Donnerstag, 29. September 19:30
An einem 29. des Monats September, da geht man nicht mehr baden. Die Saison ist schließlich aus und vorbei. Finito, completo, terminato. Es ist ja bereits zu kalt. 27 Grad im September sind eben nicht wie 27 Grad im August, oder so ähnlich. Was ich nicht so ganz verstehe, dennoch aber voll genieße. Denn für mich sind 27 Grad mehr als genug und ich liege ziemlich alleine am Strand. Von mir aus kann es so weitergehen. Bis Weihnachten. Wenigstens für mich eine schöne Seite des Klimawandels. Da gibt's echt nix zu meckern...


Mittwoch, 28. September 19:00
Wer sich – vor allem jetzt, da die Wahl ja in aller Munde ist – immer schon gefragt hat: »Wie kann eigentlich ein blinder Mensch selbstständig Wählen gehen?«, der kann heute eine Antwort bekommen. Immerhin sitze ich ja sozusagen an der Quelle. Ich sehe vielerlei Dinge – so seltsam es klingen mag – aus der Sicht eines Blinden. Das bringt mein Job in der Hörbücherei doch ein wenig mit sich. Wenn ich zum Beispiel Halterungen sehe, die einfach so und völlig unmotiviert aus der Wand heraussprießen und der Gehsteig aber ganz normal weitergeht, dann denke ich mir: »ja eh, ziemlich klug gemacht...« Die Spitze der Sehhilfe tastet den Verlauf des Gehsteigs weiter ungehindert ab und der Träger des Stocks kracht ohne Vorwarnung gegen ein Gerüst. Barrierefrei ist anders.

Wie wählt also ein blinder Mensch? Man bekommt eine sogenannte Stimmzettel-Schablone, in welche der Wahlzettel dann in der Wahlkabine eingelegt werden kann. Frei und ertastbar bleiben dann nur jene Flächen, wo man das Kreuz für den jeweiligen Kandidaten eintragen kann. Vom Prinzip her eine recht gute Idee, würde ich sagen. Einen kleinen Schönheitsfehler hat diese Schablone allerdings. Damit sie von einem blinden Menschen auch gelesen werden kann, müsste sie eigentlich auch barrierefrei beschriftet sein, also mit Braille-Schrift. Wenn ich mir also nicht ganz sicher bin, ob »Van der« Teil des Nachnamens ist, oder doch eher »Bellen« alleine als Nachname zählt, dann muss ich bereits jemanden fragen und bin darauf angewiesen, dass diese Auskunft den Tatsachen entspricht.

Vielleicht sagt jetzt der Eine oder die Andere: »na geh, das ist doch eh klar!«, der Nachname lautet Van der Bellen! Aber so klar ist das nicht. In praktisch allen wirklich wichtigen Verzeichnissen von Komponisten steht unter dem Buchstaben B der Komponist »Beethoven, Ludwig van«, also ist das obere Kasterl natürlich auch der »Bellen, Alexander van der«. Warum gibt es auf dieser Schablone also keine Beschriftung in Braille-Schrift? Klare Sache: Barrierefreiheit ist eine gute Sache. Nur zu teuer darf sie halt nicht sein...


Dienstag, 27. September 18:40
Wir sind ja sehr stolz darauf, dass wir alles haben und noch viel mehr haben können. Die persönliche Freiheit ist wichtig und vor allem auch eines: individunell sein. Woraus man lernen kann: Weder ist wichtig, dass man weiß, was es bedeutet, noch, dass man es richtig schreiben kann. Hauptsache: man ist es.

