Mobil-Modus








Impressum



Freitag, 18. Mai 2012 22:40
Apropos Werbung: Die Urania Puppenbühne versucht es derzeit auch wieder einmal mit einem neuen Sujet. Ist mir vor etwa drei Stunden vor die Telefon-Linse gefahren. Selber kann ich mich zwar nicht so sehr dafür erwärmen - da Arminio Rothstein meiner Meinung nach nicht so einfach zu ersetzen ist. Aber naja - ich will jetzt nicht so sein...

Nachtrag am Samstag in der Früh: Wenn ich zu diesen Zeiten immer wieder Fotos vom Führungs-Duo unseres Landes sehe, dann muss ich schon zugeben, dass an meiner allgemeinen Partei-Polit-Theorie irgend ein entscheidendes Detail falsch sein muss. Diese Theorie lautet ja irgendwie so: Wie kann irgendein Land in der Welt halbwegs »gute« Politiker haben, wenn sich in solchen Organisationslandschaften - wie es Parteien eben darstellen - immer nur das allergrößte OaschOasch


Im Prinzip »Arsch«. Stimmt jedoch nicht ganz, da »Oasch« im Normalfall als Eigenschaftswort benützt wird. Bsp.: »Des Auto is oasch!« Übersetzung: »Das Auto ist schlecht!«
loch durchsetzen kann - also der, der wirklich über alle Leichen gehen kann und das auch will?!

Und dann denke ich an die ÖVP. An der Spitze - also nicht ganz an der Spitze, aber gleich drei Stufen unter Konrad - da sitzt der Spindi. Bei dem würde ich nie sagen, dass er ein OaschOasch


Im Prinzip »Arsch«. Stimmt jedoch nicht ganz, da »Oasch« im Normalfall als Eigenschaftswort benützt wird. Bsp.: »Des Auto is oasch!« Übersetzung: »Das Auto ist schlecht!«
loch ist. Der tut mir jedes Mal, wo ich ihn in der ZIB sehen muss, derartig leid, dass ich es gar nicht ausdrücken kann. Es ist ein ganz ähnliches Gefühl, wie wenn behinderte, weinende Kinder mit Tieren gemeinsam im Fernsehen auftreten. Überhaupt dann, wenn unsere zwei Edel-Halawachl komplett sind, also Neffe Spindi zusammen mit Onkel Werner. Wobei aber - und darauf sei hier explizit hingewiesen - das Duo davor auch schon gar nicht schlecht war! Das alles sind für mich pure Mitleids-Orgien.

Es hat von den ganzen Polit-Beratern vermutlich noch kein einziger bemerkt, dass die Stimmbänder vom Ober-Duo seltsame Formantenverschiebungen aufweisen - die einzige Erklärung für die Kasperl-Stimmen. Außer, sie atmen vor den Presseterminen immer aus Heliumballonen. Wobei, ich bin jetzt wirklich ganz sicher, dass ihnen das ihre Spin-Doktoren schon längst verboten hätten. Und das ganze Auftreten mit den zwei kleinen Schulpulten nebeneinander, das gibt dann den Rest dazu. Ganz ehrlich: Normalerweise hacke ich doch auf jede Art von Politiker hin, mit allen nur erdenklichen Worten. So lange, bis das grindiggrindig


Sollte eigentlich im gesamt-deutschsprachigen Raum bekannt sein.
Ich denke, es begann vermutlich irgendwann einmal mit dem Hals. An solch einem sammelt sich nach Wochen der Hygiene-Enthaltsamkeit ein bisserl so ein Dreck an, den man dann doch recht gut sehen kann. Diese Patina nennt man u.a. auch »Grind«.

Mit dem Hals hat es inzwischen aber kaum noch was am Hut - die meisten Leute duschen schon mindestens 1x pro Woche - da hat's der echte »Grind« so richtig schwer.

Daher sind jetzt einfach ganze Personen oder Dinge »grindig«, wenn sie sehr unsympathisch sind. Kann auch gerne frei mit anderen Worten kombiniert werden, z.B.: Grindkind, Grindkoffer, grindige Drecksau, usw. usf...
e Polit-Blut spritzt. Da verschone ich niemanden (bis auf den einzigen Menschen im Parlament - meinen geliebten Alex). Aber bei den Beiden kann ich das nicht mehr. Das ist, wie wenn man einem Kind im Rollstuhl das Eis wegnimmt und eine kräftige Watschen geben tät. Wer sowas tut, der ist einfach nicht mehr normal...

Nachtrag nach dem Nachtrag: Bei Durchsicht der Statistik fällt mir soeben auf, dass einige Leute auf meiner Seite landen, indem sie als Suchbegriff »Laura Rudas nackt« eingegeben haben. Es ist mir zwar ein Mirakel, wie sie dann bei mir landen können, aber nach Abwägung allen Für und Widers muss ich wohl konstatieren, dass inzwischen auch mir dies als einzig halbwegs sinnvolle Wort-Kombination in Zusammenhang mit dieser relativ dunklen Polit-Leuchte erscheint...

Donnerstag, 17. Mai 2012 16:35
Lieber Harald Krassnitzer!

Bitte sei mir nicht gram darob, dass ich Dich hier ganz einfach so per Du anspreche - Wikipedia hat mir verraten, dass sich zwischen uns Beiden nur lächerliche fünf Jahre befinden, da habe ich mir gedacht, dass ginge schon in Ordnung so. Und ich tu mir dann bei dieser Abhandlung doch ein wenig leichter. Wo beginne ich am besten?... Also, um alles einigermaßen brauchbar darzustellen, bedarf es ein paar einführender Worte:

