite zur Wahl auch wesentlich früher dran, als die Deutschen. Da sieht man wieder einmal: Auch ein blindes Huhn...
Das Ergebnis ist eh wie jedes Jahr: Ich sollte die Kommunisten wählen, oder halt eventuell die Grünen. Für mich dieses Jahr unmöglich. Die Grünen wähle ich schon seit Jahren nicht mehr, weil sie mehr und mehr ins populistische Eck wandern und dennoch behaupten, sie wären so unglaublich anders als alle Anderen. Die Kommunisten habe ich zwar in den letzten Jahren gewählt – mir war aber bei jeder Wahl zum Nationalrat klar, dass sie trotz meiner wertvollen Stimme sowieso nie die Vier-Prozent-Hürde nehmen würden.

Heuer habe ich aber eine andere, eine neue Möglichkeit: Die Liste Pilz. Aus irgend einem Grund – den ich leider nicht kenne – habe ich da nicht so viel Übereinstimmung wie mit den Kommunisten, aber wählen werde ich ihn trotzdem.

I sag' amal so: Ich werte das Ergebnis der Wahlkabine als Empfehlung und setze mich dann ganz locker darüber hinweg...

2 Kommentare


(C) mArtin, im November 2017.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


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