Nun habe ich allerdings so meine Zweifel, also bei der hochgelobten Individunalität im Rahmen unserer Gesellschaft. Vieles kommt mir schon ziemlich gleichgeschalten vor. Sogar sehr gleichgeschalten. Wesentlich mehr gleichgeschalten, als noch vor zwei oder drei Jahrzehnten. Wenn ich vom Studio nach Hause fahre, dann muss ich in letzter Zeit auf Grund einer Umleitung einen großen Pendler-Parkplatz queren. Seit dem ersten Mal, wo ich diese ziemlich große Fläche voll mit dem Schönsten und Besten, was die internationale Ingenieurskunst auf dem Gebiet der motorisierten Fortbewegung zu bieten hat, überquere, habe ich ein seltsames Gefühl. Meine erste Erklärung war, dass ich Autos nicht so mag und mich daher mit meinem Radl inmitten der vielen Pferdestärken seltsam fühlen würde. Das war's aber gar nicht. Mehrere Tage hintereinander habe ich den Parkplatz öfters umrundet und: nichts. Bis mir gestern das Licht aufging: Die Szenerie wirkt nämlich auf mich irgendwie wie früher, im Ostblock.

Silbriges weiß, schwarz und dazwischen einzelne Schattierungen von rot. Mut zur Farbe scheint nicht gerade angesagt. Die Individunalität hat also offensichtlich ihre Grenzen. Diese Grenzen erstrecken sich aber nicht nur auf die Farbe. Während man früher einen Käfer locker von einer Ente, einem Mini oder sogar einem Kadett unterscheiden hatte können, gibt es heute praktisch keine großartigen Unterscheidungsmerkmale mehr. Alle Autos innerhalb einer Klasse sehen gleich aus. Steht einmal inzwischen dieser Flut von Design aus dem Luftkanal ein saturierter Benz mit Heckflosse, dann bleibe ich gerne stehen und denke mir: »whow, so ein Auto kann aber wirklich echt schön sein

Dafür sind aktuelle Autos eines ganz besonders, was sie früher eher nicht waren:  s i c h e r . Halt nur für denjenigen, der sie fährt. Für den Rest der Verkehrsteilnehmer hat sich das in die andere Richtung bewegt. Aber man kann heute ohne große Sorgen mit stark überhöhter Geschwindigkeit und völlig ohne Beherrschung der Materie fahren, was das Zeug hält, ohne dabei ein besonders großes Risiko für das eigene Leben einzugehen. Das war früher definitiv nicht so. Ein Umstand, dem einige Unfallforscher ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
nachweinen. Was mir aber garantiert nie einfallen würde...


Sonntag, 25. September 18:30

Samstag, 24. September 14:50

Freitag, 23. September 19:10
Keine langen Erklärungen. Einfach ein Foto. Zum Stand der Dinge: nämlich von heute Morgen.


Donnerstag, 22. September 15:00
Das Foto von der Demo gegen TTIP und CETA von letztem Samstag vor dem Parlament zeigt, wie es um den Protest gegen diese beiden Abkommen bestellt ist: nicht so rasend gut. Ich halte sogar die Schätzung der Polizei (3.000 Leute) noch für etwas übertrieben. Ich glaube, die Angabe der Veranstalter (15.000 Personen) ist so entstanden, dass jemand vom Ordnerdienst mitgezählt hat, auf 1.500 gekommen ist und die Leute in der Pressestelle dann beim Abschreiben der Zahl ein wenig geschlampt haben. Anders ist für mich diese Zahl wirklich nicht zu erklären.

Na gut, das muss man eben zur Kenntnis nehmen. Eine satte Mehrheit der Wiener scheint für TTIP und CETA zu sein. Die Zeitungen sehen das ähnlich. Außerdem versammeln sich ja laut den Medien ohnehin nur jene Menschen bei den Demonstrationen, die sich bei diesem Thema absolut nicht auskennen. Sich nicht mit der Materie beschäftigt haben. Weil sie halt dagegen sind. Gegen alles. Oder weil sie es nicht besser wissen (können). Oder weil sie einmal mehr mutwillig den freien Autoverkehr behindern wollen. Oder weil sie einfach nur gegen das Chlorhuhn sind.