Der österreichische Film - das österreichische Fernsehen. So wirklich richtig, echt und wahrhaftig gesegnet sind wir in diesem Land ohnehin nicht, so mit den wirklich feinen Produktionen. Wobei ich mit fein jetzt wahrlich nicht die Höhe des Budgets, oder die Anzahl der international anerkannten Schauspieler in einer Produktion meine. Nein, mir (und vielleicht einigen anderen Zusehern auch) geht es vor allem um eines: Authentizität: »Waumma wirklich gaunz ehrlich san, daun is des des Anzige, wos zöht!« Also leckt man sich als österreichischer Zuseher alle dreizehn Finger ab, wenn eine Folge vom Mundi oder Kaisermühlen oder Kottan wiederholt wird, wenn man die Schlawiner sehen darf, wenn was von Ulrich Seidl läuft, wenn man Hader und/oder Dorfer wieder einmal sehen kann, wenn Indien oder Muttertag zum 1.356. Mal gezeigt werden, wenn also in irgendeinem Fernsehprogramm irgendetwas läuft, was einen halbwegs ehrlichen Zugang zu dieser abgrundtiefen österreichischen Seele bietet. Ich habe bei dieser Aufzählung sicher noch einige grandiose Produktionen vergessen - und so könnte jetzt vielleicht der Eindruck entstehen, es gäbe eh genug davon... aber weit gefehlt! Seit man für 24 Stunden am Tag, in 365 Tagen im Jahr, Minute für Minute und Sekunde für Sekunde mit lautstark stinkender Scheisse aus dem Fernseher übergossen wird, sind solche Momente wirklich äußerst rar.

Zu Dir selber: Du hast den sehr schwer einzuholenden Vorteil, wirklich sympathisch zu sein. Ob man dafür wirklich etwas kann, dass weiß ich auch nicht. Zudem siehst Du auch richtig gut aus - das muß ich sogar als Hetero bemerken. Was aber in der Situation Deiner Berufswahl die wohl schönste Bescherung für uns als Film-Konsumenten darstellt: »Du beherrschst geradezu wunderbar Deinen Beruf - Du bist wirklich ein verdammt guter Schauspieler!«.

Solche ganz (un)typischen Österreich-Produktionen, welche allerdings nie wirklich von Österreichern gemacht werden, sondern ganz offensichtlich unter schwerster deutscher Schirmherrschaft stehen - die meide ich, wie der Teufel die Flüssigkeit aus dem Weihwasserbecken. Kläglich, wie da verschiedene Semi-Österreicher in extrem abgeschwächtem Dialekt dahinsäuseln - nur damit wohl ein Zuseher in NRW oder östlich der zerstörten Mauer auch noch ganz genau und haarklein verstehen kann, w a s da gerade g e s p r o c h e n wird. So was mag ich nicht sehen. So etwas mag hier niemand sehen. Also vielleicht sieht man sich das an, aber sicher nur, weil eh nix anderes läuft.

Genau so erging es mir auch mit den ganzen Tatörtern. Der Tatort ist per se schon einmal ein Programm, dass nur dann angesehen werden darf, wenn sonst eh schon gar nix g'scheites läuft. Und wenn es unbedingt sein mußte, dann schon lieber einen echten BifferlBifferl


Der deutsche Staatsbürger ist ja der Meinung, dass er hierzulande »Piefke« genannt würde. Ein wirklich weit verbreiteter Irrtum.

Der einzige Ort auf der Welt, wo man einen Deutschen als »Piefke« bezeichnen würde, ist in der Tat Deutschland. Und zwar ausschließlich!

In Österreich spricht man nur von »Biffge« oder villeicht auch »Biiiiffge«.

Ich persönlich verwende eben auch gerne die Verniedlichungsform »Bifferl«, was sowohl der Person, als auch dem Wort einiges an Schärfe nehmen kann.
-Tatort - denn wenn ein echter Piefke auch richtig authentisch agiert, dann hat das schon was. Wenn ich dagegen so einen semi-österreischisch-dahinplappernden dressierten Handzahm-Affen sehen muss, daun gengan mia iagendwia die Impfstön a bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »Euzerl«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
auf...

Und dann kamst Du...
Ja OidaOida


Kumpel, aber auch Fremder. Freund, aber auch Ehemann.
Zusätzlich aber auch noch ein Ausdruck des freudigen Erstaunens oder der enormen Enttäuschung.

Hängt eben alles nur von der Betonung ab und ist wirklich unheimlich kompliziert.
heastheast


Sehr schwer zu beschreiben.
Prinzipiell kommt »heast« von »hörst Du?«. Verwendet wird es aber kaum in diesem Sinne. Seine Bedeutung liegt viel eher in einem entsetzten Ausruf des Missfallens - dargebracht mit einem langgezogenen und unterschwelligen Ton der Enttäuschung. Der Satz »...na geh heast!« zeigt dabei die so ziemlich stärkste mögliche Form des Unbehagens.
- ich habe es wirklich nicht mehr gepackt! Deine Darstellung des »Moritz Eisner« ist auf nahezu unnachahmliche Weise derartig weit weg von den ansonsten üblichen Wiener-Stereotyp-Koffern, dass mir der Atem stockte, dass ich unbedingt mehr davon sehen will. Bei der einen Szene (ich weiß nicht mehr, wo die war - aber Du wirst schon wissen, welche ich meine), wo der Moritz zusammengeschlagen wird und danach seiner Kollegin gesteht, dass er sich so wie ein blödes LuluLulu


Normalerweise eine Person, welche man ohne der Hilfe dieser Bezeichnung als nicht besonders durchsetzungsstark beschreiben würde.

Abnormalerweise auch »Urin«.
fühlt...
Lieber Harald - jetzt ganz ohne Ironie und Sarkasmus: ich habe geweint. Das war spätestens ab diesem Moment kein 20:15-Sonntags-Tatorterl mehr, das war wirklich das ganz große Kino, dass war wirkliche Schauspiel-Kunst. Dafür hätte ich sogar gerne den Preis einer Kinokarte bezahlt (und da bin ich wirklich enorm geizig...!).Und ich bin mir hier ziemlich sicher, dass mehr Menschen meiner Meinung sind. Vermutlich viel mehr sogar.

Na gut. Was also möchte ich Dir wirklich sagen? Also, abseits von diesem (vielleicht ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »Euzerl«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
kindlichen) Fan-Geschwafel?
Gestern Abend sehe ich Dich wieder. Aber in keinem Tatort. Auch in keinem Film. Nein, in einem Werbespot. Und zwar nicht in jenem für die Nachlese - das ist ja so gerade noch nachvollziehbar, da muß man als Schauspieler für einen Sender halt durch... - wie übrigens auch bei den enorm verblödeten »Eins-Teasern« auf ORF1. Nein, es war eine echte Werbung - noch dazu für eine Bank oder Versicherung oder so...
Ich bin enttäuscht. Wirklich und ehrlich und restlos enttäuscht. Lieber Harald - so etwas darfst Du einfach nicht tun! Du kannst nicht auf der einen Seite ein blendender Schauspieler sein und dann Werbung für eine grindiggrindig


Sollte eigentlich im gesamt-deutschsprachigen Raum bekannt sein.
Ich denke, es begann vermutlich irgendwann einmal mit dem Hals. An solch einem sammelt sich nach Wochen der Hygiene-Enthaltsamkeit ein bisserl so ein Dreck an, den man dann doch recht gut sehen kann. Diese Patina nennt man u.a. auch »Grind«.

Mit dem Hals hat es inzwischen aber kaum noch was am Hut - die meisten Leute duschen schon mindestens 1x pro Woche - da hat's der echte »Grind« so richtig schwer.

Daher sind jetzt einfach ganze Personen oder Dinge »grindig«, wenn sie sehr unsympathisch sind. Kann auch gerne frei mit anderen Worten kombiniert werden, z.B.: Grindkind, Grindkoffer, grindige Drecksau, usw. usf...
e über-den-Tisch-zieh-Firma machen. Das geht nicht. Damit schießt Du jede Form von Glaubwürdigkeit und Authentizität in den Wind. Und das alles für die paar Netsch? Sicher, mit Deinem guten Ruf wirst Du jetzt schon ordentlich was für Werbung bekommen - aber mach es bitte trotzdem nicht mehr. Das hat echt keinen Sinn. Ich will keinem Kommissar Eisner zusehen, der kurz vorher noch Werbung für extraschweres Kapitalismus-GaxiGaxi


Primär der Stuhl eines Kindes.

Aber auch gerne als Synonym, bzw. Vor- oder Nachwort für »unschön«, »unfein« oder »ekelhaft« verwendet.
Auch sehr schön kombinierbar mit »Grind«.
macht. Das hast Du auch gar nicht notwendig.

Also, lieber Harald, für dieses eine Mal möchte ich Dir noch gerne verzeihen - jeder hat eine zweite Chance verdient! Aber bitte, mach das nie wieder! Sei so nett und sage alle zukünftigen Werbe-Dinger ab, oder brich am besten gleich mit allen Kontakten zu so grindiggrindig


Sollte eigentlich im gesamt-deutschsprachigen Raum bekannt sein.
Ich denke, es begann vermutlich irgendwann einmal mit dem Hals. An solch einem sammelt sich nach Wochen der Hygiene-Enthaltsamkeit ein bisserl so ein Dreck an, den man dann doch recht gut sehen kann. Diese Patina nennt man u.a. auch »Grind«.

Mit dem Hals hat es inzwischen aber kaum noch was am Hut - die meisten Leute duschen schon mindestens 1x pro Woche - da hat's der echte »Grind« so richtig schwer.

Daher sind jetzt einfach ganze Personen oder Dinge »grindig«, wenn sie sehr unsympathisch sind. Kann auch gerne frei mit anderen Worten kombiniert werden, z.B.: Grindkind, Grindkoffer, grindige Drecksau, usw. usf...
en Werbefuzzis. Dein Publikum wird es Dir danken und lohnen, bitte glaube mir!

Also alles Gute und liebe Grüße - und Kopf hoch!
Dein mArtin

Mittwoch, 16. Mai 2012 15:40
An den warmen Sommertagen - wo so gar kein Lüftchen weht - da fällt es mir besonders auf. Es gibt tatsächlich keine einzige Sekunde, in welcher ich kein Flugzeug hören kann. Normalerweise verwendet man diese Art der Formulierung nur dann, wenn man demonstrativ zeigen möchte, dass etwas besonders auffällig ist. Hier aber ist es einfach die Wahrheit: Es gibt an einem normalen Sommer-Sonn(en)tag in meiner Wohngegend keine einzige Sekunde, wo man kein Flugzeug hören kann/muss.

In einer Demokratie hat man in so einem Fall nun mehrere Möglichkeiten. Davon fallen praktisch alle weg, da ja das möglichst billige Fliegen in einem Flugzeug zu den Grundrechten gehört und auch in der Verfassung steht. Dort liest man so etwas, wie: »Außerdem muss unbedingt und in jedem Fall sichergestellt sein, dass auch der allerletzte Depp, der allerunnötigste Super-Prolo, sowie der hinterletzte Notstandshilfe-Empfänger mit der Niki-Linie nach Malllorka in einen oll-inklussif-Klub fliegen kann!!!«. Ja so ist das. Da kamma haltkamma halt


ui-ui-ui ... Sehr beliebt in Wien (Österreich?)!

Die Formulierung »Da kamma halt nix machen« (oder auch ähnlich) bedeutet - so Sie diese von einem Wiener hören - dass:

1. Ihr Vorschlag in den Augen Ihres Gegenübers absolut Scheisse ist, sowie

2. dass er sich dennoch damit abgefunden hat, da Sie ihm schon so sehr auf die Nerven gehen, dass er einfach nichts mehr mit Ihnen zu tun haben will.

Wenn sich aber zwei Wiener miteinander unterhalten und sie hören als unbeteiligter Dritter zufällig diesen Satz, dann bedeutet dies nur, dass das Leben sowieso nur unangenehme Überraschungen bereithält.
nix machen (außer man wäre unerhört reich und hätte passende Seilschafts-Kollegen). Wenn es im Gesetz steht, dann ist das eben so.

Also versuche ich mich rein psychisch damit abzufinden, so gut es geht. An manchen Tagen funktioniert dies besser - an manchen Tagen weniger gut. Doch eines hat die ganze Sache immerhin bereits bewirkt: Meine Einstellung zu Flugzeug-Unfällen und Entführungen. Während ich vor einigen Jahren noch großes Mitleid mit den Opfern hegte - hat sich das schon einigermaßen gelegt. Immer wenn ich von gesprengten, abgestürzten oder entführten Flugzeugen in den Nachrichten höre, dann gibt es doch so eine dunkle Seite in mir, die Allah den Allmächtigen darum bittet, dass es nach Möglichkeit irgendwo in Europa, vielleicht irgendwo in Österreich passiert sein möge - oder vielleicht sogar irgendwo ganz in meiner Nähe. 9/11 war aus menschlicher Sicht wirklich furchtbar und extrem aufwühlend für mich, aber es waren zudem auch wunderbare Tage der absoluten Ruhe am Himmel. Tage der vollkommenen Entspannung. Tage ohne Stress. Tage für die Gesundung der Psyche. Natürlich fühle ich mich bei solchen Aussagen schon ein bisschen schlecht - aber ich war ja gar nicht dabei - ich genoß nur einen ganz kleinen Teil der Auswirkungen. Das ist (derzeit noch) erlaubt.