Also, nur so als Feststellung: ich bin definitiv für das Chlorhuhn! Es gibt nichts besseres. Außer vielleicht ein feines Bromschwein.
Auch gegen Fracking habe ich nichts. Smoking oder Fracking, ist wirklich egal – soll doch bitte am Opernball jeder tragen, was er möchte!


Mittwoch, 21. September 18:00
Wirklich wichtige Erkenntnisse gibt es auch im Netz. Ein Blogger frägt sich da zum Beispiel: »What animals would look like if they had eyes at the front«. Gute Frage. Wie würden Tiere wirklich aussehen, wenn sie ihre Augen nicht an der Seite des Kopfes, sondern vorne hätten, so wie wir Menschen? Dieser Blogger frägt sich das aber nicht nur, er gibt auch gleich die Antwort darauf: so nämlich würden sie aussehen.

Hat mir sehr gut gefallen, aber eine weitere Frage für mich aufgeworfen: »What animals would look like if they had eyes at the back«. Natürlich habe ich auch gleich eine Antwort auf diese brennende Frage basteln müssen...


Dienstag, 20. September 18:40
Eine wirklich feine Sache, welche mich total begeistert hat, habe ich am Wochenende im MQ entdeckt:
Stell Dir folgendes vor: Auf einem leeren Grundstück stehen vier Gerüste, jedes kann mit Latten so bestückt werden, dass es eine Zahl von null bis neun darstellen kann. Vier solcher Gerüste nebeneinander, mit einem Doppelpunkt in der Mitte,... das ergäbe ja unter anderem auch: die Uhrzeit?!

Ein Team von Künstlern hatte also die geniale Idee, eine Videokamera vor solche ein Setting zu stellen, diese 24 Stunden lang durchgehend laufen zu lassen und mit Hilfe von mehreren Bauarbeiter-Teams jede Minute genau jene Bretter zu wechseln, dass diese die korrekte Zeit anzeigen. Daraus entstanden ist eben ein 24-Stunden-Video, welches Dir die Zeit anzeigt.

Jetzt wirst Du vielleicht sagen: »Najo, SchasSchas


Im Prinzip ein »Furz«. Meist jedoch wird damit eine Situation, ein Thema, eine Gegebenheit beschrieben. Z.B.: »Des is a Schas!« bedeutet soviel, wie: »Diese Sache ist nicht wirklich gut!«. Gerne wird »Schas« auch für »ein Nichts« verwandt.

Eine Steigerungsform von »Schas« wäre dann der »Schas im Wald«, was auf recht einprägsame Weise das tatsächliche, das echte »Nichts« zu beschreiben versucht.
, des is ja ur-öd
...« Mit Nichten und Neffen. Man darf sich das Video wirklich nur kurz ansehen, am eigenen Körper habe ich den Suchtfaktor sofort verspürt. Zugegeben, so stark, dass ich mir die komplette Version mit Synchro-Software kaufen würde, ist dieser nicht. Aber immerhin...!


Montag, 19. September 18:40
Unser neuer Bundespräserl heißt (respektive: wird heißen): Norbert Hofer. Das sehe ich ziemlich klar. Und warum wird der Hofer das Hofburg-Rennen machen? Weil sich derzeit zu viele Leute ziemlich ungerecht verhalten oder einfach daneben benehmen.

Es macht keinen Sinn, wenn Interviewer und Reporter ihren eigentlichen Auftrag der Unparteilichkeit vergessen und andauernd versuchen, den Hofer ins rechte Eck zu stellen – ich meine, da steht er ja ohnehin schon. In der ZIB, im Zentrum, überall möchte man ausschließlich darauf hinweisen. Der Gipfel solcher Versuche war »Klartext spezial« von vergangener Woche (hier nachzusehen), wo der ORF-Journalist Klaus Webhofer den Hofer derart untergriffig behandelt hat, dass man am liebsten ausgeschalten hätte. Selbst als dezidierter Linker war das kaum noch auszuhalten. (Oder vielleicht gerade deshalb!)

Es macht auch keinen Sinn, wenn Plakate überklebt, weggerissen oder übermalt werden. Wenn man genau hinschaut, dann merkt man eh, dass der Fotograf den Hofer ein bisserlbisserl


»a bisserl« = weniger. Noch ein wenig weniger, als wenig.

Am wenigsten wäre dann ein »E u z e r l«.

Aber das ist dann schon so wenig, dass es - jetzt rein in Bezug auf die Menge - fast mit dem »Lecherlschas« in Konkurrenz tritt.
schlecht erwischt hat, sodass der Schatten unter seiner Nase ein kleines Bärtchen auf der Oberlippe formt. Als Hinweis mit der feinen Klinge reicht das doch, oder?

In Wahrheit sind solche Aktionen nur dazu angetan, die Kräfte hinter Hofer zu versammeln, weil genau solche Aktionen vielen auf die Nerven gehen. Sind wir doch ehrlich, die Nachwahl und deren weitere Verschiebung zehrt bereits daran, da braucht es nicht viel, um einige der Unentschlossenen dazu zu bringen, es denen da Oben doch einmal so richtig zu zeigen. Und der Rechtswähler, der lässt sich vielleicht von der Wahl des FPÖ-Kandidaten abbringen, indem er erfährt, dass Hofer rechts ist?! Geht's Euch noch gut?

Van der Bellen hätte sicher eine Chance gehabt, aber die wurde mit jeder blöden – und nebenbei bemerkt: absolut undemokratischen – Aktion dieser Art ein wenig geschmälert. So dürfen sich linke Chaoten und dümmlich agierende Moderatoren dann Anfang Dezember selber auf die Schulter klopfen, wenn es heißt: Wahlsieger: Norbert Hofer.

Weil nämlich,... ich darf dann dazu bemerken (und schreiben): ich habe ihn nicht gewählt...


Sonntag, 18. September 16:30

Freitag, 16. September 19:00
Heute im Radio gehört: Es soll bald ein zweites verpflichtendes Kindergartenjahr geben! Zumindest gibt es schon eine rege Diskussion über dieses Thema.
Na servusna servus


Ausdruck der gehobenen Indignation. Eine mögliche Steigerung der Empörung ergibt sich durch den Zusatz: »G'schäft«.
G'schäft. Da kann ich aber echt froh sein, dass ich über 50 bin und daher dem Kindergartenalter bereits ein wenig entwachsen. Meine Zeit im Kindergarten dauerte nach meiner Erinnerung ein paar Monate – gefühlt waren es allerdings Jahrzehnte. Und ich habe jeden einzelnen Tag davon gehasst. Auch wenn ich in diesem Alter sicher nicht genau wusste, was Hass eigentlich ist.
I sag amal so: wirklich gern bin i net hingangen. Meine Eltern haben es auf Grund dezenter Hinweise meinerseits (ich habe denen die Pritschen, wo wir Mittagsschlaf halten mussten, regelmäßig vollgebrunzt) rechtzeitig bemerkt und mich aus dieser Stätte des Kinderglücks wieder herausgenommen. Ich mochte halt damals schon keine Kinder.

Leid tun mir heute jene Kinder, die sich nicht so eindeutig ihren Eltern mitteilen können – bzw. die es vielleicht schon könnten, das aber nichts nutzen würde. Weil die Eltern eben ihr Recht auf Karriere wahrnehmen wollen. Da wird man dann halt als kleiner Mensch zwei Jahre lang die Zähne zusammenbeißen müssen. Augen zu und durch. Ist aber eh eine gute Lehre für das weitere Leben, weil: besser wird's eher nicht.

Genau betrachtet hatte nicht nur ich großes Glück, sondern auch meine Eltern. Wäre ich heute im Kindergartenalter, dann ginge das nicht so leicht. Da stünde binnen kürzester Zeit die Polizei vor der Tür und würde nachfragen, wo denn der kleine mArtin wäre...?!