Die ganzen saudeppertdeppert


Einigermassen hochdeutsche Version von »deppat«.
Und ich mach' mir sicher nicht die elende Mühe, dies hier noch einmal aufzuschlüsseln. Schauen Sie doch selber nach. Hochachtungsvoll, mArtin.
Danke.
en Aktionen gegen Fluglärm sind - wenn man es ehrlich betrachtet - vollkommen sinnlos. So lange man um 45,- Euro irgendwohin fliegen kann - solange wird dies auch jeder tun. Und gleich nachher auf die Anti-Fluglärm-Demo gehen. Denn es gilt ganz unumstößlich ein Gesetz: »Lärm ist nur dann schlecht, wenn er von jemand anderen gemacht wird!« Dieses Grund-Gesetz ist eigentlich beliebig erweiterbar auf: »Alles ist schlecht, wenn es von jemand anderen gemacht wird! Wenn ich das mache, dann ist das gut!!!« Ist übrigens ein Gesetz aus der freien Marktwirtschaft. Und hat immer Gültigkeit.

In (meiner) Wahrheit sollte es mit dem Fliegen so ähnlich sein, wie mit dem Autofahren: »Mach es, wenn es sinnvoll ist. Mach es, wenn es gar nicht anders geht.« Da aber die Sinnhaftigkeit einer Sache immer nach dem oben erwähnten Gesetz der Marktwirtschaft beurteilt wird - hat auch dies wenig Sinn. Daher plädiere ich sehr vehement für die verstärkte Weiterführung des freien Raubtierkapitalismus. Denn damit stellt sich nach einiger Zeit die Sinnhaftigkeit aller Vorgänge von ganz alleine ein. Wenn sich nämlich das Fliegen und Autofahren eh nur mehr die Reichen leisten können. Dann wird wieder Ruhe einkehren - und alle werden sagen: »Also, wenn uns das früher wer gesagt hätte, wie schön das sein kann, dann...!« Ganz in meine Richtung arbeiten übrigens auch die Fluglinien selber. Jeder neuerliche finanzielle Ruin einer weiteren Linie, jeder Pilotenstreik, jede Zahlungsunfähigkeit, jede Entlassungswelle beim Bodenpersonal birgt in vielerlei Richtung ungeahntes Ruhepotential in sich. Da muss ich mich nur entspannt zurücklehnen - und ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »Euzerl«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
warten...

Und wie bin ich eigentlich heute auf dieses Ekelthema gekommen?
Ganz einfach. Google Maps will angeblich wissen, dass das Airport-Hotel-Wien etwa 50 Meter von meinem Haus entfernt ist. Na dann ist die Sache mit dem Lärm echt kein Wunder nicht, weil es kann ja bis zum Flughafen dann auch nicht mehr weit sein...

Dienstag, 15. Mai 2012 18:40
Im Moment bin ich - programmiertechnisch gesehen - sehr mit den Eigenschaften des PDF-Formats beschäftigt. Und damit ich dieses Thema auch voll auskosten kann, habe ich mir da etwas aufgehalst. Es ist in Wahrheit vollkommen sinnlos - und ich weiß auch, dass so etwas auf meiner Seite so dringend benötigt wird, wie ein Stein am Schädl... - aber ich habe endlich eine PDF-Download-Funktion programmiert. Ab sofort kann man jeden Tagebuch-Eintrag auch als PDF-Dokument herunterladen. Zum Ausdrucken und Archivieren . Das kleine Symbol unter dem jeweiligen Eintrag (gleich neben dem Direkt-Link) ist eh schon ziemlich verräterisch.

Natürlich muß ich hier auch eine kleine Warnung aussprechen: Ich habe zwar viele Möglichkeiten behirnt, berechnet und umprogrammiert, aber so mancher Text wird sich nicht in ein PDF verwandeln lassen - es kann also auch die eine oder andere lustige Fehlermeldung entstehen. Vor 12 Jahren habe ich eben noch ganz anderen HTML-Code in meine Seite gepflanzt. Aber die meisten Einträge werden (halbwegs tadellos) funktionieren. Es werden teilweise sogar die Bilder mit hinein gerechnet. Wenn ich hier also zum Beispiel den Link auf den altbekannten Strauch setze, einen anderen Link auf ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »Euzerl«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
abgestandene Fliegeneier, oder vielleicht gar einen Link auf was unerhört grauslichgrauslich


Eigentlich »grauenhaft« - aber dann doch wieder nicht. Grauenhaft ist in seiner Bestimmung doch ziemlich eindeutig. »Grauslich« hingegen kann von wahrhaftig »grauenhaft« bis hin zu »nur ein wenig ungut« alles bedeuten.

Sehr oft auch dafür verwendet, um dem Gegenüber mitzuteilen, dass dieses eben ein wenig verletzend zu einem war: »Geh bitte, sei net so grauslich zu mir...«
es, dann sollten - wenn mein Code nicht ganz schrottig ist - diese drei Bilder auch mit in dem PDF angehängt werden.

Na bitte. Sinnlos, aber irgendwie nett...

Montag, 14. Mai 2012 19:30
Es gibt immer was zu tun - Jippi-jei-jei- ... - jippi-jippi-jäh!
Wo die einzige Werbung - welche ich immer wieder als ziemlich gelungen empfinde - Recht hat, hat sie recht. Es gibt nämlich wirklich immer was zu tun. Immer was zum Reparieren. Und normalerweise schiebe ich solche notwendigen Reparaturen so lange vor mich her, bis es eben nicht anders geht. Bis das Ersatz-Ding auch kaputt ist, oder eine eventuell angefertigte behelfsmäßige Semi-Konstruktion zu mühsam wird. Heute war es wieder einmal so weit...