Donnerstag, 15. September 20:00
Eine wichtige OECD-Studie wurde heute veröffentlicht. Das österreichische Schulsystem ist im internationalen Vergleich eines der teuersten. Zur gleichen Zeit sind die Leistungen der Schüler dieses Systems unterdurchschnittlich. SapperlotSapperlot


Ausdruck des Erstaunens - bis hin zum blanken Entsetzen. Ein etwas lauter gerufenes »Sapperlot« kann durchaus bedeuten: »Um Gottes Willen - dies ist ja so gewaltig, dass ich es eigentlich gar nicht fassen kann!!« - ganz speziell dann, wenn als Vorwort noch ein »no« dazukommt.
!

In vielen Medien wurde darüber berichtet. Wobei ich mich beim Lesen dieser Artikel immer wieder frage, welches Messsystem für den Grad der Bildung unserer Schüler eigentlich verwendet wird. Sind das dann wirklich die PISA-Tests? Sind also Österreichweit lediglich 5000 zufällig ausgewählte Jugendliche zwischen 15 und 16 Jahren für diese Misere verantwortlich? Oder zählt dabei vielleicht doch mehr die Statistik über Herkunft und Bildungsstandard der Eltern im Vergleich zu den Schülern?

Worauf ich hinaus will: Ich kenne in meinem Alter einige Menschen mit Pflichtschulabschluss, deren von mir wahrgenommene Intelligenz u/o Bildung die von so manchem Universitätsabsolventen weit in den Schatten stellt. Ihnen war eben nicht nach Schulsystem, sie hatten die Möglichkeit wahrgenommen, sich außerhalb eines geregelten Schulbetriebs lebenslang Wissen anzueignen. Im Gegensatz zu so manchem WU-Absolventen, der bis zum Ende seines Lebens davon überzeugt sein wird, dass man ihm in Sachen Wirtschaft sowieso nichts mehr beibringen kann – was seiner Meinung nach auch sein hohes Einkommen unter Beweis stellt. Wenn ein hohes Gehalt tatsächlich  d e n  Gradmesser für Bildung und Intelligenz im weitesten Sinne darstellen würde, dann frage ich mich aber schon, warum unser Kanzler heute nicht Stronach heißt – do hätt' ma an Riss g'macht!

Zurück zur Schule. So, wie in den Medien über diese Studie berichtet wurde, wird tatsächlich immer wieder das angebliche Missverhältnis zwischen schulischer Leistung und dafür aufgewendeter Kosten herausgestrichen. Für das, was wir von der Schule für unser Land bekommen, ist diese einfach zu teuer...! Aha.

Na da hätte ich einen Lösungsansatz, der den neoliberalen Turbokapitalisten aber sehr gefallen wird: Halbieren wir die Gehälter der Lehrer und in der nächsten OECD-Studie sind wir – wie von Zauberhand – fix auf Platz eins!


PS: Weil ich doch ab und zu falsch verstanden werde und der beißende Zynismus aus meinen Beiträgen offenbar nicht immer gesehen wird: Nein, die Lehrer verdienen nicht zu viel! Und sie haben auch nicht zu lange Ferien!


Mittwoch, 14. September 20:00
Es muss nicht immer einen aussagekräftigen Text geben, oder eine perfekt durchkomponierte Melodie. Es müssen nicht die weltweit besten Musiker den Song in absoluter Perfektion darbringen, der Sänger oder die Sängerin muss auch nicht über das unglaublichste Talent zwischen Scheibbs und Nebraska verfügen. Manchmal genügt einfach nur eine gute Idee, die halbwegs authentisch umgesetzt wird. Soviel zu dem Song, der mir heute irgendwo und irgendwie über den Weg gelaufen ist – und mich sofort in seinen Bann gezogen hat...!