Ich hatte vor etwa acht Wochen einmal so eine ungefähre musikalische Idee, für deren Realisierung ich unbedingt meinen Bass über den Gitarrenverstärker spielen mußte. Diese Idee hat sich nicht weiter durchgesetzt - als ich dann aber kurz danach wieder Gitarre über den Amp spielen wollte - da kam aus dem Lautsprecher nur mehr ein leises Winseln. »Na suuuuper...« war mein erster Gedanke »...Gitarrenverstärker erfolgreich zerstört!«

Ich habe damals nicht weiter über das Thema nachgedacht, sondern mich einfach damit abgefunden, dass ich den Amp kaputt gemacht hätte. Was natürlich so einfach gar nicht geht - darüber habe ich aber nicht weiter reflektiert. Erst gestern in der Nacht wurde mir klar, dass bei diesen Symptomen eigentlich viel eher die Gitarre selber einen Defekt hätte.

Nur 15-20 Sekunden habe ich heute mit dem Gedanken an eine eventuelle Garantie-Rücksendung vergeudet - danach sofort die Gitarre komplett zerlegt und nachgesehen. Tatsächlich war das ein wirklich brauchbarer Traum. Neben jeder Menge Dreck aus der Fabrik fanden sich bei der passiven Verkabelung auch ein paar ziemlich kalte Lötstellen. Also: Lötkolben angesteckt, kurz nachgelötet, zusammengebaut, gestimmt - und gut is!

Warum also nicht gleich? Ich weiß es nicht so genau - aber ich vermute, dass sich bei mir der Ärger über eine kaputte Sache ein wenig setzen muß. Erst dann - wenn der Ärger komplett verraucht ist, kann auch Platz für logisches Denken gemacht werden. Wenn ich voll Zorn und in meiner zynischen Art an ein defektes Gerät herangehe, dann sieht es tendentiell eher schlecht für das Teil aus. Ich verwende dann lieber die Werkzeuge für's Grobe und lasse meinem angestauten Ärger ein wenig Auslauf. Was natürlich nicht so gut für die Gerätschaft ist. Wenn aber 14 Tage dazwischen liegen, dann bin ich relativ entspannt, hege keinen Gram mehr und kann halbwegs logische Schlüsse ziehen.

Ich lerne also heute für meine Zukunft: Wenn ich wieder was kaputt mache (oder sich etwas selber kaputt macht) - dann einfach sein lassen und weglegen. Irgendwann wird sich schon die Situation ergeben, dass ich wirklich Lust und Laune für eine erfolgversprechende Reparatur entwickle.
Weil ich weiß ja: es gibt immer was zu tun - Jippi-jei-jei- ... - jippi-jippi-jäh!

Freitag, 11. Mai 2012 23:55
Grundsätzlich natürlich falsch - schon alleine wegen »einzige« - aber dennoch irgendwie interessant. Obwohl, jetzt erst fällt mir ein, dass es ja auch eine andere Verwendungsform von »einzige« gibt - so im Sinne von: »Du bist echt eine einzige Katastrophe!«. Geht sich zwar auch nicht so 100%ig aus, aber immerhin stümmte[sic] diese Aufschrift auf einem Haus im 9. Bezirk dann wieder ein wenig eher...

Donnerstag, 10. Mai 2012 11:40
Eine der aufwühlendsten Tätigkeiten - aber eigentlich ohne dabei wirklich viel machen zu müssen - ist wohl Verantwortung tragen. Da gibt es ziemlich viele Unterkategorien - und eine davon möchte ich heute ein wenig beleuchten. Die Verantwortung, welche man übertragen bekommt, wenn man auf etwas achtgeben soll. Es wird Dir also nicht einmal etwas geborgt, worauf Du achten solltest - wie z. B. ein ausgeborgtes Werkzeug, welches nach dem Retournieren komplett unbrauchbar ist - sondern Du passt nur auf eine Sache auf, während jemand anderer (i. A. der Auftraggeber) nicht vor Ort ist. Ujegerl.

Ich weiß, das klingt jetzt nicht nach Wahnsinns-Aufgabe, aber für mich ist das eine relativ schwerwiegende Sache. Sobald ich nämlich solch einen Auftrag übernommen habe, kommt automatisch die Angst. Die Angst, dass während der Zeit dieser Verantwortung irgend etwas passiert. Von ganz alleine - ganz ohne mein Zutun - ganz ohne mein Wissen - und nachher ist das unheimlich schwer zu erklären, wie so etwas überhaupt geschehen konnte?!
Kismet. Ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »Euzerl«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
ein schlechtes Kismet habe ich da manchmal.

Denn ich kann relativ sicher sein, dass solche Dinge immer mir passieren (Murphy, schau oba!). Während ich ganz super-gut auf etwas aufpasse, bricht irgend ein Teil davon ab, oder löst sich ein Teil auf, oder verliert ein Ding einen anderen Ding-Teil - und die Sache ist danach komplett unbrauchbar. Und ich habe den Scherm auf, weil man das sicher nie glaubhaft erklären kann - weil doch so etwas nie »ganz von alleine« kaputt gehen kann! Ich habe manchmal sogar den Verdacht, dass Dinge, auf welche ich aufzupassen habe, in der Sekunde - und vor meinen Augen - mit dem Zersetzungsprozess beginnen, sobald der Auftraggeber lediglich acht bis 13 Schritte von mir entfernt ist. Einfach nur so. Zum Spass. Scheinbar nur, um mich ein wenig zu ärgern.

Eine jener typischen Verantwortungs-Übernahmen mit relativ hohem Ängstigungs-Potential ist dabei das Aufpassen auf ein Haus, wenn dessen Besitzer in den Urlaub fahren. Sind meine Eltern auf Urlaub, dann sehe ich nach dem Haus, hole die Post aus dem Briefkasten, gieße die Blumen - und sehe einfach nach dem Rechten. Die Sache mit dem Absperren nach meiner Visite habe ich schon ganz gut im Griff: Alarmanlage aufdrehen, Türe schließen, Türe sperren, Außentor sperren. Passt. Damit ich auch richtig sicher bin, vollführe ich diesen Ablauf immer zwei bis drei Mal. Was natürlich keinen Sinn hat, aber sag' das einmal jemanden, der sich selber nur schwer trauen kann. »Zwangshandlung« dürfte der dafür richtige Terminus lauten. »Monkisieren« sag' ich dazu.

Was viel schlimmer ist, als das Versperren des Hauses, sind die Blumen. Meine Mutti hat (wie man so sagt) »einen grünen Daumen« - und daher sehr viele und sehr schöne Blumen. Sowohl im Haus, als auch im Garten. Und genau in diesem Bereich passiert es immer wieder. Genau während dieser Tage, wo ich für die Blumen verantwortlich bin, geht mit Sicherheit irgend eines dieser Dinger ein! Und zwar so, dass es nie wieder irgendeine Art von Blatt oder Blüte zeigen wird. Es ist auch egal, ob ich zu viel gegossen habe, oder vielleicht zu wenig - irgendwas läßt immer den Kopf hängen.

So war es auch beim letzten Urlaub meiner Eltern. Ich total brav, immer rüber zum Gießen, immer geschaut und getan und geängstigt - und ganz plötzlich hieß es: Zack - eine ganze Orchidee komplett tot. Hat einfach alle Blüten abgeworfen. Na geh bitte heastheast


Sehr schwer zu beschreiben.
Prinzipiell kommt »heast« von »hörst Du?«. Verwendet wird es aber kaum in diesem Sinne. Seine Bedeutung liegt viel eher in einem entsetzten Ausruf des Missfallens - dargebracht mit einem langgezogenen und unterschwelligen Ton der Enttäuschung. Der Satz »...na geh heast!« zeigt dabei die so ziemlich stärkste mögliche Form des Unbehagens.
- echt super...!!

Was ich (als jemand mit dem Gärtnerverständnis einer Freilaufdiode) nicht wissen konnte: Das war schon ganz in Ordnung so. Nachdem ich meine Ängste unter dem Einsatz schwerster Psychopharmaka (Kaffee & Tschick) überwunden - und Mutti alles gebeichtet hatte, sagte sie nur: »Nein, nein, dass ist eh gut so. Die wirft jetzt nur ihre Blüten ab und kommt dann im Herbst wieder...«. Naja, gut. Ich kann halt ein Rad reparieren und Musik machen, aber davon hab' ich so gar keine Ahnung.

Und warum ich die ganze G'schicht' jetzt überhaupt an'grissen hab'...? Ich war soeben wieder im Haus der Eltern. Zum Gießen. Ich glaube, Mutti hat mitbekommen, dass mir die Sorgen bezüglich ihrer Blumen ein wenig unbegründete Ängste bereiten. Denn als ich am Balkon die Orchideen mit einem feinen Wassernebel benetzen will, da sehe ich an einem Blumentopf diesen Zettel...

Mittwoch, 09. Mai 2012 19:50
Wenn ich mich richtig erinnern kann, dann dürfte es auf die Woche genau 20 Jahre her sein, dass ich mein Rad gekauft habe. Ich konnte es damals direkt über meine Firma (zum halben EK) kaufen - und es war in seiner Serie das teuerste Modell. Damals war es für mich tatsächlich nur ein reines (und bissi geiles) Sportgerät - ich hätte nie vermutet, dass es einmal zu meinem Unimog, meinem Alltags-Traktor abwirtschaften würde.

Der Geburtstag konnte heute standesgemäß begangen werden - kamen doch endlich die neuen Laufräder (Felge + Nabe, gespeicht) an (incl. einer für Internet-Versand üblichen Falsch-Lieferung - aber wuascht!). Immerhin habe ich mir bei diesen Teilen nicht die allerbilligste Asien-Ware gekauft (nur die zweitbilligste...), sondern fast 100,- Euro dafür ausgegeben. Neue Bremsschuhe habe ich ihm auch gleich verpasst - die neuen Felgen sollen ja lang halten. So habe ich mit dem kompletten Zerlegen, Reinigen, Ent- und Einfetten, Zusammenbauen und Justieren beider Laufgarnituren und Bremsen gut fünf Stunden verbracht - das Ergebnis kann sich meiner Meinung nach aber sehen lassen.

Wie ich überhaupt heute ein wenig stolz bin - und daher auch diesen Volksschul-Aufsatz verfasse. Denn - ganz ehrlich - die 20 Jahre sind ihm doch kaum anzusehen. Noch dazu, wenn man bedenkt, was es schon alles erlebt hat...

Dienstag, 08. Mai 2012 15:50
Eine ungute Sache - aber Normalität. Der Vorfall, wo ein Tierschützer eine Treibjagd filmen wollte - und die Jäger dies mit Hilfe der Polizei zu verhindern wußten - zeigt deutlich ein paar unschöne Details:

1.) Wenn man mit der Polizei zu tun hat - völlig egal, was Sache ist - sollte man das immer mit einem Video dokumentieren. Das ist zwar grundsätzlich verboten - da ja alles verboten ist, wodurch der Polizei Nachteile entstehen könnten - vor Gericht hat man aber nur dann eine ganz kleine Chance auf eine gewisse Gerechtigkeit. In diesem Fall hat nämlich der Unabhängige Verwaltungssenat Graz den Tierschützern Recht gegeben.

2.) Wenn man einen Polizisten nach seiner Dienstnummer fragt... Das ist überhaupt die Lachnummer schlechthin. In einer Servicesendung des ORF hat einmal ein oberer Kiberer aus Wien auf die Frage »Wie soll ich mich verhalten, wenn ich meine, dass mich ein Polizist unfair behandelt?« geantwortet: »Das ist ganz einfach. Fragen Sie ihn nach seiner Dienstnummer!«

Dieses s.bl.A.-K.! Wenn man einen Polizisten nach seiner Dienstnummer frägt, dann ist das für ihn das Zeichen zum Angriff. Wenn alles gut gehen sollte - also wirklich nur im allerbesten Fall - dann erhält man ein: »Wieso?!« zur Antwort. Im Normalfall allerdings wird er versuchen, den Fragenden nach allen Regeln der Polizei-Kunst (ab) zu stellen. Wer sich erdreistet diese Frage zu stellen, ist grundsätzlich suspekt. Das ist nämlich die dritte Regel im Verhaltenskodex für Streifenpolizisten. Gleich nach: »Alle Neger sind Drogendealer!« und »Alle Langhaarigen sind Drogenkonsumenten!«