Dienstag, 13. September 19:50
Es zeugt von mangelnder Konzentrationsfähigkeit, wenn man diese Meldung an einem Tag fünf Mal hintereinander sieht.


Montag, 12. September 20:30
So, jetzt hamma den Salat!

Die Wahl zum Bundesheinzi – der danach dann ja zum Bundessascha oder Bundesnorbi wird, ganz je nach dem – ist heute Vormittag ganz offiziell verschoben worden. Die ge verschobene Wahl findet dann Anfang Dezember statt und nicht mehr Anfang Oktober. Das alleine wäre ja kein Beinbruch, aber ich habe heute im Postkasten die AMTLICHE WAHLINFORMATION ZUR WIEDERHOLUNG DER STICHWAHL DER BUNDESPRÄSIDENTENWAHL erhalten, die übrigens wirklich sehr gut verklebt ist.

Was muss ich jetzt mit diesem amtlichen Schrieb machen?
Soll ich diese amtliche Information einfach ignorieren?
Soll ich diese amtliche Information zurücksenden?
Soll ich diese amtliche Information vor dem Zurücksenden wieder zukleben?
Darf ich diese amtliche Information überhaupt lesen?

Fragen über Fragen. Und keine verfassungsgerichtlich abgesegnete Antwort.
Und am Ende schaut's dann nämlich so aus, dass die nur wegen mir die Wahl ein weiteres Mal...


Sonntag, 11. September 17:00

Freitag, 09. September 18:40

Donnerstag, 08. September 18:40
Wenn ich alleine im Studio sitze und beim Auflesen der Bücher selbst für die Tontechnik verantwortlich bin, dann merke ich natürlich nicht wirklich, wie viele Fehler ich mache. Ich merke lediglich, dass ich offenbar mehr Zeit für ein Buch benötige, als andere Sprecher – was aber vollkommen egal ist, da man ohnehin nur die netto gemessene Buch-Sprech-Zeit bezahlt bekommt. Ich habe mich immer darauf hin ausgeredet, dass ich auch dann ganze Absätze noch einmal einlese, wenn mir z. B. lediglich mein Tonfall nicht gefällt.

Manchmal gibt es aber auch jene Jobs, wo mir die Tontechnikerin gegenüber sitzt – was grundsätzlich sehr angenehm ist, da ich mich dann voll auf meine Stimme konzentrieren kann und daher weniger Fehler mache. Glaub(t)e ich. Also zumindest bis Heute.

Sandra, welche die Tontechnik bei der letzten dreistündigen Studio-Session gemacht hat, hat gleichzeitig mit der Nachbearbeitung der Aufnahme all meine Fehler in ein File zusammengeschnitten – und ich war doch ziemlich baff. Bis auf meinen Einleitungssatz ist da nichts hinzugefügt oder gekünstelt, sondern (wie Sandra mir gestanden hat) sogar noch einiges entfernt worden.




Na servusna servus


Ausdruck der gehobenen Indignation. Eine mögliche Steigerung der Empörung ergibt sich durch den Zusatz: »G'schäft«.
...



Mittwoch, 07. September 18:10
Immer wieder bemühe ich mich gerne und aufopfernd um unsere lieben Freunde, die Internet-Betrüger.
Ich meine, es bedeutet doch wirklich einiges an Aufwand, Mühe und krude Gedanken, um an das viele fremde Geld heranzukommen. Da muss man sich erst einmal hinsetzen, um Millionen Email-Adressen zu bekommen, muss diese vielleicht sogar auf dem Adressen-Schwarzmarkt im Darknet für teures Geld einkaufen.

Damit noch nicht genug – muss man sich anschließend auch noch um eine supergenaue Kopie jener Internetseite kümmern, welche man als Vorwand für eine Phishing-Attacke nutzen möchte. Man benötigt eine hübsche URL, die dem Opfer glauben macht, es befände sich auf der richtigen und gewünschten Seite. Man benötigt einen Server, der in einem Land steht, welches zum Land der neuen Opfer nach Möglichkeit keine bilateralen, oder gar Strafverfolgungs- und Auslieferungsabkommen besitzt. Tausend superwichtige Dinge, die vor solch einem Coup bedacht werden wollen.