Ich habe im Vorjahr nach einer Diskussion mit solch einem Polizeiorgan auch einmal die Frechheit besessen, diese Frage zu stellen. Höflich und freundlich. Mit »Bitte«! Als Antwort habe ich dann eben das zu hören bekommen, was man halt als Antwort auf so eine Frage zu hören bekommt. Und als der Polizist mitbekommen hat, dass ich mein Telefon nicht zum Telefonieren in die Höhe halte, wollte er mich tatsächlich noch von seiner Kollegin festhalten lassen. Weil die Video-Aufnahme einer Amtshandlung - aus den oben genannten Gründen - natürlich verboten ist. Doch die Kollegin hatte zu meinem Glück seine Hilferufe Dank des lauten Verkehrs erst dann gehört, als ich schon relativ zügig davonstrampelte...

Montag, 07. Mai 2012 22:20
Bei Ster- und Grissemann habe ich es am vergangenen Donnerstag noch gehört - aber heute tatsächlich selber im Netz gelesen. Der Lebensmensch vom Rechten-Rand-Haider - Stefan »Solarium« Petzner - hat tatsächlich auf Twitter gestanden, dass er im Parlament am Klo geraucht hat - und dabei erwischt wurde. Es ist wirklich vollkommen in Ordnung, wenn man sich darüber lustig macht. Es ist nämlich überhaupt in Ordnung, wenn man sich über Petzner lustig macht. In welcher Weise auch immer.

Mir geht es hier um etwas ganz anderes.
Zunächst sollte man vielleicht feststellen, dass im Parlament selbstverständlich auch am Klo striktes Rauchverbot herrscht. Da das Parlament ein öffentliches Gebäude ist, gelten hier die gleichen Gesetze, wie in allen anderen öffentlichen Gebäuden. Aber das weiß ohnehin jedes Kind. Nur Politikern müßte man solche Details halt mit Comic-Strips mitteilen.

Was aber nicht jedes Kind weiß: Sobald ein Feuermelder in einem öffentlichen Gebäude anschlägt, fährt die Feuerwehr ab. Selbst wenn man noch in der gleichen Minute bei der passenden Feuerwehrstation anruft, kann man den ausgerückten Zug nicht mehr stoppen. Die kommen - ob man sie nun braucht, oder nicht. Dies ist der Sinn eines Feuermelders.

Was auch nicht jedes Kind weiß: Jeder dieser (Fehl-)Einsätze der Feuerwehr kostet bares Geld. Und zwar gar nicht so wenig. Ich weiß nur mehr den Wert von 1995 - da waren das etwa 8.000,- Schilling. Also könnte man vielleicht rechnen, dass es heute etwa so um die 1.000,- Euro sind?!

Wer also wird jenen Einsatz zahlen, den der Stefan Petzner verursacht hat?
So was sind natürlich ganz lächerliche Fragen. Wo man bei diversen Untersuchungen schon als lächerlicher Erbsenzähler beschimpft wird, wenn man sich nach dem Verbleib von 10.000,- Euro erkundigt. Ein Politiker wird - wenn so etwas nicht richtig publik wird - nie so eine Gebühr zahlen.
So etwas müßte in Österreich nur der zahlen, der sich das sicher nicht leisten kann...

Freitag, 04. Mai 2012 18:30
Die Produktion des Albums geht (fast) planmäßig voran - zusammengerechnet würde ich sagen, etwa 87% der anfallenden Arbeit ist erledigt. Heute habe ich noch den vorletzten Song fertiggestellt. »Der letzte Cowboy« wurde ja hier im April schon vorgestellt - er hat jetzt doch noch seine Form ein wenig verändert.

Ich wünsche viel Vergnügen mit dem letzten Cowboy in der Zippo-Version:


Hier auch als mp3-Download

Donnerstag, 03. Mai 2012 15:40
Es ist so eine Sache für die ganz große Aufregung - von allen Seiten. Irgendwer verteilt in Deutschland und Österreich - so ganz öffentlich - den Koran. Onkel HC hat sicher schon seinen Taschenfeitl gewetzt, aber auch einige andere Fraktionen blasen höchst entrüstet zum großen Sturm. Angeblich geht es im Zusammenhang mit dieser Verteilung aber nur um den Hintergrund der Verteiler - der Salafisten. Die meinen es - so hört man - nicht wirklich gut mit dem Rest der Menschheit, der dann eventuell nicht muslimisch ist.

Mein Standpunkt zu Religionen aller Art hat sich in den letzten Jahren nicht großartig verändert: Religion ist für mich - nach, wie vor - echte Privatsache. Ich meide grundsätzlich alle Menschen, die mir - aus welchen Gründen auch immer - als zu religiös erscheinen. Da mache ich auch gar keinen Unterschied zwischen Islamisten, Katholisten, Judisten, Hinduisten, Jehovisten und allen anderen -isten. Ich habe mir selber auch das Recht vorbehalten, in mich hinein ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »Euzerl«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
so kleine Scherze und Späßchen über solche Leute zu machen - und mir politisch inkorrekte Witze über sie zu erzählen, wenn ich ihnen begegne. Aber natürlich nur ganz still in mich hinein - denn aussprechen darf man das jetzt nicht mehr. Das wäre dann »Herabwürdigung von religiösen Lehren« und würde mir - laut Austro-Scharia - vermutlich eine 13-jährige Haftstrafe einbringen.

Aber weiter im Text: es geht ja um das Verteilen. Gleich, als ich das erste Mal von diesen Verteilungsaktionen in den Medien erfuhr, hatte ich einiges zu denken. Was habe ich nicht schon alles an religiösem Material geschenkt bekommen. Bücher (und auch zwei Schallplatten) von den Leuten in Orange, kleine Bibeln und ein paar Kreuze von den Jehova-Leuten, sicher an die 40 Ausgaben vom Wachturm, vier bis fünf Rosenkränze von der Caritas und ähnlichen Vereinen, Gesangsbücher für religiöses Liedgut und noch einiges mehr an religiösen Devotionalien, welcher ich mich jetzt nicht mehr entsinnen kann. Und alles nicht in irgendwelchen Kirchen oder Gotteshäusern, sondern in der Öffentlichkeit. Und da fällt mir noch ein: Den Pfarrbrief der Katholisten bekommen ich auch noch jede Woche in den Briefkasten gesteckt - ob ich nun will, oder nicht.