Ja ja, der ehrliche Internetbetrüger hat's eben heutzutage wirklich nicht leicht.
Der muss all dies bedenken, tage-, nächte- und wochenlang beim Computer sitzen, forschen, arbeiten und hacken.

Und dann, am Ende eines höchst arbeitsreichen Tages von Diogo Cantalice, dann kommt das dabei heraus...


Dienstag, 06. September 19:20
Heute wieder eine kleine Geschichte zum Thema: »Nur, was ma zu Geld machen kann, ist auch wirklich gut

Der Park vom Schloss Schönbrunn ist frei (also ohne Eintrittsgebühr) zu besuchen, was wirklich eine wunderbare Sache ist. Nicht nur, dass der Park selbst groß und wunderschön ist, er hat zusätzlich noch einen gewaltigen Vorteil: Im gesamten Park gilt eine Hundeverbotszone. Was für eine unglaublich Wohltat. Man kann sich einfach so in die Wiese legen, ohne den Griff ins Glück fürchten zu müssen. Man kann sich einfach so in die Wiese legen, ohne Angst haben zu müssen, dass man von einem frei umherlaufenden Hund angesprungen und angebellt wird. Das gibt es schließlich in Wien praktisch nicht mehr, (da ja Hundeleinen in Wien schon seit Jahren nicht mehr verkauft werden dürfen, oder so).

Außerdem hat der Park noch Bereiche, welche vom durchschnittlichen Touristen nicht begangen werden. Einfach deshalb, weil sie viel zu weit vom Eingang entfernt sind. Dies sind dann jene Wiesen, wo man die ruhesuchenden Wiener trifft. Solch ein Kleinod inmitten der Stadt ist zum Beispiel der Botanische Garten zwischen Tiergarten und Mauer zur Maxingstraße. Viele verschiedene Bäume und Pflanzen, kleine Bambus-Wälder (die es mir ganz besonders angetan haben), viel Wiese, viele Kräuter, viel Ruhe...

Diese Ruhe stört allerdings den Betrieb des Tiergartens, denn: Mit Ruhe lässt sich kein Geld verdienen!
Daher hat der Tiergarten die tolle Idee, auch diesen Bereich zu sperren, Gehege darauf zu bauen und Eintritt dafür zu verlangen. Ganz unter dem Motto: »Mia san jo net die Caritas

Immer mehr Grünflächen verschwinden in Wien aus dem öffentlichen Bereich. Werden privatisiert und kommerzialisiert, damit irgendjemand in irgendeiner Weise Geld damit/daraus machen kann. Das kann nicht der Sinn von öffentlicher Fläche sein. Wenn man sich da nicht wehrt, dann werden Gebiete dieser Art immer weniger und weniger. Da ich so etwas nicht unterstützen möchte, habe ich diesbezüglich tatsächlich meine erste Petition unterschrieben. Und: Es hat gar nicht weh getan...

Sonntag, 04. September 15:00

Samstag, 03. September 14:50

Freitag, 02. September 17:30

Donnerstag, 01. September 23:55


(C) mArtin, im September 2016.
Und ich bin wirklich nicht immer stolz darauf.
Manchmal aber sehr wohl.


Da einige meiner Texte ohnehin bereits an anderer Stelle verwendet wurden/werden, dürfen sie also unter Angabe der Quelle auszugsweise verwendet werden. Bitte aber den passenden Link zum entsprechenden Beitrag (»Direkter Link zum...«) im Rahmen der Zitat-Kennzeichnung kopieren und einfügen. Denn irgendwann möchte ich auch reich und berühmt werden. Oder auch nicht. Herzlichen Dank und weiterhin viel (Lese-)Freude!