Wenn die ganzen anderen -isten also ausnahmslos verteilen dürfen, was sie wollen - und kein Schwein regt sich auf - warum reagiert man bei den Salafisten dann so herb? Es ist klar, dass dies nur eine rein rhetorische Frage ist, denn jeder weiß: aus Angst. Der Islamismus ist derzeit die einzige Religion, vor der man allerorts so richtig Angst hat. Wenn Politiker Aussagen von religiösen Führern übernehmen, wenn Gerichte behaupten, dass man Allah oder Mohammed tatsächlich nicht zeichnen darf, wenn Gesetze eines Landes »aus Rücksicht« auf religiöse Strömungen entstehen oder verändert werden, dann läuft da etwas grundsätzlich falsch.

Ich meine aber auch, dass Religion - bzw. der Religionsunterricht - absolut nichts an Schulen, oder ganz allgemein bei Kindern verloren hat. Religion ist - wenn überhaupt - ausschließlich für Erwachsene geeignet, ganz ähnlich der Pornografie. Ab 18 soll man sich offiziell damit beschäftigen dürfen - vor diesem Alter ist die Gefahr einfach zu groß, dass der Mensch schwerwiegende Schäden dadurch erleidet. So lange niemand auf der Welt eindeutig sagen (und beweisen!) kann, welche Religion nun tatsächlich Recht hat, dann - bitteschön! - hat eine solche auch absolut nichts in einem Lehrplan verloren!

Angenommen, es gäbe eine alternative Mathematik, in der von folgendem Leitsatz ausgegangen würde: 1 + 2 = 15,3984³
Wie groß wäre die Chance, dass diese Mathematik in irgendeiner Schule unterrichtet würde?

Mittwoch, 02. Mai 2012 19:30
Er ist in meinem Tagebuch schon ein alter Bekannter. Ein bisher fast immer freundlicher - und meist auch freudebringender Zeitgenosse: der Strauch in der Wand vom Wienflußbecken. Im Frühling oder Sommer vor ein paar Jahren entdeckt, wird er jedes Jahr im Herbst heftig gestutzt, zurecht- und abgeschnitten - und kehrt, wie zum Trotz, jeden Frühling wieder zurück. Wobei aber der Rückschnitt im vorigen Herbst schon so stark war, dass es wirklich sehr schlecht für meinen Freund - den Strauch - aussah. Seitdem der starke Frost vorüber ist, sehe ich regelmäßig hinunter ins Wienfluß-Becken - aber nichts tut sich. Es war dieses Mal vielleicht doch ein wenig zu viel?...

Nein!! Die Magistratsabteilung für obsessive Grün-Beseitigung hat zum Glück einmal mehr nur halbe Arbeit geleistet. Es ist jetzt sehr schnell gegangen, der kleine Strauch hat innerhalb kürzester Zeit die ersten Triebe hinausgeschlagen und kann damit - zumindest diesen Sommer - wieder einer grünen Zukunft entgegensehen...

Dienstag, 01. Mai 2012 08:50
Ich weiß, es ist Feiertag - und da mache ich normalerweise keinen Eintrag. Aber was gibt es schon im Zusammenhang mit »Arbeit« zu feiern? Dass es eh noch viele Länder außerhalb der EU gibt, wo unsere Arbeitsgesetze nicht gelten, und daher noch genügend Sklaven existieren, die all die grindiggrindig


Sollte eigentlich im gesamt-deutschsprachigen Raum bekannt sein.
Ich denke, es begann vermutlich irgendwann einmal mit dem Hals. An solch einem sammelt sich nach Wochen der Hygiene-Enthaltsamkeit ein bisserl so ein Dreck an, den man dann doch recht gut sehen kann. Diese Patina nennt man u.a. auch »Grind«.

Mit dem Hals hat es inzwischen aber kaum noch was am Hut - die meisten Leute duschen schon mindestens 1x pro Woche - da hat's der echte »Grind« so richtig schwer.

Daher sind jetzt einfach ganze Personen oder Dinge »grindig«, wenn sie sehr unsympathisch sind. Kann auch gerne frei mit anderen Worten kombiniert werden, z.B.: Grindkind, Grindkoffer, grindige Drecksau, usw. usf...
en, giftigen, verletzenden und tötenden Arbeiten (aber bitte ohne richtigem Gehalt!) verrichten, die bei uns auf Grund der geltenden Arbeitsgesetze niemand mehr machen darf? SchasSchas


Im Prinzip ein »Furz«. Meist jedoch wird damit eine Situation, ein Thema, eine Gegebenheit beschrieben. Z.B.: »Des is a Schas!« bedeutet soviel, wie: »Diese Sache ist nicht wirklich gut!«. Gerne wird »Schas« auch für »ein Nichts« verwandt.

Eine Steigerungsform von »Schas« wäre dann der »Schas im Wald«, was auf recht einprägsame Weise das tatsächliche, das echte »Nichts« zu beschreiben versucht.
heastheast


Sehr schwer zu beschreiben.
Prinzipiell kommt »heast« von »hörst Du?«. Verwendet wird es aber kaum in diesem Sinne. Seine Bedeutung liegt viel eher in einem entsetzten Ausruf des Missfallens - dargebracht mit einem langgezogenen und unterschwelligen Ton der Enttäuschung. Der Satz »...na geh heast!« zeigt dabei die so ziemlich stärkste mögliche Form des Unbehagens.
!


Du kennst vielleicht den Lotuseffekt. Während ich eben meinen Morgenspaziergang durch den Garten mache, entdecke ich diesen auch hier, obwohl ich gar keine Lotuspflanze besitze. Die Nacht über hat sich die Lupinie gedacht, dass sie wohl ein wenig Wasser benötigen würde und so genügend Tau gesammelt. Für mich heißt diese Besonderheit daher ab sofort Lupinieneffekt.
Soviel zum 1. Mai...


(C) mArtin, im Mai 2012.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag (»Direkter Link zum...«) im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!